Nur ein Viertel der Betriebe bildet Nachwuchs aus

Ausbildungs- und Arbeitsmarktzahlen

Sechs Monate nach dem Start des Ausbildungsjahres 2014/15 zieht die Agentur für Arbeit für Dortmund Bilanz: 1941 Stellen sind noch offen, 2136 Bewerber suchen. Von 12.459 Betrieben in Dortmund bilden weniger als ein Viertel (23,1 Prozent) aus. Damit ist die Arbeitsagentur nicht zufrieden. Der Arbeitsmarkt hingegen hat sich etwas verbessert.

DORTMUND

, 31.03.2015, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie hat eine Lehrstelle gefunden, er eine Auszubildende: Sarah Bäsmann und ihr Chef Alexander Steinicke, Geschäftsführer Steinicke Orthopädieschuhtechnik, sind daher beide zufrieden.

Sie hat eine Lehrstelle gefunden, er eine Auszubildende: Sarah Bäsmann und ihr Chef Alexander Steinicke, Geschäftsführer Steinicke Orthopädieschuhtechnik, sind daher beide zufrieden.

Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2014 haben sich 3557 jugendliche Bewerber gemeldet. „Leider“, so Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Dortmund, gab es deutlich mehr Bewerber als angebotene Ausbildungsstellen. Laut Agentur seit Oktober 2734. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 102 Stellen (3,6 Prozent) weniger.

Mahnung an die Unternehmen

Neese schickt "eine Mahnung an die Unternehmen, ob sie nicht doch einen Ausbildungsplatz schaffen und besetzen können". Die Agentur zählt 12.459 Betriebe in Dortmund; nur 2883 (23,1 Prozent) davon bilden aus. In ganz Nordrhein-Westfalen sind es 23,9 Prozent der Betriebe.

Aktuell sind in Dortmund noch 1941 Ausbildungsstellen in vielen Branchen unbesetzt. Ihnen stehen 2136 Bewerber gegenüber, die noch auf der Suche sind. 

Dass noch so viele Stellen frei sind und viele Bewerber nicht fündig werden, liegt laut Neese an "Passungsproblemen". Sprich: Auf der einen Seite erschienen Jugendlichen Lehrstellen etwa als Gebäudereiniger oder im Nahrungsmittelverkauf „nicht so attraktiv“, sagt Neese. Auf der anderen Seite lehnen Betriebe viele Bewerber aufgrund mangelnder Qualifikation ab. Betriebe müssten aber auch mal darüber hinwegsehen, wenn Schulnoten nicht "top" sind, sagt Neese.

Ausbildung kostet Nerven - lohnt sich aber 

Schulnoten sind für Alexander Steinicke, Geschäftsführer der gleichnamigen Orthopädieschuhtechnik e.K. am Rheinlanddamm mit zehn Mitarbeitern, zweitrangig. Er sagt: "Wer begeistert ist, kann das Handwerk lernen". Und wenn jemand dann eine 4 in Mathe hat, ist mir das wurscht."

Steinicke hat zwei Auszubildende, mit denen er sich auch mal abends hinsetze und Nachhilfe gebe: "Ja, das ist zeitintensiv, ja, das kostet auch Geduld und Nerven." Aber es lohne sich.

Der Orthopädieschuhmacher-Meister findet, dass Arbeitgeber auch flexibler werden müssten. Er zum Beispiel hat mit seiner Auszubildenden Sarah Bäsmann eine 30-Stunden-Woche verabredet - damit die junge Frau Zeit für ihre vierjährige Tochter hat.

38.221 Dortmunder sind Ende März arbeitslos

Arbeitsagentur-Chefin Astrid Neese hat am Dienstag, 31. März, auch die Dortmunder Arbeitsmarktdaten für März vorgestellt. Das hat sich getan:

  • "Eher unspektakulär" sei das erste Quartal dieses Jahres auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt verlaufen, sagt Neese. Durch den milden Winter gab es keinen Einbruch in der Statistik - eine Frühjahrsbelebung ist bislang auch noch ausgeblieben.
  • Im März waren 38.221 Menschen in Dortmund arbeitslos - 50 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote liegt somit bei 12,8 Prozent. Im März 2014 lag sie bei 13,1 Prozent. 
  • Die Arbeitsagentur Dortmund zählt derzeit 5117 offene Stellen. Im Februar 2015 waren es 4967.
  • Erfreulich ist aus Sicht der Arbeitsagentur, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen (17.195) im Vergleich zum März 2014 (18.093) deutlich zurückgegangen ist.
  • "Der Frühjahrsaufschwung wird sich im April und Mai zeigen", sagt Neese. Sie sieht eine seit einem Jahr andauernde "konstant gute Entwicklung" in Dortmund.
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