Nur geringes Interesse an Rudelgucken auf dem Friedensplatz

Testphase am Wochenende

So richtig voll war es zum Rudelgucken auf dem Friedensplatz auch beim dritten EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend nicht. Nur 2400 Fans sind gekommen. Ob die Veranstalter nun, wie ursprünglich geplant, die komplette K.O.-Runde zeigen, ist deshalb offen. Das Wochenende wird zur Testphase.

DORTMUND

von Jana Schoo und Julia Hilgefort

, 22.06.2016, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
EM-Public-Viewing auf dem Friedensplatz beim 1:0 von Deutschland gegen Nordirland.

EM-Public-Viewing auf dem Friedensplatz beim 1:0 von Deutschland gegen Nordirland.

Ursprünglich hatten die Veranstalter vom Schaustellerverein Rote Erde ab dem Achtelfinale alle Spiele zeigen wollen - unabhängig vom Abschneiden der deutschen Mannschaft. Nach den mauen Besucherzahlen in den ersten drei Spielen sieht das nun ein bisschen anders aus.

Gut 2000 Fußball-Fans kamen im Schnitt auf den Friedensplatz - und das zu den Spielen der Deutschen. Gerechnet hatten die Veranstalter im Schnitt mit 4500 Zuschauer. Schausteller Patrick Arens sagt: "Deshalb sind wir jetzt vorsichtig bei den Planungen."

Nur die deutschen Spiele?

Das Wochenende wird nun zur Testphase: Am Samstag und Sonntag laufen ab 15 Uhr jeweils die drei Achtelfinal-Spiele. Am Sonntag um 18 Uhr ist ohnehin schon wieder Deutschland an der Reihe. Und am Samstag um 15 Uhr spielt Polen gegen die Schweiz. Da sei das Interesse sicher auch ganz gut, sagt Arens.

Je nachdem wie die Besucherzahlen also am Wochenende, vor allem am Samstag, sind, wollen die Schausteller dann entscheiden wie es weitergeht. Bleiben die Zahlen schlecht, werden vermutlich zunächst nur noch die möglichen deutschen Spiele gezeigt. Und die Halbfinal-Begegnungen und das Finale, das können sich als Fans des Rudelguckens schon in den Kalender schreiben, werden auch ganz sicher auf der großen Leinwand am Friedensplatz übertragen. 

Fan-Artikel sind Ladenhüter

Über fehlende Euphorie beklagt sich auch mancher Händler. Auf dem Westenhellweg laufen die Geschäfte mit Fan-Artikeln nur schleppend. Hawaii-Ketten, Brillen, Planschbecken, künstliche Wimpern – Schwarz-Rot-Gold leuchtet an jeder zweiten Ecke. Die Geschäfte sind gefüllt mit EM-Fanartikeln. Doch fragt man die Passanten, ob sie sich für die EM mit Produkten eingedeckt haben, sagen viele „nein“.

„Die Euphorie ist nicht ganz so stark wie vor zwei Jahren“, sagt Intersport-Filialleiter Stefan Stange und bezieht sich damit auf den Hype um die Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Seiner Meinung nach sind das schlechte Wetter und die Terror-Anschläge in Paris im Vorfeld der EM mögliche Gründe für die mäßige Stimmung.

Auch die Straßenhändler auf dem Westenhellweg sind enttäuscht. Sie verkaufen nur einen Bruchteil ihrer Produkte. Allein die Klassiker wie Deutschlandfahnen gehen gut, sagen sie. „Das EM-Trikot verkauft sich am besten“, sagt auch Stange.

Schlagworte:

Das Dortmund-Update

Der News-Podcast von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 - jeden Abend bestens informiert. Jetzt hier, bei Spotify, Apple Podcasts oder Deezer hören.

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt