Neuer Arbeitsmarktbericht

Personal-Krise in der Gastronomie: Arbeitsagentur Dortmund nennt Zahlen

Die Arbeitslosigkeit in Dortmund ist im September stärker zurückgegangen als in den Vormonaten. Der aktuelle Arbeitsmarktbericht zeigt auch, wie groß die Personal-Not in der Gastronomie ist.
Die Corona-Krise hat ihre Spuren in der Gastronomie hinterlassen. © picture alliance/dpa

Der Dortmunder Arbeitsmarkt erholt sich langsam von der Corona-Pandemie. Das zeigen die Arbeitsmarktzahlen vom September, die die Dortmunder Agentur für Arbeit am Donnerstag (30.9.) veröffentlicht hat.

Von einer „Herbstbelebung mit deutlich weniger Arbeitslosen“ spricht die Agentur in einer Pressemitteilung. Derzeit sind 35.200 Menschen in Dortmund arbeitslos gemeldet, das seien 4,2 Prozent weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sinkt damit auf 11 Prozent. Der September bringt damit, so die Agentur, eine stärkere saisonale Erholung mit sich als in den vergangenen Jahren.

Mehr als 2000 Menschen fanden im September einen Job – das seien deutlich mehr als im Vormonat und auch mehr als im September 2020, sagt Sebastian Unkhoff, der „Geschäftsführer Operativ“ der Agentur.

5672 Dortmunder wurden im September dagegen erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit um fast 10 Prozent gesunken

Beinahe wieder auf „Vorkrisenniveau“ liegt die Jugendarbeitslosigkeit im September: Sie ist im Vergleich zum August um 9,5 Prozent gesunken: „Viele Jugendliche, die nach Beendigung ihrer Ausbildung in eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit geraten sind, konnten nun als begehrte Fachkraft den Weg zurück in Arbeit finden“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Agentur.

Weiterhin zu kämpfen hat die Agentur für Arbeit mit dem Thema Langzeitarbeitslosigkeit. Zwar gebe es im September 352 weniger Langzeitarbeitslose als im August, im Vergleich zum September 2020 seien aber immer noch über 2000 mehr Jobcenter-Kunden langzeitarbeitslos gemeldet, berichtet Dr. Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin des Jobcenters.

Als Antwort darauf wolle man unter anderem im Oktober das „planQ“ eröffnen – ein Beratungsbüro für berufliche Weiterbildung.

Viele offene Stellen in der Gastronomie

Ein weiteres Problem am Arbeitsmarkt sei der Fachkräftemangel, so Sebastian Unkhoff: „Die Auftragsbücher der Betriebe sind voll, der Personalbedarf groß.“ Fast 60 Prozent der offenen Stelle richteten sich an Menschen mit einer dualen Berufsausbildung. Unkhoff appelliert daher an alle Beteiligten, sie müssten „deutlich an Tempo zulegen und in Qualifizierung und Ausbildung investieren.“

Eine vergleichsweise neue Baustelle ist die Gastronomie: Viele Wirte haben Probleme, Personal zu finden. Das zeigt sich auch in den Zahlen der Arbeitsagentur: Vor einem Jahr waren der Agentur 93 offene Stellen im Gastgewerbe gemeldet, nun sind es 250.

Viele Betriebe mussten während der Corona-Pandemie Kurzarbeit anmelden. Doch ihre Zahl ist in den letzten Monaten drastisch gesunken: Von 2186 Betrieben im März 2021 auf nur 8 im September. Den Höchststand erreichte die Kurzarbeit übrigens im April 2020, als in 3.763 Betrieben die Kurzarbeit galt.

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