Der Nordeingang des Hauptbahnhof, der in den Tunnel und zu den U-Bahnen führt, hat momentan keine Scheiben. Das ist zwar so gewollt, andere Mängel jedoch wohl eher nicht.

von Johanna Eller, Isabelle vom Dahl

Dortmund

, 20.07.2018, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist grauenhaft, ich hoffe, es wird in nächster Zeit besser“, sagt Birgit Sainsbury über den Nordeingang zur U-Bahnstation Hauptbahnhof am Cinestar. Die 58-Jährige muss zweimal pro Tag auf dem Arbeitsweg den Nordeingang benutzen. Sie sagt, dass die Scheiben schon lange fehlen und auch die Wände nicht mehr geputzt werden.

Dass die Scheiben fehlen, ist Absicht, erklärt DSW21-Pressesprecherin Britta Heydenbluth: „Sie wurden aus Sicherheitsgründen demontiert.“ Verantwortlich dafür sind die großen Umbauarbeiten, die zur Zeit an der U-Bahnstation sowie am Hauptbahnhof laufen. So muss beispielsweise immer wieder „großes Gerät“ in die Tunnel gebracht werden.

Die U-Bahnsteige sollen von vier auf neuneinhalb Meter erweitert werden. Zudem sind neue Aufzüge und Treppenanlagen geplant. Durch die Umbauten soll die Verknüpfung von Fahr- und Verteilerebene barrierefrei werden. Der Umbau soll 37-Millionen-Euro kosten. Abschluss der Umbau- und Erweiterungsarbeiten ist voraussichtlich Ende 2019.

An die Gleise geht es mit dem Frachtenaufzug

Auch Christel Stark wünscht sich Veränderungen im Eingangsbereich. Jedoch hat sie vor allem noch ein anderes Problem. Die 79-jährige kommt mit ihrem Rollator nicht ohne Probleme zu den Gleisen. Dafür muss sie den Frachtenaufzug benutzen: „Ich musste dann in so eine komische Kiste“.

Dieses Problem fällt allerdings in den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn. Sie plant als Teil der Initiative „#1von150: Moderne Bahnhöfe für NRW“ verschiedene Veränderungen am Dortmunder Hauptbahnhof bis 2024. Darunter auch, wie bei der Stadtbahn, die barrierfreie Benutzung durch Aufzüge.

„Kein schönes Zeichen“

„Ich nehme es schon nicht mehr wahr, es gibt ja auch Schlimmeres“, sagt Andreas Rosin, der täglich den fensterlosen Eingang benutzt. „Es wird Zeit, dass die Bauarbeiten fertig werden. Es ist kein schönes Zeichen für die Stadt“, so der 54- Jährige. Die auswärtigen Freunde seines Sohnes würden Dortmund schon als „Ghetto-Town“ bezeichnen.

Die 60-jährige Erika Sondermann, die durch ihren beruflichen Außendienst sehr oft in Dortmund unterwegs ist, ärgert sich vor allem über die Vorgänge: „Es ist alles viel zu kompliziert, es wird vorher nicht vernünftig geprüft und das fällt dann zur Lasten von Steuergeldern“.

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