Petrikirchturm soll für 900.000 Euro saniert werden

Schäden am Sandstein

Seit fast einem Jahr steht ein Gerüst am Turm der Petrikirche. Und es wird wohl auch noch etwa ein weiteres Jahr erhalten bleiben. Denn jetzt steht fest: Der Turm der historischen Innenstadt-Kirche muss umfassend saniert werden. Und noch etwas wird sich verändern.

DORTMUND

, 16.09.2016, 02:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Petrikirchturm soll für 900.000 Euro saniert werden

Das Bild des Bohrkerns zeigt das Ausmaß der Schäden am Petrikirchturm. Pfarrerin Almut Begemann, Superintendent Ulf Schlüter und Kirchenkreis-Architektin Susannes Kideys (v.l.) kündigen deshalb eine umfassende Sanierung der Turmfassade an.

Vor allem Umwelteinflüsse mit Wind, Wetter und Luftschadstoffen machen der alten Bausubstanz zu schaffen. In den vergangenen Jahren wurden bereits die Türme von St. Reinoldi und St. Marien saniert, jetzt ist die Petrikirche am Westenhellweg an der Reihe. Auch dort rieselt der Sandstein, lösen sich Steinstücke und Fugenmaterial. 

Lange Risse 

Als Schutz wurde deshalb im Oktober vergangenen Jahres ein Gerüst aufgestellt. Mit dessen Hilfe gingen Experten den Schäden auf den Grund. Auf dem Sandstein haben sich Blasen gebildet. Und bei Kernbohrungen wurden im Ruhrsandstein bis zu acht Zentimeter lange Risse festgestellt. Auf jeden Fall müssen jetzt die losen Sandsteinschalen abgearbeitet werden, die Fugen ausgeräumt und erneuert werden. Doch das ist nur der erste Schritt. Allein in den letzten gut 50 Jahren wurde der Turm bereits viermal saniert – zuletzt 2001. „Und die Schäden treten in immer kürzeren Zeitabständen auf“, stellt Susanne Kideys, Architektin des evangelischen Kirchenkreises, fest.

Deshalb soll nun eine dauerhafte Lösung her: Der Kirchenkreis hat sich nach langer Diskussion und in Abstimmung mit den Denkmalpflegern entschieden, den Turm mit Materialschlämmen verputzen zu lassen – auch um den Preis, dass sich das Erscheinungsbild des Turms damit verändern sind. Statt der individuell gemusterten Steine wird es dann eine weitgehend einheitliche Außenhaut aus Putz geben. Er soll zwar so aufgetragen werden, dass von der originalen Gesteinsstruktur möglichst viel sichtbar bleibt und auch farbig dem Ruhrsandstein angeglichen werden.

Ziel: Herbst 2017

„Der Turm wird aber anders aussehen als jetzt“, erklärt Ulf Schlüter als Superintendent des Kirchenkreises. Die Arbeiten sollen möglichst noch in diesem Jahr beginnen und, wenn alles klappt, bis zum Herbst 2017 abgeschlossen sein. Dann kann das Gerüst am Turm endgültig wieder verschwinden.

Noch endgültig geklärt werden muss die Finanzierung der Turmsanierung. Die Kosten werden auf rund 900.000 Euro geschätzt. Im Laufe der nächsten Wochen will der Kirchenkreis den nötigen Finanzierungsbeschluss auf den Weg bringen. Man hofft aber auch auf Spenden aus der Bevölkerung.

Ein Konto ist bei der Sparkasse Dortmund eingerichtet unter IBAN DE33 4405  0199 0001 061100 eingerichtet (Empfänger Kreiskirchenkasse Dortmund, Stichwort Petriturm).

Lesen Sie jetzt