Stadt verstärkt Einsatz gegen Poser und E-Scooter-Rowdys am Phoenix-See

rnÄrger am Phoenix-See

Die Stadt sagt Verkehrsrowdys auf zwei und vier Rädern rund um den Phoenix-See den Kampf an. Sie will gegen die Poser-Szene und rücksichtslose E-Scooter-Fahrer vorgehen.

Dortmund

, 25.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dröhnende Motoren, verstopfte Straßen, Müll, rasante Scooter-Fahrten und nächtliches Gejohle. Vor allem an warmen Sommerabenden und an Wochenenden ist am Phoenix-See die Hölle los. Zum Leidwesen der Anwohner, die durch rücksichtslose Zeitgenossen aus dem Schlaf gerissen werden.

Besonders im Blickpunkt: die Poser-Szene, die mit aufgemotzten Autos die Uferstraße zu einer Art Laufsteg erkoren hat. „Wenn man auf die Nummernschilder guckt, sieht man: Die kommen aus dem ganzen Sauerland, aus dem Rheinland und dem Münsterland“, stellt Oberbürgermeister Ullrich Sierau fest.

Jetzt lesen

Direkt an der See-Promenade sorgen rücksichtslose E-Scooter-Fahrer für Ärger – mit rasanten Fahrten ohne Rücksicht auf Spaziergänger und kreuz und quer abgestellten Rollern. Auch nächtliche Scooter-Touren, die nicht selten von lautem Gejohle begleitet werden, nerven die Anwohner.

Massenweise E-Scooter stehen am Phoenix-See bereit. Sie machen es anderen Verkehrsteilnehmern schwer.

Massenweise E-Scooter stehen am Phoenix-See bereit. Sie machen es anderen Verkehrsteilnehmern schwer. © Susanne Riese (Archiv)

„Das ist überhaupt nicht hinnehmbar“, sagt Sierau nach mehreren Bürgerdialog-Veranstaltungen zu den Zuständen am See. Deshalb will die Stadt jetzt mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen gegen das unerwünschte Treiben vorgehen.

„Wenn sich nicht deutlich etwas ändert, werden wir andere Saiten aufziehen“, kündigt der Oberbürgermeister an.

Jetzt lesen

Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei

Ein paar Saiten werden schon gespielt. Etwa in Form von regelmäßigen Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt – auch abends und an den Wochenende, betont Rechtsdezernent Norbert Dahmen.

Regelmäßig sind Ordnungsamts-Mitarbeiter am Phoenix-See unterwegs.

Regelmäßig sind Ordnungsamts-Mitarbeiter am Phoenix-See unterwegs. © Thomas Thiel (Archiv)

Das Problem: Städtische Mitarbeiter dürfen selbst nicht in den fließenden Verkehr eingreifen und etwa Autos anhalten. „Deshalb sind wir auf die Zusammenarbeit mit der Polizei angewiesen“, erklärt Dahmen.

Jetzt lesen

Helfen sollen jetzt aber auch verkehrsregelnde Maßnahmen: Die Stadt erklärt drei Straßen am Südufer - die Straßen Am Kai, die Hörder-Bach-Allee und die Phoenix-See-Straße für die Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr zu Anliegerstraßen. Das heißt, dass sie nachts nur von Anwohnern befahren werden dürfen. Für Ortsfremde gilt dann auch ein Parkverbot.

„Die Schilder sind bestellt und werden noch in dieser Woche aufgestellt“, verkündete Baudezernent Arnulf Rybicki am Dienstag (25.8.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands. Grundsätzlich will man auch stärker gegen Falschparker vorgehen und Besucher auf die vorhandenen Parkhäuser verweisen.

Stadt führt Gespräche mit E-Scooter-Betreibern

Und dann sind da noch die Scooter-Fahrer, die auf zwei Rädern direkt am Seeufer unterwegs sind. Gleich vier Scooter-Anbieter sind mit elektrisch angetriebenen Rollern am See vertreten.

Leider nutzt nicht jeder Kunde die Roller so, wie es vorgesehen ist. Und auch das nächtliche Einsammeln der Scooter durch die Anbieter, um die Akkus der Fahrzeuge wieder aufzuladen, ging zuletzt wohl oft sehr geräuschvoll vonstatten.

Jetzt lesen

Damit soll jetzt Schluss sein. Man habe Gespräche mit allen E-Scooter-Betreibern geführt, berichtet Umweltdezernent Ludger Wilde. Ein Ergebnis: Es soll keinen nächtliche Akku-Austausch mehr geben. Und die Betreiber wollen sich gegenseitig beim „Aufräumen“ helfen und dazu beitragen, dass die Roller ordnungsgemäß abgestellt werden.

Fahrverbote nicht ausgeschlossen

Letztlich könnte die städtische See-Satzung, die die Regeln für Besucher am Phoenix-See festschreibt, angepasst werden, deutet Sierau an. Das könnte bis zu Fahrbeschränkungen gehen – anfangs etwa in Form eines nächtlichen Fahrverbots. Man wolle dosiert vorgehen, kündigt der OB an.

Und Arnulf Rybicki warf am Dienstag die Frage auf, ob die Scooter-Betreiber am Ende nicht auch Nutzer, die sich nicht an die Regeln halten, für Fehlverhalten haftbar machen könnten. Schließlich sind über GPS die Fahrten und Fahrer genau erfasst.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt