Pendler brauchen bis zu vier Stunden von Dortmund nach Münster

Regionalzüge verspätet

Pendler müssen trotz der Ferien sehr sehr stark sein: Oft sind Regionalzüge in und um Dortmund zu spät oder fallen aus. Das liegt nicht nur an Baustellen und Oberleitungsstörungen.

Dortmund

, 30.07.2018, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pendler brauchen bis zu vier Stunden von Dortmund nach Münster

In den vergangenen Wochen sind Regionalzüge in und um Dortmund oft zu spät oder fallen aus © dpa

Wenn man mit dem Rad vom Dortmunder bis zum Münsteraner Hauptbahnhof fährt, braucht es laut Google Maps drei Stunden und zwölf Minuten. Drei Stunden und fünf Minuten, wenn man besonders schnell in die Pedalen tritt. Ein Redakteur dieser Zeitung war vergangenen Mittwoch (25.07.) drei Stunden und fünfundvierzig Minuten unterwegs. Mit dem Zug. Normalerweise beträgt die Fahrzeit 51 Minuten.

Grund dafür war eine Oberleitungsstörung auf der Linie RB 50 bei Dortmund-Eving. Der Regionalzug der Eurobahn verkehrt normalerweise zwischen Dortmund und Münster, am Mittwoch wurde der Bahnverkehr für mehr als fünf Stunden eingestellt. "Wir bedauern diese Situation sehr, haben aber selber keinen Einfluss, wenn so etwas geschieht", sagt Nicole Pizzuti, Sprecherin von Keolis für die Eurobahn.

Verspätungen sind häufig fremdverschuldet

Dass Züge Verspätung haben, liegt auch laut einem Sprecher der Deutschen Bahn nicht nur an den Verkehrsunternehmen selbst, sondern vorwiegend an sogenannten externen Faktoren. Dazu zählen technische Störungen wie zum Beispiel defekte Weichen und Züge oder Notarzteinsätze am Gleis. Gerade bei den hohen Außentemperaturen müssten Rettungskräfte häufiger ausrücken als sonst, sagt Nicole Pizzuti.

Hinzu kommt, dass die Strecken um Dortmund ohnehin gut ausgelastet sind und durch eine Baustelle zwischen Dortmund und Hamm aktuell noch stärker belastet werden. Sowohl die Züge der Deutschen Bahn als auch Eurobahn werden umgeleitet. Pünktlicher werden die Bahnen dadurch nicht.

Im Gegenteil: Die Züge der Linie RB 50 der Eurobahn, die wegen der Baustelle ebenfalls umgeleitet werden, wiesen im Juli 2018 eine Pünktlichkeit von nur 77 Prozent auf, "was unseren Zielwerten selbstverständlich nicht entspricht", sagt Pizzuti. Grund für die Verspätungen könnte außerdem sein, dass die Strecke des RB 50 nur eingleisig befahrbar ist und der Fernverkehr immer Vorrang genießt. "Selbst wenn die Lokführer pünktlich starten, kommen sie deshalb möglicherweise später am nächsten Bahnhof an."

Ob fremdverschuldet oder nicht, Fahrgäste sind genervt. Facebook-Nutzer Dave Underwood schreibt, dass er vor etwa zwei Wochen nicht von Witten nach Dortmund fahren konnte. Erst hatten die Züge wohl nur Verspätung, dann fielen sie gänzlich aus. "Ende vom Lied ist, dass ich mir einen Urlaubstag nehmen musste."

Das können Fahrgäste bei Verspätungen tun

Den Ärger runterschlucken müssen Fahrgäste aber nicht: Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof werden ihnen 25 Prozent, ab 120 Minuten 50 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt erstattet. So sieht es das Gesetz vor. Bei Hin- und Rückfahrt gilt die Hälfte des Fahrpreises als Maßgabe. Wer eine Zeitfahrkarte hat, zum Beispiel eine Bahncard 100, erhält ab 60 Minuten Verspätung eine Pauschale: zehn Euro für die zweite, 15 Euro für erste Klasse.

Auch stehen laut Pizzuti die Mitarbeiter des Kundenservices bei Beschwerden und Fragen zur Verfügung - persönlich an den Standorten Düsseldorf und Hamm, telefonisch und per E-Mail. Auch im Internet können Pendler sich nach Baustellen, Umleitungen und Verspätungen erkundigen. Das gilt auch für die Verbindungen der Deutschen Bahn.

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