Notfallambulanz im Klinikzentrum-Nord ist häufig überfüllt

Unfallklinik am Fredenbaum

Die Notfallambulanz im Klinikzentrum-Nord ist häufig überfüllt. Menschen mit Schmerzen bekommen manchmal nicht mal einen Sitzplatz. Das Problem ist erkannt bei der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund. Die Lösung aber folgt erst in einem Jahr.

DORTMUND

, 30.09.2016, 03:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Grund sind viele Neubau- und Renovierungsarbeiten bei laufendem Betrieb, die der dringend notwendigen Entflechtung von Zentraler Notfallaufnahme und den Unfallchirurgischen Ambulanzen (neben dem Eingang im Erdgeschoss) derzeit im Wege stehen. Während der Neubau der Unfallstation NA6 Ende November abgeschlossen sein wird, beginnt der Bau der NA5 erst 2017 und dauert bis zum Jahresende. 70 Betten gehören zu beiden Stationen, ihre Modernisierung verschlingt fünf Millionen Euro.

Knapp 19 Millionen Euro verbaut das Klinikum im neuen OP-Trakt am Standort Nord. 2017 beginnen die Arbeiten, statt jetzt zehn bekommt das Klinikzentrum Nord am Ende zwölf Operationssäle. Sie werden dringend benötigt, da sich die Unfallklinik zu einer der größten in Deutschland entwickelt hat – mit ständig steigenden Patientenzahlen. 36.000 Patienten waren es 2015 allein in der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) vom Klinikzentrum Nord, 20.000 davon wurden unfallchirurgisch versorgt. Drei Jahre zuvor kamen „erst“ 32.935 Patienten über die ZNA.

Verlagerung der Unfallchirurgischen Ambulanzen

Es wird immer enger zwischen den Wartenden, mindestens noch für 14 Monate. Erst nach Umzügen von Büros und Arztzimmern könne die Verlagerung der Unfallchirurgischen Ambulanzen aus der Zentralen Notfallaufnahme in einen anderen Gebäudetrakt im Erdgeschoss erfolgen, sagt Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums, auf Anfrage dieser Redaktion.

Gemeinsame Überlegungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), auch am Klinikzentrum Nord eine Notfallpraxis anzugliedern, wurden verworfen. Im Gegensatz zum Standort Mitte an der Beurhausstraße, wo immer wieder Patienten in der Ambulanz des Krankenhauses landen, die in die Praxis eines niedergelassenen Arztes gehören, brennt dieses Problem am Standort Nord nicht so.

An der Beurhausstraße arbeiten seit 2014 niedergelassne Ärzte im Notdienst, also außerhalb normaler Praxiszeiten, Tür an Tür mit der Notfallambulanz des Klinikums. Die Patientenzahlen erhöhten sich laut KV-Sprecher Jens Flintrop in der Praxis von 11.096 in 2013 (da lag die Praxis noch außerhalb des Klinikums) auf 14.456. Entlastet hat die Praxis die ZNA des Klinikums Mitte aber nicht wirklich. Dort stiegen die Zahlen von 34 151 im Jahr 2013 auf 37.088 im vergangenen Jahr. Unter den Patienten hatten fast 20.000 eine schwere Erkrankung, die internistisch oder neurologisch behandelt werden musste.

Ein Zuschussgeschäft

Für das Klinikum und andere Krankenhäuser in der Stadt ist die ambulante Notfallversorgung ein Zuschussgeschäft. Mit 120 Euro Kostenaufwand pro Fall und nur 30 Euro Erstattung durch die Krankenkassen bleibt zum Beispiel das Klinikum mit seinen beiden Standorten jedes Mal auf 90 Euro sitzen. Das Problem sogenannter Bagatellfälle, die nicht klinisch behandelt gehören, bleibt auch ungelöst. 

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