OB sucht Machtprobe: Plätz soll Leiter des Dortmunder Personalamtes werden

DORTMUND OB Langemeyer will seinen Wunschkandidaten und Vertrauten tatsächlich durchdrücken - trotz vieler kritischer Stimmmen aus der Politik. Nach der vierköpfigen Bewerberrunde am Freitag hat Personaldezernentin Dr. Christiane Uthemann Personalamtsvize Reinold Plätz als neuen Amtsleiter und Nachfolger von Volker Schiek vorgeschlagen.

von Von Gaby Kolle

, 23.01.2009, 21:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dortmunds OB Dr. Gerhard Langemeyer kam mit seinem Rückzieher einer drohenden Abstimmungsniederlage im Rat zuvor.

Dortmunds OB Dr. Gerhard Langemeyer kam mit seinem Rückzieher einer drohenden Abstimmungsniederlage im Rat zuvor.

Möglicherweise wird er – nur noch neun Monate im Amt – mit dieser Machtprobe gegen die Fraktionen und seinen potenziellen Nachfolger Ullrich Sierau vor die Wand fahren; denn der Rat kann mit Zweidrittelmehrheit den Personalbeschluss des OB aufheben. Noch geben sich die Fraktionen bedeckt, verweisen auf ihre Beratungen am Montag. Der bisherige Amtsleiter Schiek geht Ende Februar in den Ruhestand. Kein Geheimnis: Fraktionsübergreifend hält es die Rathaus-Politik nicht für opportun, schon im März diese  Schlüsselposition neu zu besetzen, angesichts der Tatsache, dass der Vorgesetzte nach der Wahl des neuen Oberbürgermeisters (voraussichtlich) am 7. Juni ein anderer  sein wird. Ulrich Monegel, personalpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, spricht von einer „verpassten Chance für die politische Kultur in Dortmund“. Er erinnert an seinen Vorschlag, den zuvor auch schon Ullrich Sierau, OB-Kandidat der SPD, gemacht hatte: Plätz könnte das Personalamt kommissarisch leiten, bis der OB neu gewählt ist. Erst dann sollte endgültig über die Besetzung der Schlüsselposition entschieden werden. Monegel: „Ich will nicht ausschließen, dass wir diesen Vorschlag als Antrag stellen.“

Auch SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dr. Andreas Paust stellt einen Antrag in Aussicht. Wie der grüne Fraktionssprecher Mario Krüger verwies er auf ausstehende Beratungen. FDP-Bürgerliste kritisiert die „Machtspielchen in der Personaldebatte“ und den „Eiertanz“ von Sierau. Fraktionschefin Dr. Annette Littmann: „Wenn die Politik dafür sorgen muss, dass der OB-Kandidat Sierau sich von Langemeyer löst, ist das ein Armutszeugnis für Herrn Sierau.“ Der Personalratsvorsitzende Pitt Meyer, der vom OB in die Auswahlkommission gebeten worden war, bezeichnete das Auswahlverfahren als korrekt gelaufen, wollte das Ergebnis aber nicht kommentieren.

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