Zehntausende Menschen kamen zum Black Friday auf den Westenhellweg. © Felix Guth
Ansturm auf Westenhellweg

Passanten-Umfrage zum Black Friday: „Sehr gefährlich, auf jeden Fall“

Am Black Friday strömten Massen an Besuchern in Dortmunds City - unzählige Schnäppchen in den Läden lockten. Doch ganz wohl war so manchem Kunden bei der Shopping-Tour nicht.

Gegen 12.30 Uhr wird es zunehmend voll in Dortmunds Innenstadt. Es ist Black Friday, nahezu jedes Geschäft bietet Rabatte an. Bereits jetzt sind mehr als doppelt so viele Menschen auf dem Westenhellweg wie sonst – etwa 6000 innerhalb dieser Stunde, so der Dienst Hystreet.

Wir haben uns umgehört: Wer ist ausschließlich für den Black Friday gekommen? Wie groß sind die Bedenken, sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

„Ja, ich bin für den Black Friday in der Stadt“, sagt Josef Diril (38). „Meine Frau ist noch im Laden. Ich warte draußen, weil es für mich dann doch ein bisschen stressig ist mit den vielen Leuten.“ Er bleibe meist vor der Tür, weil draußen die Infektionsgefahr weniger hoch sei als im Geschäft.

Die nächsten Passanten lehnen unsere Umfrage alle ab, eine prall bepackte Frau liefert sogar eine Begründung: „Tut mir leid, keine Zeit – muss shoppen!“

„Keine Zeit, muss shoppen!“

Auch Lena Cocu (41) hat eigentlich keine Zeit für die Umfrage. „Jetzt schnell weg, bevor es richtig voll wird“, sagt sie. Sie habe einen beruflichen Termin in der Stadt gehabt, dann nur schnell die Chance genutzt, noch ein paar günstige Erledigungen zu machen.

Und die Ansteckungsgefahr heute? „Sehr gefährlich, auf jeden Fall. Es ist übertrieben voll, jeder hat Angst, dass die Geschäfte wieder zu machen, deshalb kommen sie noch mal schnell.“

Ein Paar ist extra aus Holland hergekommen. Aber nicht für den Black Friday, sondern den Weihnachtsmarkt. „Ich hab gar nicht daran gedacht, dass Black Friday ist, das ist ein bisschen dumm“, sagt Karin Dosis (53).

Und nur wenig später treffen wir zwei weitere Holländer, die ebenfalls für den Weihnachtsmarkt hergekommen sind. Die hohen Besucherzahlen durch den Black Friday stören sie aber nicht. „Ich bin geimpft, also habe ich keine Angst“, sagt der 24-jährige Lars.

Hingegen ausschließlich für den Black Friday gekommen ist Maximilian Gogolla (29). Eben hat er ein Paar Lederschuhe mit 30 Prozent Rabatt gekauft – beunruhigt durch die vielen Leute ist er nicht. „Ich bin geimpft, ich mach regelmäßig Sport; also ich schau schon, dass ich mich selber schütze. Höchstens macht man sich Sorgen um die anderen.“

Drei Stunden später

Zweiter Teil unserer Umfrage: gleiches Prinzip, drei Stunden später. Es ist noch wesentlich voller, etwa 8400 Passanten pro Stunde laut Hystreet.

Kristin Thalmann (24) hat schon ein paar Schnäppchen gemacht. Ob sie Angst vor den vielen Leute hat? „Doch, schon. Aber ich bin jetzt auch zweimal geimpft. Ich glaube, da ist einfach der Bedarf größer, dass man doch in die Stadt geht und nicht online shoppt. Da nimmt man das Risiko, das man eventuell hat, auf sich.“

Auch Familien sind in der Stadt, so wie Michael Riethmann (49) mit Tochter Lara (12). „Wir wollten einfach mal den Weihnachtsmarkt besuchen. Aber wir nehmen den Black Friday natürlich gerne mit und wollen gleich mal schauen, was es so für Angebote gibt“, so der Vater.

Beunruhigt wegen der vielen Menschen? „Im Prinzip schon. Wenn man sich die Zahlen anguckt, die im Moment täglich aufgerufen werden, ist das schon bedenklich. Wir versuchen, die Regeln einzuhalten, Abstand zu halten, aber das ist natürlich relativ schwierig.“

So ganz wohl sei ihnen nicht – „aber was will man machen? Ein bisschen an der Gesellschaft teilnehmen will man ja schon.“

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