Nur was für Nerds? Auf Pokémon-Jagd mit Dario Baums (26)

rnPokémon-Go-Fest

Tausende Fans von Pokémon Go feiern gerade im Westfalenpark ein europaweit einzigartiges Fest. Dabei geht es um schillernde Monster und Völkerverständigung. Wir waren mit auf der Jagd.

Dortmund

, 05.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Als im südöstlichen Westfalenpark plötzlich ein grünliches, vielleicht am ehesten mit einem Gürteltier vergleichbares Wesen auftaucht, ist das ein Grund zur Freude. Vor allem, weil es eben grünlich ist und nicht, wie man das ja kennt, hellbraun. „Yeah!“, ruft die eine, „oh, stark!“ und „Glückwunsch!“ das Umfeld um sie herum.

Einer, der gratuliert, ist Dario Baums (26). Er ist aktiver Teil der Dortmunder Pokémon-Go-Community, und seine Freundin hat gerade ein schillerndes „Sandan“ gefangen. Irgendwo auf der Strecke zwischen Altenakademie und Robinsonspielplatz. Dario Baums ist mit ein paar Freunden und Tausenden Unbekannten schon seit Stunden im Park unterwegs – auf der Jagd nach Pokémon.

Wie bitte?

Spätestens jetzt wird wohl eine Erklärung fällig. Also in aller Kürze: Pokémon Go ist ein Handyspiel, das es seit 2016 gibt und das die echte und die virtuelle Welt verknüpft. Spieler jagen dabei nach virtuellen Monstern, bewegen sich dafür aber in der echten Welt. Diese virtuellen Monster heißen „Pokémon“ und lassen schon seit den 90ern Kinderherzen und – weil man Kindheitserinnerungen ja gern festhält – inzwischen auch Erwachsenenherzen höher schlagen.

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Im Westfalenpark findet aktuell ein europaweit einzigartiges und weltweit gefragtes Event rund um eben dieses Spiel statt. „Wir haben hier heute schon Leute aus Malaysia, aus Hawaii und aus Australien getroffen“, sagt Dario Baums. „Das sind zwar Ausnahmen, aber auch aus ganz Europa sind viele Spieler hier.“

Nur was für Nerds? Auf Pokémon-Jagd mit Dario Baums (26)

Gute Verbindung: Mit dem Handynetz gab es im Westfalenpark in diesem Jahr keine Probleme. © Bastian Pietsch

Ein Grund, warum sie gekommen sind, sind die bereits erwähnten schillernden „Shiny“ Pokémon. „Shinys will man halt deshalb haben, weil sie selten sind. Normal ist die Chance, eines zu fangen, etwa 1 zu 450, hier vielleicht so 1 zu 50“, sagt Dario Baums. Bei Pokémon Go geht es auch ums Sammeln. Und ums Draußen sein mit Freunden: „Das Spiel lebt von der Community. Allein macht das kaum einer.“

Wie und wie intensiv man das Spiel spielt, das ist aber relativ offen. Man kann mit anderen Spielern tauschen und kämpfen. Neue Pokémon jagen und eigene entwickeln. All das findet sich auch auf dem Pokémon-Go-Fest wieder – oft in eigenen Bereichen. Außerdem gibt es einen eigenen Satz Aufgaben, den die Spieler erledigen können, aber nicht müssen. „Man muss sich auch eigene Ziele setzen – nicht nur hier im Park, sondern generell im Spiel“, sagt Dario Baums.

Stehen verboten

Ein sehr rundlicher Wal taucht auf einem Handydisplay auf. In diesem Fall ein eher langweiliger Fang. Die Gruppe um Dario Baums befindet sich gerade in der Nähe des „Boat Lake“. An vier Standorten im Westfalenpark sind thematische Kulissen aufgebaut – hier zum Thema Wasser. Das Spiel belohnt es, wenn man möglichst viele dieser Stationen abläuft.

„Stehen bleiben ist Sünde“, sagt Dario Baums. Er will möglichst viel vom Pokémon-Go-Fest haben. Auch, weil er rund 30 Euro Eintritt für das zeitlich begrenzte und in diesem Jahr einmalige Event gezahlt hat. Schilder im Park kennzeichnen Rundwege von fünf und von zwei Kilometern länge. „Den Fünf-Kilometer-Weg haben wir jetzt schon ein paarmal gemacht.“

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So läuft das Pokémon-Go-Fest 2019 in Dortmund

05.07.2019
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So läuft das Pokémon-Go-Fest in Dortmund.© Schaper
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Im vergangenen Jahr gab es bei einem ähnlichen Event im Westfalenpark technische Probleme. Und auch beim Vorgänger-Event in diesem Jahr in Chicago habe es Pannen gegeben, erzählt Dario Baums. „Hier läuft bisher aber alles super“, sagt er. Das mag auch daran liegen, dass in diesem Jahr eine begrenzte Teilnehmerzahl zugelassen war – und wohl an technischen Aufrüstungen.

Duell unter Bäumen

Ein gesonderter Bereich des Parks ist den Spielern vorbehalten, die mit ihren gefangenen Pokémon gegeneinander antreten wollen. Auch Dario Baums ist dabei. Er duelliert sich mit einem Unbekannten. Drei Pokémon jedes Spielers messen sich im Kampf. Was einfach nach frenetischem Tippen auf zwei Handys aussieht, hat aber System – und am Ende einen Dortmunder Gewinner.

„Wie schnell man tippen kann, ist ab einem gewissen Niveau egal“, sagt der. „Die Taktik ist aber wichtig: dass man die richtigen Konter einsetzt und wann man wechselt.“ Das zweite Duell verliert Dario Baums dann knapp.

Aktuell finden in Dortmund übrigens auch die inoffiziellen, weil von der Community organisierten, Europameisterschaften des Spiels statt.

Draußen mit Freunden

Für Uneingeweihte mag es etwas befremdlich aussehen: Massenweise schieben sich Menschen in einer Art fortwährenden Rotation durch den Westfalenpark, mit mindestens der Hälfte der Aufmerksamkeit auf ihrem Handydisplay. Manche, aber nicht viele von ihnen tragen Kostüme oder Masken. Läuft man mit, beginnt man irgendwann zu verstehen, worum es geht.

„Wir reden ja über Gott und die Welt, nicht über das Spiel, wenn wir draußen unterwegs sind“, sagt Dario Baums. „Solche Events finde ich gut, weil da die ganze Community zusammenkommt.“ Diesen Geist spürt man auch auf dem Pokémon-Go-Fest.

Natürlich geht es um die virtuelle Jagd nach merkwürdig benannten Monstern. Aber eben auch ums Draußen sein mit Freunden. Manch anderer mag lieber spazieren gehen. Aber dabei würde wohl kaum einer rufen: „Glückwunsch!“.

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