Diese Dortmunder stehen im Dunkeln - dabei sind die Laternen vor dem Haus gerade erst neu

rnZechensiedlung Oberdorstfeld

Die Anwohner der Zechensiedlung Oberdorstfeld in Dortmund haben neue Laternen bekommen, die aussehen wie alte Gaslaternen aus dem Jahr 1900. So mancher sitzt seitdem im Dunkeln.

Dorstfeld

, 02.01.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manfred Kosak muss gut aufpassen, wenn er morgens oder abends sein Haus in der Kometenstraße 13 verlässt. Denn die neue Nostalgielaterne, die gegenüber seinem Haus steht, brennt nicht. Und zwar seit rund drei Monaten.

Diese Dortmunder stehen im Dunkeln - dabei sind die Laternen vor dem Haus gerade erst neu

Die Laterne, die an der Ecke Kometenstraße/Hügelstraße steht, sieht aus wie eine hundert Jahre alte Gasleuchte. Sie ist offensichtlich kaputt. © Martina Niehaus

Dabei habe die Laterne, als sie Mitte September an den Start ging, durchaus einen kometenhaften Auftritt gehabt. Einen ziemlich kurzen allerdings. „Als die Leute in so einer Art Probelauf ausprobiert haben, ob die Laternen brennen, da hat sie einmal ganz hell aufgeleuchtet, und es gab eine Art Blitz. Seitdem funktioniert sie nicht mehr“, erinnert sich der 77-jährige Anwohner.

Laternen sind erst vor Kurzem eingeweiht worden

Erst vor wenigen Wochen hatten die Stadt und die Interessengemeinschaft Zechensiedlung Oberdorstfeld die neuen Laternen stolz eingeweiht. Meinolf Pflug, Fachkoordinator für Straßenbeleuchtung beim Tiefbauamt, hatte während dieses Termins betont, dass die neuen Laternen mit „effizienter, smart gesteuerter LED“ ausgestattet seien.

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In Sachen Effizienz sind sich die Anwohner der Kometenstraße einig: Das hat nicht geklappt. Denn auch die unmittelbaren Nachbarn der Kosaks ärgern sich darüber, dass es in diesem Bereich der Kometenstraße nicht mehr kometenhell, sondern eben zappenduster ist. „Ich weiß, dass viele Nachbarn bei der Stadt angerufen haben. Denn irgendwann waren die es auch leid“, sagt Manfred Kosak.

Software-Fehler oder Kabelbruch? „Alle sagen was anderes.“

Am mangelnden Einsatz scheint es nicht zu liegen: Auf der Suche nach der Ursache seien schon verschiedene Unternehmen dagewesen. „Monteure waren immer wieder da, zuletzt kurz vor Heiligabend. Sie haben die Laterne untersucht, den Stromkasten auch. Wir haben sie natürlich gefragt, was wohl die Ursache ist“, erzählt der Anwohner. Erst hieß es, es könnte ein Software-Fehler sein. „Andere sprachen von einem Kabelbruch“, erzählt Kosak.

Diese Dortmunder stehen im Dunkeln - dabei sind die Laternen vor dem Haus gerade erst neu

In Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde waren in der Zechensiedlung nostalgische Lampen aufgestellt worden. © Martina Niehaus

Was immer die Ursache ist, das Ergebnis bleibt das Gleiche: Die Lampe ist aus. „Man kann gar nicht mehr hier hergehen, weil man Angst haben muss, dass man auf den Bart fällt“, sagt Manfred Kosak. Auch seine Frau Karin findet die Situation nicht lustig. „Die alten Peitschenlaternen, die ausgetauscht wurden, die waren alle in Ordnung. Die haben gebrannt.“ Ihr Mann ergänzt: „Ob eine Laterne hübsch ist, interessiert mich nicht so. Aber zweckmäßig muss sie sein.“

Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund, ist von der Situation nicht begeistert. Auch er war dabei, als die neuen nostalgischen Lampen mit Vertretern der Anwohner und der Politik eingeweiht wurden. „Dass eine der Lampen ganz aus ist - das ist ja nicht Sinn der Sache“, meint Schön.

Die längere Suche nach dem Defekt erklärt er folgendermaßen: „Wenn ältere Kabel im Boden liegen, kann die Ursache praktisch an jeder Stelle unter dem Bürgersteig auftreten.“

Der Pressesprecher bittet außerdem darum, dass Bürger kaputte Laternen immer bei Störung24 melden (auf der Website oder in der App). „Denn nur dann kann die Stadt wissen, dass und wo ein Defekt vorliegt.“

Alte Peitschenleuchten helfen ein bisschen

Im Fall Kometenstraße liegt das Problem allerdings darin, dass die Ursache für den Defekt einfach nicht gefunden wird. „Ich hoffe nicht, dass da jetzt möglicherweise noch der Bürgersteig aufgegraben werden muss“, sagt Karin Kosak.

Diese Dortmunder stehen im Dunkeln - dabei sind die Laternen vor dem Haus gerade erst neu

An der Ecke Hügelstraße / Kometenstraße steht eine kaputte Laterne. Bisher hat noch niemand die Ursache für den Defekt gefunden. © Martina Niehaus

In der Zwischenzeit trösten sich die Kosaks damit, dass auf der anderen Hausseite, nämlich im Bereich Hügelstraße, noch alte Peitschenleuchten stehen. Hässlich, aber hell. „Wenn im Winter keine Blätter an den Bäumen sind, bekommen wir dann wenigstens von der Seite ein bisschen Licht“, sagt Manfred Kosak.

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