NRW-Landesregierung will sich für Erhalt von HSP einsetzen

Neue Hoffnung

Mehr als 220 Mitarbeiter des Dortmunder Spundwandherstellers HSP haben am Mittwoch eine Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag abgehalten. Mit dem Ergebnis sind sie zufrieden: Sie trafen auf NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer, der zusicherte, dass die Landesregierung sich für den Erhalt des Werkes einsetze.

DORTMUND

, 21.10.2015, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit vier Bussen waren am Mittwochmorgen über 220 Mitarbeiter von Hoesch Spundwand und Profil (HSP) nach Düsseldorf gefahren. Dort hielten sie eine etwa 45-minütige Kundgebung vor dem Landtag ab. Die ganze Zeit über war der Lüner Rainer Schmeltzer, seit Kurzem NRW-Arbeitsminister, anwesend.

„Das war nicht nur ein Gastspiel von fünf Minuten – er ist dageblieben“, sagte am Mittwochnachmittag auf Anfrage Olaf Pütz, Pressesprecher des HSP-Betriebsrates. Er redete von einer gelungenen Aktion, während der HSP-Betriebsrats-Chef Klaus Frerichs, Mitarbeiter Michael Richter, Dortmunds IG-Metall-Chef Hans-Jürgen Meier sowie Schmeltzer sprachen.

Brief an die Salzgitter AG

„Schmeltzer hat eine sehr gute Rede gehalten“, befand Pütz. Der Minister habe angeboten, gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin einen Brief an die Salzgitter AG zu schreiben. Die will HSP bekanntlich schließen – laut Betriebsrat gibt es aber noch einen Investor, der die Übernahme von HSP prüft.

Schmeltzer habe "der HSP-Belegschaft zugesichert, dass die Landesregierung sich für den Erhalt des Standortes einsetzen wird", teilte auf Anfrage dieser Redaktion ein Sprecher des Arbeitsministeriums mit. Es gebe ein Gesprächsangebot an die Salzgitter AG "mit dem Ziel, alle Chancen für den Standort zwischen Belegschaft und Salzgitter AG zu erörtern und deutlich zu machen, welche Bedeutung der Standort HSP in Dortmund für die Landesregierung hat".

Schmeltzer will Moderatorenrolle übernehmen

Zudem will die Landesregierung von NRW noch einmal mit jener in Niedersachsen sprechen: Das Land hält gut 25 Prozent Aktien der Salzgitter AG.

Schmeltzer, so Pütz, habe angeboten, eine Moderatorenrolle zwischen Salzgitter und dem Kaufinteressenten übernehmen zu können. „Wir möchten, dass diesmal alles versucht wird, um dem Investor den roten Teppich auszurollen“, so Pütz. Dies sei der letzte kleine Strohhalm der HSP-Belegschaft, dass das Werk doch noch gerettet werden könnte.

Der HSP-Betriebsrat rechnet in den kommenden Jahren mit Milliarden-Investitionen des Bundes unter anderem in den Ausbau von Schleusen und Kanälen. Dafür werden Spundwände benötigt, die außer HSP nur Arcelor in Luxemburg herstellt.

Um das auch der Bundesregierung noch einmal vor Augen zu führen, ließen zwei HSP-Betriebsräte am Mittwoch auf dem IG Metall Gewerkschaftstag in Frankfurt Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Brief zu diesem Thema zukommen.

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