Panne in der Vergabestelle bei LKW-Bestellung

DORTMUND Das vor einem Jahr neu eingerichtete Vergabe- und Beschaffungszentrum der Stadt geht mit solch einem Feuereifer an die Arbeit, dass die Feuerwehr beinahe Parkplatzprobleme auf ihrem Gelände bekommen hätte. Die städtischen Rechnungsprüfer mussten die Notbremse ziehen.

von Von Gaby Kolle

, 30.01.2009, 20:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Polizei konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Verwaltungsgebäude und das Lager verhindern.

Die Polizei konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Verwaltungsgebäude und das Lager verhindern.

Der eifrige Mitarbeiter beim Beschaffungszentrum aber las daraus etwas anderes. Er notierte handschriftlich: „durchschnittlich 12 Fahrzeuge pro Jahr“ – und schrieb 48 LKW für die Feuerwehr aus, je 22.700 €, macht zusammen 1,0896 Mio. €. Wegen der hohen Auftragssumme haben die städtischen Revisoren noch einmal nachgerechnet – und stießen auf den offensichtlichen Fehler. Aber sie hatten an der Ausschreibung noch mehr zu monieren: Dass die Fahrerkabine bei der Beurteilung der Qualität eines Fahrzeugs mit 25 Prozent zu Buche schlägt, aber der Spritverbrauch nur mit einem Prozent. Und das obwohl es einen Beschluss des Umweltausschusses gibt, bei Beschaffungen für den städtischen Fuhrpark neben dem Preis auch umweltbezogene Qualitätskriterien zu berücksichtigen sind.

Die falsche Zahl von 48 Fahrzeugen sei ein „Kommunikationsfehler“ zwischen der Feuerwehr und dem Vergabe- und Beschaffungszentrum gewesen, so Stadtsprecher Hansi Skupsch auf RN-Nachfrage: „Doch die Sicherheitsmechanismen haben hier gegriffen. Der Stadt ist kein Schaden entstanden.“ Die Ausschreibung wurde nach den Feststellungen der Rechnungsprüfer am 25. September 2008 aufgehoben. Und auch die Gewichtung der Qualitätskriterien wird bei der nächsten Ausschreibung verschoben – zugunsten des Spritverbrauchs.

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