Kolumne „Dinner for One“

„Nur verzweifelte Menschen fahren allein in den Urlaub“ – von wegen!

Allein zu verreisen, hört sich für viele befremdlich an. Auch unsere Autorin war anfangs skeptisch. Doch dann hat sie dem eine Chance gegeben. Der nächste Teil unserer Single-Kolumne „Dinner for One“.

Die vergangenen 14 Tage habe ich in Italien in einer kleinen Gemeinde namens Luino verbracht, welche sich nur wenige Kilometer entfernt von der schweizerischen Grenze befindet.

Dort bin ich in den vergangenen Jahren schon häufiger hingereist. Doch dieser Urlaub hat sich von meinen vorherigen stark unterschieden: Ich habe meine Zeit dort alleine genossen, ohne meine Familie, ohne meine Freunde und ohne einen Partner.

„Nur verzweifelte Menschen fahren alleine in den Urlaub“

Wegen der Corona-Krise habe ich meinen diesjährigen Urlaub sehr spät angefangen zu planen. Als ich mich Ende Mai bei meinen Freunden erkundigt habe, ob wir gemeinsam verreisen werden, habe ich nur Absagen erhalten:

„Sorry, aber Max und ich wollen dieses Mal nur zu zweit weg“, hat meine beste Freundin mir entgegnet. Eine Freundesgruppe erklärte mir, sie wollen einen typischen Männerurlaub machen, „natürlich ohne Frauen“.

Auch meine Eltern ließen mich im Stich. Sie würden Dortmund in diesem Jahr nicht verlassen wollen. „Aber du bist doch nicht auf uns angewiesen. Du kannst doch auch alleine verreisen“, schlug meine Mutter mir vor.

Anfangs lachte ich sie noch für ihre Idee aus. „Nur verzweifelte Menschen fahren alleine in den Urlaub“. Wenige Tage später waren meine Vorurteile vergessen und ich buchte meine erste Reise für mich alleine. Zugegeben, ist diese Entscheidung zum Teil auch aus Verzweiflung entstanden.

Ein Urlaub für mich alleine nach meinen eigenen Vorstellungen

Am Tag der Abreise war ich mir immer noch nicht sicher, ob meine Reise sich als positive oder negative Erfahrung herausstellen wird. Ich bekam Zweifel, dass mir über die 14 Tage langweilig werden würde, ich aus Trübsal irgendwelche fremden Menschen auf der Straße ansprechen werde oder ich schlussendlich sogar noch einer Rentnergruppe beitrete.

Angekommen in Italien sah die Welt aber schon ganz anders aus. Ich konnte jeden einzelnen Urlaubstag nach Lust und Laune gestalten. Dabei musste ich nicht auf die Bedürfnisse einer mitreisenden Person Rücksicht nehmen.

Wenn ich mich fünf Stunden am Stück in die Sonne knallen wollte, habe ich das getan. Wollte ich aber lieber durch die Gegend wandern, stand dem nichts im Wege. Ebenso konnte ich in aller Ruhe ausschlafen, ohne mir unterschwellige Vorwürfe anhören zu müssen.

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Alleine zu verreisen ist nicht peinlich – ganz im Gegenteil!

Ein Tipp an alle Singles da draußen: Sträubt euch nicht davor, alleine zu verreisen. Weder werden eure Urlaubstage eintönig verlaufen, noch werdet ihr den Altersdurchschnitt einer Rentnergruppe herunterziehen.

Der erste Abend, an dem ihr eure Spaghetti Carbonara alleine im Restaurant verzehrt, kann sich noch befremdlich anfühlen. Doch ihr werdet ihn spätestens ab dem Moment genießen, in dem ihr euer Essen mit niemandem teilen müsst.

Zudem werdet ihr erholter aus eurem Urlaub zurückkehren als jemals zuvor! Denn sind wir mal ehrlich: Urlaub mit einer Freundesgruppe bedeutet auch, dass man auf viele Menschen gleichzeitig Rücksicht nehmen muss. Da kommt es schnell zu der ein oder anderen Zickerei.

Urlaub mit der Familie impliziert häufig, dass die kleinen nervigen Geschwister, Nichten oder Neffen mit am Bord sind. Sprich, am Strand kann man sich nicht mehr in Ruhe sonnen, sondern muss lästige Sandburgen bauen. Ich sag ja immer: Alleine ist’s am entspanntesten!

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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Charlotte Schuster

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