Panne bei Dortmunder CDU: Warum fehlen drei Kandidaten auf der Wahlliste?

rnKommunalwahl 2020

Acht Kandidaten zeigt das Gruppenfoto auf den Wahl-Flyern der CDU Lütgendortmund für die Kommunalwahl 2020. Kurios: Auf der offiziellen Wahlliste tauchen nur fünf Namen auf. Was stimmt?

Lütgendortmund

, 27.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Innerhalb des CDU-Stadtbezirks Lütgendortmund herrscht gerade großes Rätselraten. Wieso, fragt sich selbst der Vorsitzende, stehen in der offiziellen Wahlliste für die Kommunalwahl 2020 nur fünf Kandidaten? „Tatsächlich hat die Delegiertenversammlung doch acht Kandidaten aufgestellt“, sagt Dr. Arne Küpper gegenüber unserer Redaktion.

Er persönlich sei bei der Wahl Anfang des Jahres dabei gewesen und könne deshalb nicht nachvollziehen, warum die Plätze sechs bis acht nun unbesetzt geblieben sind. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich die Wahllisten Anfang August gesehen habe“, so Arne Küpper.

Er vermute einen Verfahrensfehler und verlange eine lückenlose Aufklärung. „Ich habe wirklich keine Ahnung, an welcher Stelle der Fehler passiert sein könnte.“ Mutwilligkeit wolle er aber niemandem unterstellen, betont er.

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Ärgerlich sei diese Panne im Vorfeld der Kommunalwahl aus mehreren Gründen. „Sollte die CDU im Stadtbezirk Lütgendortmund am 13. September sechs Plätze holen, würde ein Platz während der gesamten Legislaturperiode unbesetzt bleiben. Wir sind wirklich in keiner komfortablen Situation“, sagt Arne Küpper.

Wahl-Foto zeigt alle acht Kandidaten

Was den CDU-Stadtbezirks-Vorsitzenden zusätzlich wurmt: „Am 1. März haben wir das Foto mit allen acht Kandidaten für den Wahl-Flyer gemacht.“ Die Flyer seien längst im Umlauf - im schlechtesten Fall könne man der CDU Wahl-Täuschung vorwerfen. „Das kann nicht in unserem Sinne sein.“ Auch deshalb sei es wichtig, den Fehler schnell aufzuklären, betont Küpper.

Auf dem Foto sind Karin Neumann (Platz 1), Carsten Weigang (2), Barbara Murawski (3), Michael Zechner (4) und Sabine Pawlak (5) sowie die nicht gelisteten Kandidaten Daniel Schürhoff, Sabine Rollwagen und Günter Brangenberg abgebildet.

Eine Sonderrolle nimmt hier Daniel Schürhoff ein, der zum 1. August mit 12 weiteren Mitgliedern aus der Partei ausgetreten ist. Grund dafür war unter anderem eine jahrelange Benachteiligung der Ortsunion Lütgendortmund bei der Besetzung von Rat und Bezirksvertretung. Unabhängig vom vermuteten Verfahrensfehler kommt er also ohnehin nicht mehr als BV-Kandidat in Frage.

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Stadt sieht keine Besonderheiten

Die Antwort der Stadt auf das „Kandidaten-Chaos“ lässt vermuten, dass die Namen der Kandidaten für Platz sechs bis acht schon sehr früh im Verfahren verloren gegangen sind.

So schreibt Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage dieser Redaktion: „Für den Bereich Wahlen ergibt sich keine Besonderheit. In der Niederschrift für die Aufstellung des Listenwahlvorschlags der CDU in Lütgendortmund wurden fünf Listenplätze aufgestellt. Auf dem Listenwahlvorschlag sind fünf Bewerber*innen benannt.“ Alle fünf Listenplätze, so Löchter, seien durch den Wahlausschuss der Stadt Dortmund zugelassen worden.

CDU-Kreisgeschäftsführer Andreas Brausen gibt sich gegenüber unserer Redaktion sehr bedeckt. Auf die Frage, warum nur fünf Kandidaten für die Bezirksvertretung Lütgendortmund gelistet wurden, schreibt er: „Die Wahlentscheidung liegt bei der Delegiertenversammlung.“

Verwirrung um Ersatzbewerber

Was die Verwirrung komplett macht, ist Brausens Aussage zu den sogenannten Huckepack-Kandidaten. Das sind die, die nachrücken, falls Bezirksvertreter während der laufenden Legislaturperiode ausscheiden müssen. „Es wurden drei so genannte Ersatzbewerber gewählt. Ein Kandidat ist davon aus der CDU ausgeschieden.“ Mit letzterem wird er vermutlich Daniel Schürhoff meinen, der ja - wie Günter Brangenberg und Sabine Rollwagen - für die Kandidatenliste gewählt wurde.

Eine erneute Anfrage bei Andreas Brausen mit der Bitte um Konkretisierung läuft.

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