"Out 4 Fame": Stadt erlässt Anwohnern Knöllchen

Falschparken wegen Verkehrschaos

Die Stadt versucht nach dem Hip-Hop-Festival "Out 4 Fame" im Revierpark Wischlingen, die Wut der betroffenen Nachbarn zu lindern. Sie erlässt allen Anwohnern, die während des Verkehrschaos' ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommen haben, das Verwarngeld. An der Veranstaltung lässt die Stadtspitze kein gutes Haar.

WISCHLINGEN

, 22.08.2017, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Out 4 Fame": Stadt erlässt Anwohnern Knöllchen

Am Rande des Festivalgeländes wurden unzählige Knöllchen verteilt.

Anwohner des Revierparks Wischlingen, die von Freitag bis Sonntag (18. bis 20. August) ein Knöllchen wegen Falschparkens erhielten, weil Besucher des Hip-Hop-Festivals „Out 4 fame“ ihre Straßen zugeparkt hatten, bekommen das Verwarngeld erlassen. Dafür müssen sie allerdings das Knöllchen „umgehend“ beim Ordnungsamt vorlegen, kündigte am Dienstag Rechtsdezernentin Diane Jägers an.

Nicht nur die Anwohner haben sich über den Lärm und zugeparkte Wege geärgert. Auch bei der Stadtspitze lösten die Begleiterscheinungen des Hip-Hop-Festivals großen Unmut aus. „Das ist überhaupt nicht akzeptabel, was da am Wochenende passiert ist, und das werden wir auch so nicht mehr passieren lassen“, wetterte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Dienstag in der Pressekonferenz der Verwaltungsvorstandssitzung.

Er sei nicht bereit, „die Unfähigkeit des Veranstalters von den Anwohnern ausbaden zu lassen.“ Potenzielle Veranstalter müssten sich an Regeln halten und die Geschäftsführung des Revierparks Wischlingen sicherstellen, dass diese eingehalten werden.

"Eine einzige Katastrophe, Veranstalterversagen pur"

Von Freitag bis Sonntag waren täglich 6500 bis 8000 Besucher im Park. Bereits am Freitag gab es Beschwerden über zugeparkte Wohngebiete und volle Straßen. „Eine einzige Katastrophe, Veranstalterversagen pur“, schimpfte auch Diane Jägers.

Abschleppwagen habe man wegen der von Falschparkern blockierten Straßen nicht einsetzen können, auch für Rettungsdienste wäre im Bedarfsfall kein Durchkommen gewesen. Die Sicherheit sei nicht mehr zu gewährleisten gewesen, so OB Sierau, „die Veranstaltung hätte man abbrechen müssen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich sie abgesagt.“

Parkkonzept hat nicht funktioniert

Es habe ein Sicherheitskonzept für die genehmigungspflichtige Veranstaltung gegeben“, erläuterte Planungsdezernent Ludger Wilde, der am Wochenende Chef vom Dienst der Verwaltung war. Doch kurz vor Festivalstart sei aufgrund logistischer Probleme des Sicherheitsunternehmens nicht klar gewesen, ob ausreichend Sicherheitspersonal vor Ort war. Hastig nachgeorderte Kräfte seien nicht richtig eingewiesen worden. Damit habe auch das Parkkonzept nicht funktioniert.

In Zukunft – so es überhaupt eine für das Hip-Hop-Festvial im Revierpark gibt – müsse der Veranstalter neben dem Sicherheitskonzept ein Parkraumkonzept vorlegen, sagte Diane Jägers. Im Nachgang werde es noch „eine klare Ansage“ an die Akteure geben, kündigte Sierau an: „Wenn ein Veranstalter und die Geschäftsführung das nicht drauf haben, dann muss man da mal ein Gespräch führen. Und das werden wir machen.“

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