Parkhaus Westentor ist ein Sanierungsfall: Bis Ende 2019 geschlossen

Betonschäden

Schäden im Stahlbeton, schlechter Brandschutz: Das Parkhaus am Westentor ist ein Sanierungsfall. Autofahrer haben über Jahrzehnte einen Schädling hineingefahren.

Dortmund

, 01.10.2018, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Parkhaus Westentor ist ein Sanierungsfall: Bis Ende 2019 geschlossen

Das Parkhaus Westentor ist bis Ende 2019 geschlossen. © Peter Bandermann

Mit 6,6 Millionen Euro müssen die Stadt Dortmund und der Spar- und Bauverein das 34 Jahre alte Parkhaus am Westentor sanieren. Die Anlage mit über 500 Parkplätzen gehört zu den größten Dortmunder Parkhäusern. An ihr nagt der „Zahn der Zeit“: Über Jahrzehnte konnten von Autofahrern hineintransportierte Nässe und Streusalz in die Böden eindringen und den Stahlbeton beschädigen. In einigen Bereichen ist Material auf den Boden gefallen.

ADAC-Note „mangelhaft“

Das Dortmunder Spezialbauunternehmen Köchling saniert die Substanz und modernisiert die gesamte Anlage. Der ADAC hatte dem Parkhaus bereits die Note „mangelhaft“ gegeben. Nach den bis Ende 2019 dauernden Bauarbeiten soll die Anlage mit der Zufahrt an der Schmiedingstraße am Westentor für Autofahrer besonders attraktiv sein:

  • Die acht Ebenen erhalten jeweils eine eigene Farbe
  • Bessere Orientierung in dem verschachtelten Bau
  • Breitere Stellplätze in Komfort-Parkboxen
  • Die intelligente Lichtanlage arbeitet im Stromsparmodus
  • Ladestationen für Elektroautos
  • Videoanlage für mehr Sicherheit
  • Moderner Brandschutz
  • Neue Lüftungs- und Sprinkleranlage
  • Komplett neue Elektroinstallationen

Mit Kernbohrungen musste das auf Stahlbeton spezialisierte Dortmunder Traditions-Unternehmen Köchling die Substanz untersuchen und den Korrosionsgrad ermitteln. Wo Nässe und Streusalz in das Material eindringen konnten, ist das Material zersetzt worden. Rost nagte an den Stahlstreben. Beim Klopftest klingt das Material hohl. Einige Parkplätze sind gesperrt worden, weil die Substanz stark beschädigt war.

Um solche Schäden zu vermeiden, erhält der neue Boden eine Schutzschicht, wie sie in modernen Parkhäusern üblich ist. „Früher hat man da nicht so drauf geachtet“, sagte Peter Westermeyer vom Fachbereich Liegenschaften der Stadt Dortmund.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Parkhaus Westentor bis ende 2019 geschlossen

Das Parkhaus am Westentor wird saniert. Die Bauarbeiten dauern bis Ende 2019.
01.10.2018
/
Das Parkhaus Westentor ist bis Ende 2019 geschlossen.© Peter Bandermann
Stellenweise sind Schäden bereits ausgebessert worden. Auf Dauer reichen diese Ausbesserungen nicht aus.© Peter Bandermann
Anlagen sind bereits demontiert worden. Hier stand einmal eine Schranke.© Peter Bandermann
Franz-Bernd Große-Wilde ist Vorstandsvorsitzender des Spar- und Bauvereins.© Peter Bandermann
Simon Kinz ist Geschäftsführer der Stadt-Tochter "DoPark". DoPark betreibt das Parkhaus am Westentor.© Peter Bandermann
Christoph Köchling vor einer Decke aus Stahlbeton, die über Jahrzehnte durch einsickernde Feuchtigkeit und Salz beschädigt worden ist.© Peter Bandermann
Aus 3 mach 2: Mit 6,60 Metern für drei Pkw sind die Parkboxen knapp bemessen. Auf einigen Komfort-Stellplätzen stehen nach der Modernisierung dann nur zwei Pkw.© Peter Bandermann
Über Jahrzehnte sind solche Schäden entstanden.© Peter Bandermann
Typisches Schadensbild, wo Autos parken: Nässe und Salz dringen in den Boden ein und lockern das Material auf.© Peter Bandermann
Das Parkhaus bietet Platz auf 12.500 Quadratmetern.© Peter Bandermann
Die Stadt Dortmund und der Spar- und Bauverein modernisieren alle technischen Anlagen.© Peter Bandermann
Blick auf einen Parkplazt im Parkhaus Westentor.© Peter Bandermann
Blick in das Parkhaus Westentor.© Peter Bandermann
Mit 6,6 Millionen Euro sanieren die Stadt Dortmund und der Spaar- und Bauverein das Parkhaus. Vor allem der Brandschutz kostet viel Geld.© Peter Bandermann

Da die Stadt und der Spar- und Bauverein etwa 70 Parkboxen in Komfort-Parkplätze umwandeln, sinkt die Zahl der Parkplätze insgesamt deutlich. Von den aktuell 500 Parkplätze sollen knapp über 400 übrig bleiben. Öffentlich vermietet wurden bisher ohnehin nur etwa 370 – alle anderen Stellplätze nutzten Mieter und Mitarbeiter des Spar- und Bauvereins. Die Stadt-Tochter „DoPark“ betreibt das Parkhaus auch nach den Bauarbeiten. Geschäftsführer Simon Kinz kündigte eine Preiserhöhung an. Die genauen Parkpreise stehen noch nicht fest.

Die Parkplatzsuche im Advent

Während der Bauarbeiten fehlen in der Innenstadt rund 500 Parkplätze. Vor allem in der Adventszeit verschärfe das die Suche nach einem Parkplatz, sagte Simon Kinz. DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth winkt mit dem Nahverkehrs-Fahrplan: „Im Weihnachtsgeschäft wird es auch in unseren Bussen und Bahnen kuschelig, aber ein paar Fahrgäste mehr können wir verkraften.“ Die großen Park & Ride-Parkplätze am Hauptfriedhof und am Remydamm sind allerdings an den Adventssamstagen ausgelastet.

Weniger Autos in den Innenstädten

Simon Kinz sieht dennoch kein großes Verkehrs-Chaos auf Dortmund zurollen: „Wie in allen deutschen Großstädten geht auch in Dortmund die Zahl der Pkw-Fahrten in die Innenstadt leicht zurück.“

Der Spar- und Bauverein ist eine seit 125 Jahren bestehende Genossenschaft. Das Wohn- und Geschäftshaus ist 1979 errichtet worden. DoPark betreibt sechs Parkhäuser bzw. Tiefgaragen in der Dortmunder Innenstadt.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt