„Die Chemie stimmt“: Brechtener Gemeinden arbeiten Hand in Hand

rnÖkumene in Brechten

Vor knapp eineinhalb Jahren haben die evangelischen und katholischen Gemeinden in Brechten bei einem Treffen mehr Zusammenarbeit vereinbart. Es läuft gut, aber es gibt noch Ausbaupotenzial.

Brechten

, 05.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem gemeinsamen Treffen der katholischen und evangelischen Gemeinden in Brechten wurde die bestehende gemeinsame Arbeit noch verstärkt. An zwei großen Aktionen haben sich beide Gemeinden ökumenisch beteiligt: der Sechs-Kirchen-Tour und dem Kirchendinner.

„Die Kirchen-Tour war eine Rallye über alle sechs Kirchen im Stadtbezirk“, erklärt Pfarrerin Monika Holthoff. Die Tour konnte per Auto oder Fahrrad bewältigt werden und an jeder Kirche mussten Aufgaben gelöst werden.

Beim Kirchendinner wurde an jedem der sechs Standorte der jeweilige Gang eines Menüs serviert. „Per Bus ging es für rund 50 Besucher von Kirche zu Kirche“, erinnert sich Monika Holthoff. Zudem gab es Kirchenführungen.

Die Ökumene verbindet Eving

Ein wichtiger Baustein der Ökumene in Brechten ist, dass sich die Ehrenamtlichen beider Konfessionen regelmäßig treffen und austauschen. Da es immer weniger Ehrenamtliche gebe, sei die Zusammenarbeit umso wichtiger.

„Von den Gemeindemitgliedern wird das sehr positiv aufgenommen“, freut sich Monika Holthoff. „Die Ökumene verbindet Eving und hat einen hohen Stellenwert“, erklärt Claudia Schmidt, katholische Gemeindereferentin im Pastoralverbund Eving-Brechten.

Beide Seiten zufrieden mit Zusammenarbeit

Generell laufe die Zusammenarbeit der beiden Gemeinden super, so Monika Holthoff. Die Ehrenamtlichen würden sich untereinander inzwischen sehr gut kennen. „Die Kommunikation läuft wunderbar.“ Und Claudia Schmidt findet: „Die Chemie stimmt. Vor allem die Ehrenamtlichen tragen die Zusammenarbeit. Da mache ich mir gar keine Sorgen.“

Oft tauschen sich die Gemeinden untereinander aus. „Da wir keinen Gesprächskreis für Frauen ab 50 haben, gehen unsere Gemeindemitglieder zu der Frauenhilfe der evangelischen Gemeinde.“

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„Brechten ist wie ein Dorf“, findet Claudia Schmidt. „Es ist hier selbstverständlich, dass man zu den Veranstaltungen der anderen Gemeinde geht.“ Es spiele keine so große Rolle, welcher Konfession man angehöre.

Während der Corona-Krise halten Konfessionen zusammen

Auch in Zeiten von Corona halten beide Konfessionen zusammen. Die Nachbarschaftshilfe geht weiter wie bisher. „Es ist keinem wichtig, wer evangelisch und wer katholisch ist“, beschreibt Claudia Schmidt.

Die beiden Konfessionen seien derzeit auch erfinderisch. „Durch Corona dürfen wir jetzt keine Gottesdienste mehr im Seniorenzentrum Brechtener Heide abhalten, was wir sonst immer im Wechsel machen“, bedauert Claudia Schmidt. Aber immer um 19.30 Uhr läuten alle katholischen und evangelischen Gemeinden in ganz Dortmund die Glocken.

Zu dieser Zeit sollen die Gemeindemitglieder Kerzen anzünden und können ein Gebet sprechen. „Wir haben Schreiben für die Bewohner des Seniorenheims angefertigt, um ihnen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben“, beschreibt Claudia Schmidt die gemeinsame Aktion der beiden Konfessionen.

Zusammenarbeit soll auch nach Wechsel weitergehen

In nächster Zeit ist in Brechten keine weitere gemeinsame Aktion geplant. Auch ein weiteres Treffen gab es bisher nicht, berichtet Monika Holthoff. Ein Grund sei, dass Claudia Schmidt in den Pastoralen Raum Dortmund-Ost wechsle. Wer ihre Aufgaben übernehmen wird, sei noch nicht geklärt. „Wir wissen noch nicht genau, wie es inhaltlich weitergehen wird“, so die Pfarrerin. „Wir warten auf die Rückmeldung aus Paderborn.“

Dabei war durchaus schon einiges geplant. So sollte es beispielsweise eine gemeinsame Fahrt auf dem Ausflugsschiff Santa Monika geben – Motto: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“. Das ist vorerst auf Eis gelegt. Dennoch: „Wir hoffen, dass wir bald wieder was Schönes auf die Beine stellen können“, so Monika Holthoff.

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