Antisemitismus

Pogrom-Gedenken in Dorstfeld: Warum das auch 2021 wichtig ist

Die Dorstfelder Gedenkveranstaltung an die Pogrome von 1938 kann am Dienstag (9.11.) trotz der Corona-Einschränkungen stattfinden. Die Organisatoren unterstreichen: 2021 sei das Thema aktuell.
In diesem Jahr fällt die öffentliche Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht - hier ein Archivbild vom Dorstfelder Mahnmal - aufgrund der Infektionszahlen aus. © Stephan Schuetze

Im November 2020 war es corona-bedingt nur im kleinen Kreis möglich. Am Dienstag (9.11.) aber findet am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld wieder eine Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht statt. Ab 15 Uhr wird an der Wittener Straße der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen gedacht. In diesem Jahr können wieder alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Gedenken teilhaben.

Zeichen gegen aktuellen Antisemitismus

Zum 83. Mal jährt sich die Pogromnacht am Dienstag, bei denen deutschlandweit organisiert jüdische Einrichtungen angegriffen wurden – so auch in Dortmund. Synagogen wurden in Brand gesetzt, Wohnungen und Geschäfte zerstört und geplündert. Auch die Dorstfelder Synagoge wurde damals stark beschädigt und wenig später abgerissen.

Das Mahnmal in Dorstfeld. Hier bei einer Gedenkveranstaltung in Juni. © Felix Guth © Felix Guth

Neben der Erinnerung an die Verbrechen vom 9. November 1938 soll aber auch ein deutliches Zeichen gegen den aktuellen Antisemitismus gesetzt werden.„Insbesondere im Kontext der Covid-19-Pandemie haben antisemitische Verschwörungserzählungen Aufschwung erfahren“, erzählt Vivianne Dörne, die die Veranstaltung für das Projekt „Quartiersdemokraten“ mitorganisiert hat. Mit Rede- und Kulturbeiträgen soll dafür gesorgt werden, dass das Thema nicht vergessen wird.

Rede- und Kulturbeiträge

Geplant sind Ansprachen von Arie Moses, dem Kantor der jüdischen Gemeinde Dortmund, von Bürgermeister Norbert Schilff sowie von Friedrich Fuß, dem Bezirksbürgermeister Innenstadt-West. Aber auch Schülerinnen und Schüler des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums tragen mit Texten zur Gedenkveranstaltung bei.

Die Musikschule sorgt für die musikalische Begleitung. Bereits ab 14 Uhr stellen weitere Dortmunder Schulen auf dem Wilhelmplatz Arbeiten zu den Themen Nationalsozialismus, Gedenken und Antisemitismus aus. Ebenso werden der Jugendring, das CVJM in Dorstfeld, die Beratungsstelle Adira und die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache vertreten sein.

2020 war die Veranstaltung ausgefallen

Auf solch ein Rahmenprogramm musste das Projekt „Quartiersdemokraten“ im vergangenen Jahr verzichten. Wegen der Corona-Pandemie wurde die öffentliche Gedenkveranstaltung abgesagt und lediglich im kleinen Kreis abgehalten. Unter anderem Oberbürgermeister Thomas Westphal hatte daran teilgenommen und am jüdischen Mahnmal einen Kranz niedergelegt.

Zudem weist der Veranstalter darauf hin, dass die Bus- und Bahnhaltestellen ‚Wittener Straße‘ wegen der Veranstaltung ab ca. 14.50 nicht mehr angefahren werden.

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.