Repressionen, Druck und Sperrungen: Neues Konzept soll Parkchaos bei BVB-Spielen beenden

rnVerkehr in Dortmund

Chaos rund ums Stadion gehört bei BVB-Spielen oft dazu. Das soll sich ändern. Nun gibt es Details zum neuen Konzept, das sowohl Anwohner als auch Gäste entlasten soll.

Schönau, Brünninghausen

, 05.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie parken auf Bürgersteigen, Gartenwegen, in privaten Einfahrten und Rettungswegen: Bei Heimspielen des BVB herrscht rund um den Signal Iduna Park immer wieder Verkehrschaos. Das soll bald der Vergangenheit angehören.

Ordnungs- und Rechtsdezernent Norbert Dahmen hat am Dienstag (4. 2.) erstmals Einzelheiten zu einem neuen Konzept vorgestellt. „Wir müssen mehr auf Repression setzen und den Kontrolldruck erhöhen. Zudem brauchen wir Sperr- und Verkehrsleitkonzepte“, sagte er in der Sitzung der Bezirksvertretung Hombruch.

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In Absprache mit anderen Bereichen innerhalb der Verwaltung sei vor zwei Wochen ein Auftrag auf den Weg gebracht worden, der nun beim Tiefbauamt liege. Im Januar habe die Verwaltungsspitze laut Dahmen die Frage diskutiert: „Wie können wir rund um das Stadion großräumig sperren und wie können wir die Verkehrsströme anders leiten?“

Es könnte Kontroll-Sektoren rund ums Stadion geben

Denkbar wäre nun also, dass Straßen oder ganze Stadtteilbereiche gesperrt werden. Wie genau das passieren soll und vor allem wann, konnte Dahmen noch nicht sagen: „Das Ziel ist, das Konzept so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen.“

Die Lösung dürfe nicht nur für den Stadtbezirk Hombruch gesehen werden, wo die Lage besonders akut ist, sondern für ganz Dortmund.

Möglich wäre beispielsweise, dass der Bereich rund um das Stadion in sechs Sektoren aufgeteilt wird, in denen mehrere Mitarbeiter der Stadt kontrollieren.

Repressionen, Druck und Sperrungen: Neues Konzept soll Parkchaos bei BVB-Spielen beenden

Zuletzt hat die Stadt Dortmund verstärkt in Schönau kontrolliert. Beim Spiel gegen Union Berlin sind 240 Knöllchen verteilt und 24 Autos abgeschleppt worden. © Oliver Schaper (Archiv)

Während beispielsweise im Kreuzviertel eher auf die Kontrolle falsch parkender Autos gesetzt werden dürfte, könnten Straßen im Hombrucher Stadtteil Schönau an Spieltagen mit mobilen Schranken oder Flatterbändern gesperrt werden.

Bei der letzten Auflage des Festi Ramazan habe man mit der Sperrung der Fritz-Scherer-Straße gute Erfahrungen gesammelt, so Dahmen. Während des Events durften nur Anwohner in die Straße einfahren.

Sobald das Konzept steht, muss die Politik darüber entscheiden. Denn zur Durchführung braucht das Tiefbauamt neues Personal – und das kostet Geld.

Gegen Union Berlin verteilte die Stadt 240 Knöllchen

Auch beim jüngsten Heimspiel des BVB am Samstag (1. 2.) gegen Union Berlin war das Ordnungsamt rund um den Signal Iduna Park im Einsatz. Die Bilanz: 24 abgeschleppte Autos und 240 Knöllchen.

Schwerpunkt war dieses Mal laut Stadtsprecher Christian Schön auch der Bereich Schönau.

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So kreativ parken BVB-Fans

Beim Spiel gegen Düsseldorf war wieder Chaos angesagt: Tausende Fußballfans suchten zum Spiel des BVB einen Parkplatz in der Nähe des Signal Iduna Parks. So auch im Stadtteil Schönau. Einige sind auf kreative Ideen gekommen.
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In der Straße Am Talenberg im beschaulichen Stadtteil Schönau gibt es einen schönen kleinen Platz. Meistens wächst hier Gras, doch alle zwei Wochen sprießen für vier Stunden auch Autos aus der Erde. Dann blühen Sorten wie Honda oder Ford, mit ganz außergewöhnlichen Arten. Auf diesem Foto zum Beispiel zu sehen: Autos von der Ostsee und aus Luxemburg. © Oliver Schaper
Auch das Stück Wiese zwischen Schönaustraße und Am Kucksberg wird von Autos zugepflastert. Gut zu sehen ist das weiße Schild, das zeigt, dass hier eine Halteverbotszone ist. Sieht man aus dem Rückspiegel aber nur schlecht. Schlecht ist auch, dass zwar zwei Straßen nach Schönau reinführen, aber alle Fans aus einer einzigen Straße wieder rausmüssen.© Oliver Schaper
Der ehemalige BVB-Profi Rolf Rüssmann hat mal gesagt: "Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt." Das Credo gilt noch heute, leicht abgewandelt, und vor allem für Autofahrer. Unterhalb der Schnettkerbrücke hat sich innerhalb einer Halteverbotszone ein großer Parkplatz entwickelt. Evolution mal anders.© Oliver Schaper
In der Uferstraße, an der Ecke zum Diekmüllerbaum, machte dieses Fahrzeug den kompletten Bürgersteig zu seinem Parkplatz. Da konnten die zwei Mitarbeiterinnen vom Ordnungsamt kein Auge mehr zudrücken. Der Abschleppdienst kam und brachte den SUV an einen besseren Ort. Die Anwohner loben die Stadt: "Wenn man das Ordnungsamt ruft, kommen auch Mitarbeiter raus."© Oliver Schaper
Das Ende der Straße Am Talenberg mündet unterhalb der Schnettkerbrücke. Diesen Bereich dürfen eigentlich nur Anlieger und Fahrradfahrer befahren. Wie Fahrräder sehen die Vehikel auf dem Rasen aber nicht aus. Parken ist dort erst recht nicht vorgesehen. Irgendwo wollen die 80.000 Fans, die zum Spiel des BVB gehen, ihren Wagen abstellen.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt. An manchen stellen kommt man dann mit einen Kinderwagen oder Rollator kaum vorbei.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt - auch unterhalb der Schnettkerbrücke.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt. Auch dieser BMW aus Belgien machte es ich auf einem Bürgersteig gemütlich.© Oliver Schaper
Beim Spiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am 7. Dezember war der Dortmunder Stadtteil Schönau wieder zugeparkt.© Oliver Schaper

„Im Wesentlichen decken sich die dort gewonnenen Erkenntnisse mit denen aus den zurückliegenden Bereichen“, so Schön. Die Parksituationen in den Straßen Diekmüllerbaum und Schönaustraße konnten demnach als „relativ entspannt“ bezeichnet werden.

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Während es am Diekmüllerbaum 15 Knöllchen und 8 abgeschleppte Autos gab, wurde in der Schönaustraße kein Wagen abgeschleppt. Allerdings wurden 58 Strafzettel verteilt, davon alleine 44 auf der Schotterfläche unterhalb der Schnettkerbrücke am Ende der Schönaustraße.

Die Autos parken noch falsch – jetzt aber woanders

Eine wichtige Erkenntnis: Durch den „Vollzugsdruck“ der Stadt habe sich das Verhalten der Autofahrer verändert – sie parken nun woanders. „Schwerpunkte“, so Christian Schön, „sind aktuell die Straßen Krückenweg (14 Verwarnungen), Rosemeyer Straße (43) oder Wittekindstraße (51)“.

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Die beobachtete Verlagerung decke sich übrigens mit Aussagen von Anwohnern. Demnach habe sich das Parkverhalten gebessert, teilt Christian Schön mit.

Die Schwerpunkte für die nächsten Kontrollen werden variiert, um weitere Verlagerungen zu verhindern.

In Schönau ist es demnach ruhiger geworden. Rund um die Fritz-Kahl-Straße in Brünninghausen war es aber wieder voll, wie Anwohner Dirk Balshüsemann berichtet: „Es ging sogar soweit, dass ein Fußballfan beim Wenden auf einer Privateinfahrt mich mit seinem Auto anfuhr und sich dann aus dem Staub machen wollte, von anderen wurde man angepöbelt.“

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