Parkplatznot durch Berufskollegs am U macht Stress im Unionviertel

rnParkplätze am U

Das Wohnsiedlung an der Heinrich-Wenke-Straße verfügt über großzügige Parkflächen. Trotzdem gibt es Stress um die Parkplätze. Der neue Berufsschulkomplex am U ist daran nicht schuldlos.

Unionviertel

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Citynah, gut angebunden und trotzdem ruhig wohnen die Menschen in der von Grünanlagen und Spielplätzen durchzogenen Wohnanlage an der Heinrich-Wenke-Straße. Trotzdem klagen die Anwohner. Sie finden nämlich trotz reichlich vorhandener Parkflächen oftmals keinen Platz für ihr Auto.

„Seit etwa zwei Jahren geht das hier so“, sagt eine Mieterin der Vivavest Wohnen GmbH; ihren Namen möchte sie nicht nennen. „Schon morgens findet man keinen Parkplatz mehr.“ Sie zeigt auf die vielen auswärtigen Kennzeichen. „Alles junge Leute“, sagt sie. Wenn man die Fremdparker anspreche, würden manche noch frech.

Wohnungsgesellschaft hat reagiert

„Die Problematik ist uns bekannt“, erklärt Vivavest auf Anfrage. Eine Kundenberaterin habe sich die Situation vor Ort angesehen und sich einen Überblick verschafft. „Tatsächlich kommt es seit der Eröffnung des Berufsschulkomplexes zu Parkengpässen, da die Schüler die Parkplätze in der Siedlung nutzen“, so Katrin Lamprecht von der Vivavest Unternehmenskommunikation.

Deshalb wurden Schilder aufgestellt, um das Parken zu regeln. Sie weisen jetzt alle paar Meter unübersehbar darauf hin, dass die Stellplätze privat und den Anwohnern vorbehalten sind. „Fremdfahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt“, ist zu lesen. Für viele offenbar nicht mehr als eine leere Drohung, wie Mieter Ralf Baumüller schildert: „Da kümmert sich keiner drum“, sagt der Anwohner. „Die Berufsschüler parken hier alles zu.“

Mehr als 6000 Schüler

Mehr als 6000 Schüler und 240 Lehrer sind seit 2016 in dem riesigen Schulkomplex neben dem U-Turm untergebracht. Viele kommen mit dem Auto, das Parkhaus am U ist für die meisten aus Kostengründen (Tageskarte 5 Euro) keine Lösung. Die Stadt teilt mit, die „angespannte Parksituation“ sei bekannt. Sie verweist auf das Parkhaus, setzt als Lösung aber vor allem auf öffentliche Verkehrsmittel. Das aber hilft den Anwohnern nicht weiter.

Für sie soll es eventuell eine andere Lösung geben: Der Rat der Stadt hat die Verwaltung beauftragt, auch für das Gebiete rund um das Dortmunder U und die Ritterstraße eine Bewohnerparkzone zu prüfen. Die erforderliche Parkraumuntersuchung ist für die zweite Jahreshälfte 2019 vorgesehen, teilt Stadtsprecher Christian Schön mit. „Eine Umsetzung ist aber frühestens Ende 2020 realistisch.“

Bislang gibt es keine Parkausweise

Eigene Parkausweise für die Mieter an der Heinrich-Wenke-Straße gibt es bislang nicht. Ein Problem bei der Durchsetzung des Parkrechts auf den Privatflächen besteht darin, dass der Wohnungsbestand der Siedlung nicht in einer Hand ist. Vivavest bewirtschaftet in der Wenke-Straße 36 Wohnungen. 66 gehören zum Bestand der Dogewo21, und es gibt noch weitere Eigentümer.

Für die Mieter besteht keine feste Parkplatzzuordnung. Maßnahmen könnten sie „nur in enger Abstimmung mit den anderen Eigentümern durchführen“, erklärt Vivavest. Bei der Dogewo allerdings seien bislang keine nennenswerten Beschwerden angekommen, so das Unternehmen. Die betreffenden Wohnungen liegen allerdings auch etwas weiter hinten.

Parkplatznot durch Berufskollegs am U macht Stress im Unionviertel

Das Einkaufszentrum an der Unionsstraße lässt die Parkplatzbewirtschaftung von „Fair Parken" regeln. © Susanne Riese

Das an der Ecke Unionsstraße/Rheinische Straße liegende Einkaufszentrum allerdings hat aus dem Parkproblems im Viertel bereits Konsequenzen gezogen. Schilder regulieren die Parkzeit für Kunden. Maximal zwei Stunden dürfen die Pkw auf der Parkscheibe haben. Andernfalls droht eine Vertragsstrafe von 24,90 Euro. Und anders als bei den Anwohnerparkplätzen werden diese Flächen durch den Dienstleister „Fair parken“ kontrolliert.

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