OB-Kandidat Detlef Münch: Der FBI-Mann für alle Radfahrer – und gegen Einen

rnOB-Wahl 2020

Er ist der Kopf der Freien Bürger Initiative. Dass die Abkürzung FBI an die US-Sicherheitsbehörde erinnert, soll so sein, sagt Detlef Münch. Das Thema Sicherheit ist dem OB-Kandidaten wichtig.

Dortmund

, 08.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er hat schon als Jugendlicher aus ökologischen Gründen, wie er erzählt, keinen Führerschein gemacht, stammt aus einer Brauereifamilie, ist seit 21 Jahren Mitglied des Stadtrates und kandidiert jetzt für die Freie Bürger Initiative (FBI) als Oberbürgermeister.

Detlef Münch ist in Schüren aufgewachsen und studierte in Dortmund Chemie und Umweltanalytik. Seine Kandidatur, sagt der 56-jährige Diplom-Chemiker, der heute als Verleger und Sachbuchautor tätig ist, ganz offen, „ist eine strategische Kandidatur.“ Er verfolgt damit drei Ziele: „Wir zeigen erstens als FBI, dass wir einen geeigneten Kandidaten haben, der über mehr als 20 Jahre Ratserfahrung verfügt. Zweitens gibt sie der FBI einen Schub auch für die Wahl des Stadtrates und der Bezirksvertretungen und drittens trägt sie dazu bei, den Politimport der CDU, einen sauerländischen Kleinstadtpolitiker aus Altena, als OB-Kandidaten zu verhindern.“

„Ich möchte keinen Sauerländer als OB“

So sehr er mit seinen eigenen Themen Umwelt- und Naturschutz sowie Kriminalitätsbekämpfung punkten will, so sehr arbeitet er sich auch an dem CDU-Kandidaten Andreas Hollstein ab. „Ich möchte keinen Sauerländer als OB“, sagt er als gebürtiger Dortmunder immer wieder und fügt äußerst populistisch hinzu: „Wir Dortmunder trinken kein sauerländisches Bier und brauchen auch keinen Oberbürgermeister aus dem Sauerland.“

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Für Detlef Münch, der aus einer Brauereifamilie mit fränkisch-schlesischen Wurzeln stammt, und dessen Großvater und Urgroßvater in der Thier-Brauerei arbeiteten, liegt ein solcher Spruch wohl nahe. Unabhängig von dem Seitenhieb auf Andreas Hollstein aber liegt ihm die Brauerei- und Kneipenkultur am Herzen. „Das ist ein Stadtkulturerbe, das man pflegen sollte“, sagt er. Es gelte, Brauereigebäude wie das U und die Kronenburg nicht nur zu erhalten, sondern dort auch gebührend an die brauerei-kulturellen Dinge zu erinnern.

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Vor sechs Jahren ist Detlef Münch schon mal als OB-Kandidat angetreten – mit überschaubarem Erfolg. 2864 Stimmen erhielt er. Das waren 1,4 Prozent. Immerhin waren das deutlich mehr Stimmen als für seine Initiative abgegeben wurden. Die FBI, die 2008 gegründet worden war und 40 Mitglieder zählt, erreichte 2014 genau 1525 Stimmen. Das entsprach 0,75 Prozent aller abgegebenen Stimmen.

Ließe sich dieses Ergebnis wiederholen, wäre Detlef Münch als Vorsitzender und Spitzenkandidat der FBI wieder im Rat. „Es reichen 0,625 Prozent, um wieder reinzukommen“, sagt er. Das habe er ausgerechnet, nachdem er mit der FBI erfolgreich daran mitgewirkt habe, dass die geplante Sperrklausel von 2,5 Prozent in NRW wieder gekippt wurde.

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„Dortmund braucht 70 Polizisten mehr“

Punkten will der Diplom-Chemiker, der inzwischen als Verleger und Sachbuchautor tätig ist und sein Hobby, die Literatur, zum Beruf gemacht hat, vor allem mit dem Thema Sicherheit: „Eine Großstadt wie Dortmund braucht 70 Polizisten mehr. Es darf nicht sein, dass mittlerweile in Dortmund schon am hellichten Tage Frauen zusammengeschlagen und schwere Raubüberfälle begangen werden.“

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Sicherheit ist für den passionierten Radfahrer auch Sicherheit für die Gesundheit und im Verkehr. Es ist ihm wichtig, dass in Dortmund auf klima- und umweltschädliche Bau- und Verkehrsprojekte verzichtet wird. Er möchte die Stadt für Radfahrer attraktiver machen. Er sagt: „Dass der Radschnellweg kommt, ist gut. Aber in der Innenstadt bleibt das Radfahren lebensgefährlich. Um das zu ändern, muss der Radverkehr vom Kfz-Verkehr getrennt werden. Und außerdem brauchen wir den Ausbau der Zechenbahntrassen. Ein gutes Beispiel ist der Rheinische Esel – und solches Potential gibt es noch vielfach.“

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