Mehr los am Impfzentrum. Am Freitagnachmittag wurde es voller auf Phoenix-West. © Schaper
Covid-Schutz

Ohne Termin zum Corona-Impfzentrum: Wie viele Dortmunder nutzen das?

Ohne Termin zum Corona-Impfzentrum Dortmund auf Phoenix-West – das ist seit Mitte der Woche möglich. Hat das Angebot an den ersten Tagen Auswirkungen gehabt? Kommen jetzt mehr Menschen?

Tausende könnten kommen pro Tag – das hatte man im Frühjahr extra ausgetestet. Knapp 3500 Impfungen kann das Team des Dortmunder Impfzentrums theoretisch leisten. Das hatte ein „Stresstest“ an Christi Himmelfahrt 2021 ergeben.

Seit Wochen aber ist es deutlich leerer auf Phoenix-West. Was erst an der Impfstoff-Knappheit lag, neue Erst-Termine gab es einfach nicht. Nun aber ist genügend Impfstoff vorhanden – und man kann als Noch-nicht-Geimpfter frei die Termine wählen. Sogar ohne vorherige Buchung.

Anstieg zum Ende der Woche? Eher nicht

Am Mittwochabend hatte die Stadt bestätigt, was sich über den Tag zunächst als Gerücht verbreitet hatte: Impfungen sind ab sofort ohne Termin möglich. Wie viele Dortmunder lockt das Angebot nun an?

Zwischen 600 und 800 Menschen pro Tag haben in dieser Woche eine Corona-Erstimpfung auf Phoenix-West bekommen. Das geht hervor aus der Statistik, die die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) regelmäßig veröffentlicht. Ein Anstieg zum Ende der Woche ist nicht zu erkennen – im Gegenteil.

Von Donnerstag auf Freitag stieg die Zahl nur um 614 – das ist der Tiefstwert für die aktuelle Woche. Und wie viele dieser 614 mit Termin und wie viel ohne gekommen waren, geht aus der Statistik nicht hervor. Die Stadt indes hat mitgezählt.

„Am 8. und 9. Juli (bis 11.30 Uhr) haben insgesamt 458 Personen das Angebot angenommen und sind ohne Termin im Impfzentrum erschienen“, erklärte Stadt-Sprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage. Die Stadt wertet das als Erfolg.

Man hoffe im Impfzentrum, dass es so weitergeht. Und tatsächlich wurde es schon am Freitagnachmittag noch einmal voller auf Phoenix-West. Ein Ärztesprecher hat eine Vermutung warum.

Kommen am Samstag viele Berufstätige?

Dr. Prosper Rodewyk, Bezirksstellenleiter der KVWL für die niedergelassenen Ärzte, unterstreicht: Gerade auf den Samstag setze man. „Die Leute, die uns jetzt noch fehlen bei der Impfung, sind die jungen Berufstätigen. Es gibt immer noch Chefs, die ihre Mitarbeiter nicht freistellen für die Impfung“, weiß Rodewyk – und kann es nicht verstehen.

Denn ein Betrieb profitiere doch von geimpften Mitarbeiter: Die Gefahr, dass sie ausfallen oder dass sich Corona verbreite unter den Mitarbeitern und so Verluste drohen – all das sinke doch durch die Impfungen.

Gibt es weitere Sonder-Impfaktionen anderswo?

Die Stadt jedenfalls wirbt weiter: „Ausreichend freie Kapazität und Impfstoff stehen zur Verfügung“, erklärt Pinetzki. „Es ist weiterhin möglich, dass Impfwillige einen der freien Termine buchen oder ohne Termin kommen können.“

Sonderimpfaktionen an anderen Stellen im Stadtgebiet plant die Stadt indes nicht. Einzige Ausnahme: Am 17. und 18. Juli gibt es eine Aktion in der Nordstadt, bei der es Johnson & Johnson geben soll. Wer ins Impfzentrum kommt, bekommt in den allermeisten Fällen Vakzine von Biontech oder Moderna.

Und: Falls es dort tatsächlich so lange Schlangen geben sollte, dass man jemanden wegschicken müsste, gibt es ein Versprechen der Stadt. Diejenigen hätten am nächsten Tag auf jeden Fall ein Vorrecht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff