Pohlmann: "Ich hole 37 Prozent"

Exklusiv-Interview

DORTMUND Der Wahltag 9. Mai rückt näher. Zeit, den OB-Kandidaten der großen Parteien auf den Zahn zu fühlen. Wir sprachen mit Joachim Pohlmann (CDU), OB-Kandidat von CDU, FDP und Bürgerliste.

von Von Gaby Kolle und Oliver Volmerich

, 03.05.2010, 11:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pohlmann: "Ich hole 37 Prozent"

Joachim Pohlmann, Jurist, Notar und Ex-CDU-OB-Kandidat: Also: Tomatenmark aus der Tube oder Frischkäse, Stück Käse, der gerieben wird und zum Überbacken dient als Basis. Dann mal in den Kühlschrank schauen: frische oder getrocknete Tomaten? Irgendeine Form von Wurst (natürlich keine Streichwurst) oder Thunfisch aus der Dose, eingelegte Artischocken oder Paprika oder Kapern - was eben da ist. Toast mit Tomatenmark/Frischkäse bestreichen, alles andere klein geschnibbelt drauf, Käse drüber und ab in den Ofen - Mitte, 180 Grad, je nach Bräunungsgrad und Vorheizzeit etwa 5 bis 10 Minuten. Pohlmann verspricht: "Kaum Arbeit, schmeckt lecker und Küche trotzdem ordentlich. Was will man mehr?" Oder: Spaghetti kochen und währenddessen eine kalte Soße herrichten (Salsa oder Pesto): Dose Thunfisch ("muss immer da sein"), Öl ablassen, ein paar frische Tomaten klein schneiden, etwas Weißwein oder Zitronensaft, das Ganze mit Olivenöl, Salz, Pfeffer abschmecken und mal schauen, ob noch Kapern und Knofi da sind. "Wenn nicht, auch nicht schlimm", findet der Improvisateur, "schmeckt auch so in etwa zehn Minuten."

Keine Denkverbote! IHK und die Unternehmer können den Flughafen gern übernehmen oder sich wie in Münster an der Flughafengesellschaft beteiligen. Wo sehen Sie noch Sparmöglichkeiten? Pohlmann: Die Kirchturmpolitik muss ein Ende haben. Es gibt so viele Schnittstellen zwischen uns und unseren Nachbarstädten. Im Falle meiner Wahl würde ich sofort ein Team für interkommunale Zusammenarbeit zusammenstellen und das ausweiten, was bereits praktiziert wird. Hier ist viel zu lange nichts geschehen. Wichtig ist: auf Augenhöhe mit den anderen.

Synergieeffekte gibt es z.B. bei Schulen, die an der Stadtgrenze liegen. Die Theater in Dortmund und Bochum könnten ihre Produktionen tauschen, und auch Kataster-, Jugend- und Gesundheitsamt können übergreifend zusammenarbeiten.

Die Stadt muss unternehmer- und mittelstandsfreundlicher werden. Deshalb werde ich eine Clearingstelle beim OB-Amt ansiedeln. Ich will unmittelbar informiert werden, wenn irgendwo etwas hakt. Im Bundesdurchschnitt sind die Gewerbesteuern um 17 Prozent eingebrochen, in Dortmund um 33 Prozent. Das müssen wir wieder hochfahren. Ich bin auch für eine Ausweitung der Gewerbeflächen, möglichst ökologisch verträglich, z.B. mit Sammelparkplätzen, Blockheizkraftwerken und Wärmerückgewinnung.

Wir müssen die Ganztagsschulen dringend weiter ausbauen auf mindestens je eine pro Schulform in jedem Stadtbezirk. Das Land fördert das. Der Ausbau der Kindergartenplätze für die unter Dreijährigen hat gleichfalls mit Landeshilfe Fahrt aufgenommen, hinkt aber den Planungen hinterher. Deshalb bin ich für die Ausweitung von Kinderstuben, in denen mehrere Tagesmütter Kinder betreuen. Besser ein Provisorium als nichts.

15 Prozent Mario Krüger (Grüne, Anm. der Redaktion), 33 Prozent Ullrich Sierau und 37 Prozent Pohlmann. 

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