Das neue Tedi-Parkhaus ärgert die Anwohner: „Hässlich und zu viel Lärm“

rnTedi-Parkhaus

Das neue Tedi-Parkhaus zwischen Brackel und Asseln beschäftigt weiterhin die Anwohner. Obwohl es den Parkdruck in den Nebenstraßen senkt, gibt es auch einige negative Aspekte.

Brackel

, 10.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jede Menge Lärm gehe vom neuen Tedi-Parkhaus am Brackeler Hellweg zwischen Brackel und Asseln aus. Das ist der Hauptvorwurf, den Andrea (55) und Markus (57) Bussmann erheben. Das Ehepaar wohnt seit fünf Jahren an der kleinen Straße In den Erlen, die gegenüber dem neuen Parkhaus liegt. „Wenn wir gewusst hätten, was auf uns zukommt, wären wir niemals hier hingezogen“, sagen sie.

Problem sei, dass das Parkhaus keinesfalls, wie früher einmal behauptet, den Lärm, der vom Firmengelände komme, abhalte. Besonders nervig seien die Geräusche, die beim Be- und Entladen der Lkw entstehen. Wahrscheinlich müssen die Gabelstapler über eine Art Ladebrücke aus Metall, die bei jedem Drüberfahren laut scheppere, vermuten die Anwohner. Von morgens um 5 bis abends um 23 Uhr sei dieses Geräusch zu hören. „Ich kann meinen Schlafrhythmus doch nicht dem Arbeitstakt von Tedi anpassen“, sagt Andrea Bussmann.

Tedi hat Lärmschutzwand abgerissen

Eine Lärmschutzwand, die früher solche Art von Lärm hervorragend abgehalten habe, hatte Tedi mit Beginn des Parkhaus-Baus abgerissen. „Meines Wissen war diese Lärmschutzwand irgendwann Grundvoraussetzung für die Erlaubnis für Tedi, dort ihre Zentrale zu errichten“, sagt Andrea Bussmann“, „wieso darf das Unternehmen die jetzt einfach abreißen?“ Und selbst wenn irgendwann der Lärmschutz wiederhergestellt sei: „Fast ein Jahr lang mussten wir jetzt mit dem Lärm leben.“ Insgesamt sollte ein Unternehmen wie Tedi doch daran interessiert sein, gut mit den Nachbarn auszukommen.

Die Tedi-Zentrale hat am Brackeler Hellweg ein großes Parkhaus für die Mitarbeiter errichtet

Die Tedi-Zentrale hat am Brackeler Hellweg ein großes Parkhaus für die Mitarbeiter errichtet. © Andreas Schröter

Über Sprecherin Aline Grund reagiert Tedi folgendermaßen auf die Vorwürfe: „Aktuell befinden wir uns hinsichtlich des Parkhausbaus in den finalen Zügen. Der zweite Abschnitt des Objekts wird im Frühjahr dieses Jahres fertiggestellt. Anschließend an die Bauabnahme wird eine Verkleidung des Parkhauses vorgenommen. Die geplante Fassade bietet nicht nur ästhetische, sondern auch funktionelle Vorzüge in puncto Sichtschutz.“ In einer früheren Stellungnahme erklärte Tedi auch, dass das fertige Parkhaus auch die Lärmschutzwand dann ersetzen werde.

Des Weiteren, so heißt es jetzt weiter, arbeite das Unternehmen an einem optimalen Beleuchtungskonzept, bei dem sowohl die Bedürfnisse der Mitarbeiter als auch die der Anwohner berücksichtigt werden sollen. Und weiter: „Ungeachtet dessen können wir versichern, dass das Bauprojekt allen relevanten Bauanträgen und Genehmigungen entspricht, die in Abstimmung mit der Stadt Dortmund und der Feuerwehr vereinbart wurden.“

„Ich bin froh, es nicht von meiner Wohnung sehen zu müssen“

Einer, der sich in früheren Jahren immer wieder massiv für eine Möglichkeit für die Tedi-Mitarbeiter eingesetzt hatte, ihre Autos auf dem Firmengelände abstellen zu können, ist Anwohner Rüdiger Knievel. Ohne diese Möglichkeit seien Straßen wie Welschenacker, Balsterstraße und Hasenroth ständig zugeparkt. Heute, da das Parkhaus steht und in Gebrauch ist, sagt Knievel: „Das Parkhaus hat die Nebenstraßen schon sehr entspannt. Allerdings hat wohl niemand damit gerechnet, dass Tedi ein dermaßen großes und rein äußerlich hässliches Parkhaus erstellen lässt. Ich bin froh, es nicht von meiner Wohnung sehen zu müssen.“

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Die Bussmanns sind noch in anderer Hinsicht gebeutelt. Zwischen ihrem Grundstück und dem Tedi-Gelände verläuft der viel befahrene Brackeler Hellweg mit einer Stadtbahn, die alle paar Minuten kommt. Es gebe in unmittelbarer Nähe eine kleine Senke. Und immer wenn die Stadtbahn sie passiere, werde es sehr laut. Das habe sich noch verstärkt, seitdem die drei Meter hohe Hecke entfernt worden sei, die ihr Grundstück vom Hellweg getrennt habe.

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Diese Maßnahme, der die Bussmanns zugestimmt haben, war eine Vorbereitung für den viel diskutierten zweigleisigen Ausbau des Hellwegs, der demnächst beginnen soll und ebenfalls unmittelbar vor dem Grundstück der Bussmanns vonstatten gehen wird.

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