Opfer erinnert sich an Macheten-Angriff im Kreuzviertel

Tatort Möllerbrücke

Vor fast zwei Jahren wurde ein Passant an der S-Bahn-Station Möllerbrücke mit einer Machete niedergeschlagen und schwer verletzt. Am Montag musste sich der 46-Jährige als Zeuge vor dem Landgericht an den schrecklichen Vorfall erinnern. Auf der Anklagebank sitzt ausgerechnet einer seiner guten Bekannten.

DORTMUND

22.05.2017, 13:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine S-Bahn hält an der Möllerbrücke in Dortmund.

Eine S-Bahn hält an der Möllerbrücke in Dortmund.

„Wir kennen uns schon seit mehreren Jahren“, sagte der Zeuge den Richtern. Die Freundschaft basierte allerdings nicht auf gemeinsamen Hobbys oder ähnlichem. „Wir haben uns gegenseitig mit Heroin ausgeholfen“, gab der Zeuge offen zu. Am Tattag im Juli 2015 schöpfte er angeblich keinen Verdacht, als der Angeklagte ihn anrief. „Ich sollte zur Möllerbrücke kommen, also bin ich hingefahren“, sagte der 46-Jährige.

Was er dort erlebte, wird er wahrscheinlich sein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen. Der Angeklagte und zwei Bekannte – ein Mann und eine Frau – hätten ihn sofort zu Boden geschlagen. „Dann zog der Bekannte von meinem Freund eine Machete aus dem Hosenbein und hat mir damit eins übergezogen“, so der 46-Jährige. Kurz darauf sei das Trio mit seinem Fahrrad, dem Geld und dem Handy geflohen. „Ich bin noch blutüberströmt hinterher gerannt, hatte aber keine Chance.“

Viele Monate soll es gedauert haben, bis der Zeuge nach dem Schlag mit der Machete körperlich wieder fit war. „Mindestens ein Dreivierteljahr hatte ich damit zu tun“, sagte er den Richtern. Und psychisch habe er den Angriff aus dem Nichts noch gar nicht verarbeitet.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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