Ordnungsamt nimmt Mengederin ihre Hündin weg

Rechtsstreit

Susanne Braun trauert. Trauert um ihre Hündin Daisy Dee. Doch die siebeneinhalb Jahre alte Staffordterrier-Mischlingsdame ist nicht gestorben oder weggelaufen. Das Ordnungsamt hat den Hund letzte Woche eingezogen und ins Dorstfelder Tierheim gesteckt. Denn Daisy Dee gilt als gefährlich.

MENGEDE

23.11.2013, 00:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Susanne Braun besucht ihren Hund Daisy Dee regelmäßig im Tierheim.

Susanne Braun besucht ihren Hund Daisy Dee regelmäßig im Tierheim.

Denn es gibt auch die Möglichkeit zu Ausnahmen. Etwa wenn ein öffentliches Interesse besteht: „Damit Hunde dieser Rasse nicht auf ewig im Tierheim bleiben müssen, können sie unter Umständen an geeignete Halter vermittelt werden“, erklärt Jürgen Walther, Abteilungsleiter für allgemeine Sicherheit und Ordnung beim Ordnungsamt.„Da ich im Besitz einer unbefristeten Erlaubnis war, solche Hunde zu halten, war ich mir sicher, dass auch Daisy Dee bei mir bleiben darf“, sagt Susanne Braun. Das sei ihr auch seitens einer Amts-Veterinärin signalisiert worden. „’Kein Problem‘, versicherte mir die Ärztin damals bei der Rassefeststellung.“

Doch da war Susanne Braun wohl im Irrtum, denn wenige Tage später flatterte ihr der Ablehnungsbescheid ins Haus. Warum, das erklärt Jürgen Walther. „Als das Ordnungsamt damals auf den Hund aufmerksam wurde, war er weder versichert noch angemeldet. Erst nach Aufforderung holte Frau Braun das nach.“ Durch diese Verfehlung sei auch die Gültigkeit ihrer unbefristeten Erlaubnis erloschen, als gefährlich eingestufte Hunde zu halten. Denn eine der Voraussetzung dafür ist die so genannte Zuverlässigkeit. „Und die ist durch dieses Fehlverhalten nicht mehr gegeben“, betont der Beamte.

„Da habe ich natürlich einen Fehler gemacht“, räumt auch die 42-Jährige ein. „Doch setzt man dieses Vergehen in Relation zum Aufwand, den ich betrieben habe, um den Hund zu behalten, könnte man sicher auch zu einer anderen Entscheidung kommen“, glaubt sie. Denn schließlich bliebe sie nicht nur auf den Gerichts- und Anwaltskosten sitzen, sondern hat auch alleine im laufenden Jahr gut 1000 Euro für den Tierarzt ausgegeben. „Denn zu allem Übel ist Daisy Dee auch noch schwer krank, braucht Herztabletten und hatte drei Tumore im Körper, die entfernt wurden.“ Doch Kosten interessieren Susanne Braun nicht. Sie möchte nur ihren geliebten Hund wieder haben.

Auch der letzte Strohhalm, an den sie sich klammert, hat wenig Aussicht auf Erfolg. „Inzwischen ist mein Vergehen schon über vier Jahre her. Da könnte das Ordnungsamt ein Einsehen haben“, hofft sie. Doch dem erteilt Jürgen Walther eine Absage: „Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens fünf Jahre. Daher müsste Frau Braun sich noch ein Jahr gedulden, bis sie sich offiziell um den Hund bewerben kann.“  

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