OWIIIa: Ein Bauvorhaben spaltet die Meinungen am Hellweg

rnSerie: Nordosten von oben

Ein riesiger Freiraum wie nördlich von Asseln und Wickede überrascht in der Großstadt. Ausgerechnet hier ist die Weiterführung der Brackeler Straße geplant. Dagegen regt sich Widerstand.

Brackel

, 03.08.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lange Zeit hat sie „auf Eis“ gelegen, die höchst umstrittene Verlängerung der Brackeler Straße (L663n oder OWIIIa) nach Osten, wo sie auf Unnaer Gebiet an die Autobahn A1 anschließen soll. Bisher endet die Brackeler Straße in Asseln, wo es nur links auf die Kurler oder rechts auf die Asselner Straße geht.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ein Rückzugsraum für bedrohte Tiere und gestresste Menschen

Einen solch großen Freiraum wie nördlich von Asseln und Wickede hätte man in einer Großstadt wie Dortmund eigentlich nicht erwartet. Der Blick reicht weit in die Ferne wie in Norddeutschland. Doch ausgerechnet hier ist die Weiterführung der Brackeler Straße nach Osten geplant. Dagegen regt sich Widerstand.
03.08.2020
/
Das Bild zeigt den bisherigen Endpunkt der Brackeler Straße (L663n oder OWIIIa): In der Mitte verläuft die Asselner Straße. Oben rechts ist noch ein Stück der Halde Schleswig zu sehen. Unten von rechts (unterhalb der Kleingärten) kommt die OWIIIa. Links unten sind Felder zu erkennen.© Schaper
Ein landschaftliches Juwel ist der Pleckenbrinksee in Wickede, der sich 2007 durch den Ausfall von Entwässerungseinrichtungen gebildet hat. Viele Wasservögel haben sich an dem 5,6 Hektar großen See, der bis zu 1,50 Meter tief ist, niedergelassen. Die OWIIIa würde in der Nähe verlaufen. © Schaper
Der Pleckenbrinksee aus anderer Perspektive: Das Naturparadies am Pleckenbrink wird auch gern von Spaziergängern genutzt. Die Befürworter der Schnellstraße sagen, der See werde nicht tangiert. Die Naturschützer bezweifeln das und fürchten deutliche Verschlechterungen für Fauna und Flora. © Schaper
Wo bisher nur eine Stromtrasse Richtung Wickede verläuft und ansonsten Felder die Landschaft prägen, soll nach dem Willen der derzeitigen politischen Mehrheiten in Dortmund die OWIIIa fortgeführt werden. Nach den bisherigen Planungen soll sie bis zur Wickeder Straße vierspurig werden. © Schaper
Dies ist der Blick vom Pleckenbrinksee nach Wickede. Links im Hintergrund sind die Hochhäuser der Meylantsiedlung zu erkennen. Die Straße, die in der Mitte in Nord-/Süd-Richtung verläuft, ist der Pleckenbrink, der auf den Hellweg einmündet. Auch diese Felder wären vom OWIIIa-Ausbau betroffen.© Schaper
Rechts im Vordergrund der Bauernhof nördlich der Kurler Straße, die vom Knotenpunkt mit der OWIIIa in der Mitte bis zum linken Bildrand verläuft. Der Asselner Hellweg lässt sich gut an den beiden grünen Kirchturmspitzen ausmachen, links die Luther-Kirche, rechts St. Joseph.© Schaper
Nur kleine Straßen zerschneiden derzeit die Felder in Wickede: Hier sieht man die Wasserkurler Straße, die nach Westen in Richtung der Strommasten verläuft. Rechts befindet sich der Pleckenbrinksee (nicht im Bild). Das Bild zeigt den großen zusammenhängenden Freiraum im Dortmunder Osten. © Schaper
Rechts in der Mitte verläuft die Eschenwaldstraße, die an dem weißen Haus auf die Kurler Straße mündet. Die Eschenwaldstraße ist gut an der Baumreihe zu erkennen. Diese Straße würde im Fall eines Weiterbaus der OWIIIa abgebunden, die dahinter zu sehenden Felder wären direkt betroffen.© Schaper
Auf diesem Querformat ist noch deutlicher zu erkennen, wo die OWIIIa endet: Dort, wo gerade in der unteren Bildmitte ein Lkw von der Asselner auf die Brackeler Straße abbiegt, ist nach links die Fortführung der Schnellstraße durch die Felder geplant - auf einer Länge von rund sieben Kilometern.© Schaper

Mit der Einrichtung von zwei Planerstellen für die Landesstraße durch die Stadt Dortmund ist Bewegung in das Vorhaben gekommen. Die Befürworter des Schnellstraßenbaus wollen den Asselner und Wickeder Hellweg entlasten.

Die Gegner sagen, der Entlastungseffekt wäre gering. Die Pro-Seite argumentiert, dass der Eingriff in den Freiraum nicht so groß wäre und die Straße - mit Lärmschutzwand - in relativer Nähe zum nördlichen Siedlungsrand von Asseln und Wickede verlaufen würde. Die Kritiker befürchten dagegen schlimme Folgen für die Umwelt. Sie wollen den größten zusammenhängenden Freiraum Dortmunds unbedingt retten.

Kritiker: Schnellstraße wäre Einfallstor für Logistikverkehrer

Auch glauben sie, dass eine verlängerte Brackeler Straße mit Anschluss an die A 1 Ströme von Logistikverkehren, also Lkw, in den Dortmunder Osten bringen würde. Die Luftbilder, die unser Fotograf Oliver Schaper mit einer Drohne aufgenommen hat, zeigen die Weitläufigkeit und Schönheit des Gebietes, um das es geht.

Lesen Sie jetzt