Party-Absage wegen Corona - Welche Rechte Verbraucher haben

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Auf welchen Kosten bleibt man hängen, wenn eine Feier ausfällt? Was ist, wenn es einen Coronafall unter den Gästen gibt? Einen Überblick, was Verbraucher jetzt wissen müssen.

Dortmund

, 14.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 7-Tage Inzidenz in Dortmund hat den wichtigen Grenzwert von 35 übertroffen. In den kommenden Tagen droht auch ein Erreichen der Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Wenn ein Grenzwert erreicht wird, greifen noch härtere Corona-Bestimmungen.

Dortmunds Event-Planer und Caterer berichten von regelmäßigen Absagen von Hochzeiten und anderen Feiern. Dennis Stolzenhoff von Stolzenhoff Catering spricht mittlerweile von Absagen mittlerweile als Tagesgeschäft, davon, dass seine Firma immer damit rechnen muss, dass eine Party kurzfristig wegen Corona ausfällt. Die meisten Caterer und Event-Planer reagieren kulant und kommen ihrem Kunden entgegen. Aber wie ist eigentlich die rechtliche Lage?

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Im Interview beantwortet Klaus Palenberg, Referent für Verbraucherrecht und Datenschutz bei der Verbraucherzentrale NRW, die wichtigsten Fragen.

Die Corona-Werte steigen unerwartet in die Höhe. Als Gastgeber einer Feier bekomme ich ein mulmiges Gefühl: Wie kurzfristig kann ich eine Party gegenüber dem Caterer oder Event-Planer absagen?

Das hängt davon ab, wie kurzfristig die Grenzwerte überschritten werden. Sobald der Gastgeber absehen kann, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss, sollte er sie auch absagen.

Kann mich der Caterer/Veranstalter zur Zahlung verpflichten, wenn ich wenige Tage vorher absage? Gibt es in dem Zusammenhang Fristen?

Feste Fristen sind uns in diesem Zusammenhang nicht bekannt. Deshalb sollte die Veranstaltung so früh wie möglich abgesagt werden.

Kann ich dagegen vorgehen, wenn der Event-Planer oder der Caterer Storno-Kosten verlangt - oder können nach meiner Absage noch unerwartete Kosten für mich als Gastgeber der Feier zukommen??

Das hängt insbesondere davon ab, ob vertraglich irgendwelche Storno-Kosten vereinbart worden sind. Verbraucher sollten unbedingt den Vertrag prüfen, ob es dort eine Storno-Regelung gibt. Fakt ist: Bei Stornierungen wegen Corona gibt es noch keine eindeutige Rechtsprechung.

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Wie ist es grundsätzlich bei einer Absage einer Feier: Gilt Corona als höhere Gewalt? Wozu sind Verbraucher verpflichtet, wenn es kurzfristig eine höhere Inzidenz gibt und sie eine Party gegenüber einem Veranstalter bzw. Caterer absagen?

Ja, Corona ist von der WHO als Pandemie eingestuft und damit ein Fall von höherer Gewalt. Das bedeutet, dass sich die gegenseitigen Verpflichtungen von Vertragspartnern ändern. Dementsprechend entfällt eine Haftung im Schadensfall, weil keine der Vertragsparteien die höhere Gewalt verschuldet.

Wenn die Inzidenz-Werte überschritten werden, dürfen größere Veranstaltungen nur noch auf der Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes stattfinden. Ohne ein solches darf der Veranstalter die Veranstaltung nicht ausrichten - und der Kunde oder Gast muss auch nicht dafür zahlen.

Im Hinblick auf die Absage an einen Caterer ist die Sache wiederum nicht ganz so eindeutig. Jedoch sind wir auch hier der Meinung, dass die Verbraucher ein für eine Veranstaltung bestelltes Catering bei einer Corona-bedingten Absage der Veranstaltung nicht zu bezahlen haben.

Wie ist es bei einer Corona-Erkrankung oder einem Quarantäne-Fall beim Brautpaar oder im engsten Umfeld des Brautpaares - Trauzeugen, Eltern oder Geschwister zum Beispiel? Genügt das als Absagegrund?

Leider gibt es dazu noch keine genaue Rechtsprechung. Ich denke, eine Erkrankung beim Brautpaar oder unter den Treuzeugen rechtfertigt eine Absage. Bei den Eltern oder anderen Verwandten wird eine Absage schwierig. Letztlich sind das Grenzfälle, wo man sich mit dem Caterer oder Event-Planer absprechen muss.

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