Parkchaos rund um die Hainallee: Bürger kritisieren Konzept und wollen mehr Anwohnerplätze

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Nachdem 2013 ein erster Anlauf gescheitert war, soll jetzt auch das Wohngebiet rund um die Hainallee mit Anwohner-Parklizenzen ausgestattet werden. Und was sagen die Bürger? Ja, aber . . .

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, 12.07.2019, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Udo Dammer, Bezirksbürgermeister in der östlichen Innenstadt, ließ keine Zweifel aufkommen: „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie“, stellte Dammer gleich zu Beginn der Dialog-Veranstaltung am Donnerstagabend (11. Juli) im Hansmann-Haus klar.

Sollte heißen: Die Parklizenzen für das heillos überlastete Gebiet zwischen Ruhrallee, Märkischer Straße/Stadewäldchen, B1 und S-Bahn-Haltestelle Stadthaus kommen in jedem Fall - die Südbad-Parkplätze ausgenommen. Die gut 100 Besucher hörten es mit gemischten Gefühlen: Einen Befreiungsschlag versprechen sie sich nicht – ein wenig Entlastung schon.

Parkchaos rund um die Hainallee: Bürger kritisieren Konzept und wollen mehr Anwohnerplätze

Der Konzeptentwurf für das Quartier „Hainallee“. © Sauerland

Die 1.287 legalen Stellplätze reichen schon für die 1.650 gemeldeten Autos der Anwohner kaum aus. Verschärft wird die Konkurrenz durch Beschäftigte ansässiger Unternehmen und weiterer Fremdparker, die ihre Wagen unter anderem rund um die Haltestelle Markgrafenstraße abstellen und in die Stadtbahn steigen. Vor allem in Spitzenzeiten zwischen 10 und 11 Uhr sind die Plätze in dem 3.400 Einwohner starken Gebiet rund um die Hainallee zu 102 Prozent ausgelastet, stellt die Stadt in ihrer Untersuchung fest. Heisst: Es wird illegal geparkt.

„Jetzt sind wir wieder die Dummen."

Das soll sich ändern. Die Stadt hat Straße für Straße seziert. Ergebnis: 496 Stellplätze sollen allein für Anwohner reserviert werden. 371 Plätze bleiben für alle offen. Auf weiteren 264 Plätzen dürfen Autos mit Parkscheibe bis zu drei Stunden stehen. An den restlichen 27 Plätzen gibt es Parkscheinautomaten. Anwohner, die sich für 30,70 Euro/Jahr eine Lizenz kaufen, dürfen auf allen Plätzen parken.

Aber der Teufel steckt im Detail. Etliche Bürger, die „Am Knappenberg“, in der Wallrabestraße sowie in Nähe der Continentale wohnen, kritisierten die Parkraumverteilung. Sie wünschen mehr Anwohner- und weniger freie Stellplätze. Beispielhaft die Wortmeldung einer Anwohnerin aus der Hainallee: Sie sei bei Betrachten des Plans „mehr als schockiert“ gewesen. Durch die Ansiedlung der Freseniusschule habe sich die Lage in der südlichen Hainallee nochmals verschärft. „Jetzt sind wir wieder die Dummen“, schimpfte sie.

Parkchaos rund um die Hainallee: Bürger kritisieren Konzept und wollen mehr Anwohnerplätze

Gut 100 Anwohner aus dem Gebiet rund um die Hainallee disktutierten beim Bürgerdialog über die geplanten Parklizenzen. Die Stimmungslage war gemischt. © Beushausen

Zwar herrscht auch im südlichen Bereich des Lizenzgebietes hoher Parkdruck – aber immer noch weniger als im nördlichen. Weshalb die Verwaltung im Süden deutlich weniger Anwohner- , dafür aber mehr offene Plätze ausweist. Die Bürger sehen das skeptisch. Stadtplaner Andreas Meißner versprach, nachzujustieren. Applaus fuhr Petra Statschik aus der Wallrabestraße mit ihrem Vorschlag ein, Fremdparkern die Park+Ride-Plätze am Remydamm schmackhaft zu machen, um von dort aus mit einem Ein-Euro-Ticket in die City zu fahren. Problem: Herr über die ÖPNV-Tickets sind nicht die Dortmunder Stadtwerke, sondern der VRR.

„Das Konzept kann nicht aufgehen"

Applaus erntete aber auch ein Anwohner der Meißener Straße. „Ich bin dafür, das ganze Konzept über den Haufen zu werfen.“ Er habe kein Problem, wenn sich während seiner Abwesenheit ein Fremdparker auf den Platz stelle. „Aber wenn ich abends nach Hause komme, steht dort nicht mehr der Fremdparker, sondern ein Anwohner. Das Konzept kann nicht aufgehen."

Die Wirksamkeit der Parklizenzen steht und fällt mit Kontrollen. Dass kontrolliert wird, daran ließ Uwe Oberste, Mitarbeiter der städtischen Verkehrsüberwachung, keine Zweifel. Wie häufig, musste er offenlassen. Pro Schicht gebe es zwei motorisierte Teams - fürs gesamte Stadtgebiet. „Wir können nicht immer überall sein.“ Im vierten Quartal sollen die Parklizenzen von der Politik beschlossen und nach Wunsch von Bezirksbürgermeister Dammer vor der Sommerpause 2020 eingeführt werden.

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