Parkplätze am Klinikum sollen Geld bringen

Schützen- und Beethovenstraße

Bislang können Besucher und Mitarbeiter des Klinikums Nord ihre Wagen kostenlos auf der Parkfläche rund um die Schützen- und Beethovenstraße abstellen. Damit ist es bald vorbei: Die Stadt und das Klinikum brauchen Geld und wollen parkende Autofahrer künftig zur Kasse bitten. Wir verraten, um wie viel Geld es geht.

DORTMUND

, 08.05.2017, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Parkplätze am Klinikum sollen Geld bringen

Die Suche nach Parkplätzen vor der Unfallklinik gestaltet sich oft als langwierig.

Im Liegenschaftsamt erinnert man sich an einen scheinbar längst vergessenen Beschluss des Rates aus 2009. Der hatte damals in Zusammenarbeit mit der Verwaltung nach Einnahmequellen für den maroden Stadt-Haushalt gesucht – und war am Klinikum in der Nordstadt fündig geworden.

Warum sich die Stadt acht Jahre Zeit gelassen hat, den Ratsbeschluss zur Bewirtschaftung der knapp 300 Plätze umzusetzen, ist offen. Jetzt jedenfalls soll es soweit sein: Klinikum und Stadt suchen über ein Wettbewerbsverfahren einen Betreiber für die Anlage. Er muss aus den Einnahmen Kassensysteme, Schranken und Videoüberwachung installieren, die Kosten für Tiefbauarbeiten und Winterdienst finanzieren und einen Teil der Pacht abführen.

200 Parkplätze gehören der Stadt

200 der insgesamt 300 Parkplätze gehören der Stadt, die anderem dem Klinikum. Entsprechend werden am Ende eines Jahres auch die Einnahmen aufgeteilt: Das meiste Geld, rund 116.000 Euro/Jahr, fließt der Stadt zu und soll einen kleinen Beitrag für den chronisch defizitären Haushalt leisten. Insgesamt rechnet die Stadt mit Einnahmen von rund 273.000 Euro.

Dabei ist die Verwaltung von einem pauschalen Preis von 2 Euro ausgegangen, unabhängig von der täglichen Parkdauer. Vorerst jedenfalls. Als zuständiges Gremium kann der Rat die Preise künftig auch anheben, wie die Verwaltung in ihrem Papier für die Politik deutlich macht. Natürlich können die Beschäftigten des Klinikums die Stellplätze weiter nutzen.

Personal soll zahlen

Aber dann müssen sie dafür zahlen: 40 Euro/Monat sehen Stadt und Klinikum als „angemessen“ an. Dabei sollen sich die Mitarbeiter den Parkraum mit Klinikbesuchern teilen: Extra reservierte Stellplätze für die Beschäftigten soll es ausdrücklich nicht geben.

Um den Verkehr zu entzerren, werden Ein- und Ausfahrt getrennt. Die Einfahrt soll nördlich kurz vor der Einmündung in die Beethovenstraße angelegt werden, die Ausfahrt weiter südlich. Im Tiefbauamt ahnt man, welche Folgen die Einführung von Parkpreisen haben könnte: Klinikbesucher könnten dazu übergehen, ihre Wagen in den angrenzenden Straßen abzustellen – was den Parkdruck erhöht und das Aufstellen von Verbotsschildern notwendig machen könnte.

Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder kennt den damaligen Ratsbeschluss aus 2009. „Begeistert sind wir nicht“, sagt er auf Anfrage. Er weist darauf hin, dass die Stellplätze auch von Besuchern im Fredenbaumpark genutzt würden. Für sie könnte als Alternative die Stellfläche am Mendesportplatz im Westerholz in Betracht kommen. „Aber dann muss die Stadt auf diese Möglichkeit auch aufmerksam machen und entsprechend ausschildern“, sagt Jörder.

Vor zehn Jahren errichtete das Klinikum am Standort Mitte das Logistikzentrum samt Parkhaus mit über 500 Plätzen und Einfahrt ab Hohe Straße. Das Parken dort kostet 1 Euro pro Stunde (7-19 Uhr) und maximal 6 Euro. Übrige Zeit: Maximal 4 Euro.

 

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