Odyssee am Flughafen: Dortmunder in Barcelona gestrandet

Streikfolgen

Für Freitag, 19.45 Uhr war der Flug einer Dortmunder Berufsschülergruppe von Barcelona nach Düsseldorf geplant. Allerdings entfiel der Flug wegen eines Streiks des Bodenpersonals. Eine Nacht und einen halben Tag hingen die 22 Schüler und 2 Lehrer im Sicherheitsbereich des Flughafens fest - mit dürftigen Infos.

DORTMUND

, 04.07.2016, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Schüler am Flughafen in Barcelona.

Dortmunder Schüler am Flughafen in Barcelona.

Am Freitag, pünktlich um 17 Uhr, seien die Zwölftklässler des Leopold-Hoesch-Berufskollegs am Flughafen Barcelona gewesen, um einzuchecken, erzählt Helge Stohlmann, einer der zwei mitreisenden Lehrer. Bald erreichte sie die Nachricht, dass ihr Flug mit der Fluggesellschaft „Eurowings“ Verspätung habe – neue Abflugzeit sollte der späte Freitagabend sein.

Im Sicherheitsbereich des Flughafens beobachteten Schüler und Lehrer, wie ihr Flug auf der Anzeigetafel immer weiter nach hinten verlegt wurde. Zum Morgen des Samstags verschwand der Flug dann komplett von der Anzeige. Grund für den annullierten Flug sei ein Streik des Bodenpersonals am Flughafen Barcelona gewesen, sagt Eurowings-Pressesprecher Heinz-Joachim Schöttes.

Gepäck war bereits verladen

Das Gepäck der Klasse war in der Zwischenzeit bereits verladen worden. Um beschäftigt zu bleiben und in dem stark klimatisierten Sicherheitsbereich nicht auszukühlen, hätten die Schüler Fußball gespielt, erzählt Helge Stohlmann. Manche hätten probiert, so gut es ging zu schlafen.

Zwischendurch hätten Mitarbeiter des Flughafens Essensgutscheine im Wert von 7,50 Euro ausgeteilt, doch bei den hohen Preisen im Bereich des Flughafens, in dem ein Baguette 5,70 Euro kostet, hätte das nicht viel gebracht, so Stohlmann. 

Der Informationsschalter im Flughafen sei dann am Samstagmorgen kurz geöffnet worden - allerdings nur, um mitzuteilen, dass er aufgrund des Streiks geschlossen bleibe. Helge Stohlmann und seine Kollegin hätten probiert, mit Partnerunternehmen von Eurowings vor Ort eine Alternativlösung zu finden. Allerdings sei es nicht möglich gewesen, einen Flug für eine Gruppe von 24 Personen zu bekommen. Irgendwann reagierten die spanischen Call-Center dann nicht mehr auf die Anrufe der Lehrer, so Stohlmann.

Die Lösung

Eine Lösung fand dann das Lemgoer Reiseunternehmen CTS Reisen, über das die Klassenfahrt ursprünglich gebucht wurde. Es ließ die Schulklasse mit dem Bus in ein Hotel in Malgrat de mar bringen, wo die Schüler ein Mittagessen bekamen und die Möglichkeit hatten, sich frisch zu machen. Von dort konnten die Berufsschüler schließlich mit dem Bus über Figueres zurück nach Dortmund fahren. Gegen 16.30 Uhr am Sonntag trafen sie in dann in Dortmund ein - mit zwei Tagen Verspätung.

Eurowings hat nun angekündigt die entstandenen Zusatzkosten und die Kosten für die Rückreise zu übernehmen. Das verschwundene Gepäck werde den Schülern nach Hause gesendet. Diese haben nach dem strapaziösen Wochenende am Montag erst einmal frei.

Lesen Sie jetzt