Pfarrhaus-Prozess: Pastor bekam Einbruch-Bilder "live" nach Assisi geschickt

Einbrüche in Gemeindehäuser

Ein Geistlicher hat im Urlaub in Assisi den Einbruch in sein Gemeindehaus „live“ verfolgt. Das wurde am Dienstag im Prozess gegen die „Pfarrhaus-Bande“ bekannt.

Bochum/Dortmund

, 09.04.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrhaus-Prozess: Pastor bekam Einbruch-Bilder "live" nach Assisi geschickt

Die drei Angeklagten beim Prozessauftakt an der Seite von Verteidigern und Dolmetschern. © Werner von Braunschweig

Mit der Vernehmung eines weiteren Opfers ist am Dienstag am Bochumer Landgericht der Prozess um die Serie von Einbrüchen in Pfarr- und Gemeindehäuser in Haltern, Castrop-Rauxel, Dortmund und Umgebung fortgesetzt worden.

Ein Pastor aus Werlte (Emsland) enthüllte bei seiner Zeugenbefragung, dass er von dem Einbruch am 7. Oktober 2017 in seine Privatwohnung drei Livebilder von einer Überwachungskamera auf sein Handy geschickt bekommen hat.

Kurz danach war offenbar die Kamera von der Außenfassade des Pfarrhauses gerissen worden. „Ich war damals in Assisi im Urlaub, als mir die Bilder per E-Mail zugeschickt wurden“, so der Pastor. Das sei im kabellosen Heim-Netzwerk zuvor technisch genauso eingestellt worden.

"Das macht einen hilflos"

„Das macht einen so hilflos, wenn man sowas sieht“, erinnerte sich der Zeuge. „Ich habe dann sofort versucht, meine Leute zu erreichen.“ Weil zu diesem Zeitpunkt gerade die Sonntagsmesse abgehalten worden sei, sei das jedoch nicht sofort gelungen. Bei dem Einbruch waren damals zwei Tresore aufgebrochen worden. Auch Spenden für die Wallfahrt der Messdiener gehörten zur Beute von knapp 1200 Euro.

Den Angeklagten werden 32 Einbrüche und Raubüberfälle zur Last gelegt. Auch in Dortmund (St. Urbanus), Castrop-Rauxel (St. Lambertus) und Haltern (St. Sixtus) hatten Täter zugeschlagen.

Lesen Sie jetzt