Philip Hufnagel war 18 Jahre lang ein "Dormtunder"

Buchstabendreher

Sein ganzes Leben lang war Philip Hufnagel einzigartig, ohne es zu wissen: Er war der wohl einzige "Dormtunder" auf der Welt. Das behaupteten zumindest sein Ausweis, sein Pass und auch sein Führerschein. Lange fiel der Buchstabendreher niemandem auf. Bis der 18-Jährige einmal auf eine Antwort seiner Bank warten musste.

DORTMUND

, 25.05.2017, 02:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Philip Hufnagel war 18 Jahre lang ein "Dormtunder"

Aufgrund der falschen manuellen Eingabe im Jahr 1999 wurden alle Ausweispapiere von Philip Hufnagel von Geburt an mit dem selben Fehler gedruckt.

Da wurden gründlich die Weckstaben verbuchselt – und lange hat‘s keiner gemerkt. Schon bei Ankunft des gebürtigen Dortmunders Philip Hufnagel auf dieser Welt im Jahr 1999 hat sich von Amts wegen ein Buchstabendreher in seine Meldedaten geschlichen und den heute 18-Jährigen zum „Dormtunder“ gemacht. Dieser Fehler wurde dann über Jahre fortgeschrieben in Ausweis, Pass und Führerschein.

Doch weder bei zwischenzeitlichen Urlauben in Florida noch in England bemerkte jemand den Fehler. Aufgefallen ist es dem Abiturienten erst selbst vor wenigen Wochen, als er ein Online-Bankkonto eröffnen wollte. Nicht die Bank hatte es gemerkt, sondern er, als er am Computer auf eine Antwort der Bank wartete und währenddessen auf seinen Ausweis starrte. Kurz drauf fiel der Fehler auch einer Polizeibeamtin bei einer Verkehrskontrolle auf.

Mit Unterschrift bestätigt

Hufnagel rief daraufhin bei den Bürgerdiensten der Stadt an. In einer ersten Reaktion der Hotline hieß es, so ein Fehler könne nicht sein, erzählt der „Dormtunder“. Und wenn doch, müsse er trotzdem für neue Ausweispapiere zahlen, da er schließlich mit seiner Unterschrift die Korrektheit der Daten bestätigt habe. 22,80 Euro für den Personalausweis, 37,50 Euro für den Pass und 43,40 Euro für den Führerschein. Macht zusammen 103,70 Euro.

Aufgrund eines ersten Berichts der Bild-Zeitung lenkten die Bürgerdienste ein. Die Stadt bedauere den Fehler sehr, so Sprecher Maximilian Löchter auf Anfrage. Selbstverständlich komme die Stadt für die entstehenden Kosten auf, da der Fehler bei der manuellen Eingabe des Geburtsortes entstanden sei. Löchter: „Die einmal im System gespeicherten Daten werden bei jedem neuen Dokument automatisch herangezogen.“

Neue Ausweispapiere in Rekordzeit beantragt

Philip Hufnagel wurde kurzfristig ein Termin für die Neuausstellung der Dokumente angeboten. Der war am Dienstag. „Ich wurde überaus freundlich empfangen und habe die Ausweispapiere in Rekordzeit beantragen können“, freut sich der Dortmunder.

Selbst die Kosten für die neuen Passbilder habe die Stadt ihm erstattet. Und sich auch für die Antworten beim ersten Telefonat sowie die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigt. Um so lieber ist Philipp Hufnagel auch in seinen Papieren jetzt ein „Dortmunder“. 

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