Pokalspiel: 17 Strafanzeigen nach Gewalt - immense Schäden im Stadion

BVB gegen Dresden

Am Tag nach dem von Gewalt überschatteten DFB-Pokalspiel-Sieg des BVB gegen Dynamo Dresden begann die Aufarbeitung der Ereignisse abseits des Sports. Es gab nach aktuellen Angaben der Polizei 17 leicht Verletzte, 15 Festnahmen von Dresdener Fans und bislang 17 Strafanzeigen.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich und Peter Bandermann

, 26.10.2011, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pokalspiel: 17 Strafanzeigen nach Gewalt - immense Schäden im Stadion

Mit Feuerwerkskörpern und Flaschenwürfen gingen Dresdner "Fans" gegen die Polizei vor.

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Nach dem Spiel: Großes Polizeiaufgebot am Stadion

Randale vor und während des Spiel, Ärger auch nach dem Abpfiff: Die Fans von Dynamo forderten die Polizei heraus. Als Dortmunder und Dresdener das Stadion verließen, bestimmten Einsatzkräfte der Polizei das Bild.
26.10.2011
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So erlebten Stadions-Besucher die Zeit nach dem Abpfiff: Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Gewalttaten zu verhindern und die große Mehrheit der friedlichen Fans zu beschützen.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzbesprechung der Reiterstaffel kurz vor Spielende. Nur selten tragen die Reiter Schutzhelme wie die Kollegen der Einsatzhundertschaften.© Foto: Peter Bandermann
Polizeireiter vor dem Stadion.© Foto: Peter Bandermann
So erlebten Stadions-Besucher die Zeit nach dem Abpfiff: Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Gewalttaten zu verhindern und die große Mehrheit der friedlichen Fans zu beschützen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei hatte auch einen Wasserwerfer vor Ort, muss das Spezialfahrzeug aber nicht einsetzen.© Foto: Peter Bandermann
Diese Familie beeilt sich, um das Stadion zu verlassen. Wenige Minuten zuvor hatten Dynamo-Fans eine Ordner-Kette durchbrochen.© Foto: Peter Bandermann
Auch der Rettungsdienst war permanent im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Kurze Absprache vor dem Abpfiff. Nach Spielende wurde es noch einmal hektisch für die Polizei.© Foto: Peter Bandermann
Fans auf dem Weg nach Hause.© Foto: Peter Bandermann
Diese aus Zwickau angereisten Fans waren enttäuscht von den Gewalttätern und Randalierern.© Foto: Peter Bandermann
Polizeikräfte auf der Strobelallee.© Foto: Peter Bandermann
Festnahme eines Gewalttäters auf der Strobelallee.© Foto: Peter Bandermann
Vor diesem Tunnel, der zur Stadtbahnhaltestelle führt, dosierten Ordner den Durchlass. Aus Sicherheitsgründen, um Gedränge zu verhindern.© Foto: Peter Bandermann
Der Rettungsdienst war nach Spielende permanent im Einsatz.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei eilte nach Spielende von einem Ort zum nächsten. Dresdener Fans zog es nach dem Abpfiff in die Dortmunder Innenstadt. Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann
Die Ardeystraße war auch nach Spielende zeitweise gesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Kräfte einer Einsatzhundertschaft auf dem Weg zu den Fahrzeugen, um in die Innenstadt zu fahren. Dort gab es mehrere "Brandherde".© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Polizeipräsidium, kurz vor Mitternacht: Ein Gefangenentransporter und ein Rettungswagen.© Foto: Peter Bandermann

Schon im Vorfeld war das Spiel des BVB gegen den Zweitligisten aus Sachsen wegen der negativen Erfahrungen mit Dresdner Hooligans als Hochrisiko-Spiel eingestuft worden. Zu recht: Nachdem es am Nachmittag in der Stadt zunächst friedlich war, eskalierte die Situation, als rund 4500 Fans aus Dresden von ihrem Sammelplatz auf dem Parkplatz am Eintracht-Sportzentrum zum Stadion geleitet wurden. Etwa 250 gewaltbereite Dresdner versuchten, die Polizeiabsperrungen zu überwinden. Sie zündeten bengalische Fackeln, warfen Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte. Die reagierten u.a. mit dem Einsatz von Pfefferspray. Neue Probleme gab es beim Einlass vor dem Stadion als auch noch gewaltbereite Dortmunder "Fans" dazu kamen. Die Polizei hatte alle Mühe, die Fangruppen zu trennen. Mehrere hundert Dresdner versuchten, das Stadion zu stürmen. Erneut flogen Glasflaschen und Böller. Die Bilanz der Polizei vor dem Spiel: 15 Verletzte durch Wurfgeschosse und Pfefferspray-Einsatz. Zwei Dresdner Fans wurden in Gewahrsam genommen. Einsatzleiter Peter Andres und Polizeispecher Kim Ben Freigang sprachen von "massiver Gewalt" gegen Einsatzkräfte der Polizei. In dieser Dimension sei dies noch nie vorgekommen.

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Vor dem Spiel: Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion

Lautstark, stimmungsvoll und überwiegend friedlich haben die Fans des Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund das Stadion erreicht. Einige ubelehrbare Gewalttäter haben die Anonymität der Masse genutzt, um Polizisten mit Wurfgeschossen anzugreifen.
25.10.2011
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Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg ins Stadion der Dortmunder Borussen.© Foto: Peter Bandermann
Während die Polizei die Dresdener Fans über die Ardeystraße leitete, warteten diese Fans in Sicherheitheit neben der Polizei-Reiterstaffel.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die BVB-Ordner Viktor Minakow, Sonja Lehmann und Sascha Fiedler (von links) stehen auf der Ardeystraße im Stau - und fiebern dem Anpfiff entgegen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Ardeystraße, während mehrere tausend Dynamo-Fans von Einsatzhundertschaften vom Parkplatz E3 zum Stadion geführt wurden.© Foto: Peter Bandermann
Dresdener Fans am E3-Parkplatz.© Foto: Peter Bandermann
Am Parkplatz "E3" verbreiteten die Fans aus Dresden gute Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Nervig und gefährlich: Am Treffpunkt in Stadion-Nähe zündeten die Dynamo-Fans Fackeln und Böller an.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
Dynamo-Fans auf dem Weg zum Stadion. Die meisten waren friedlich und verbreiteten eine euphorische Stimmung.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Für diese Dynamos war der Auftritt ihrer Fans in Dortmund eine Filmaufnahme wert.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei führte mehrere Fans aus Dresden von einem Parkplatz zum Singal-Iduna-Park.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Dynamo Dresden vor dem DFB-Pokalspiel gegen den BVB auf dem Weg zum Stadion.© Foto: Peter Bandermann

Die Ereignisse sorgten auch für massive Verkehrsbehinderungen. Die Ardeystraße und Wittekindstraße waren zeitweise gesperrt. Es bildeten sich bei der Anfahrt zum Signal Iduna Park lange Staus. Davon betroffen waren auch die Mannschaftsbusse. Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied schließlich, das Spiel eine Viertelstunde später anzupfeifen.

Gagelmann hatte auch während des Spiels mit den gewalttätigen Fans zu tun, musste die Partie vor 73.000 Zuschauern mehrfach kurz unterbrechen. Gegenstände wurden auf das Spielfeld geworfen. Auch Laserpointer sollen zur Störung des Spiels im Einsatz gewesen sein. Mehrfach wurden bengalische Feuer im Dresdner Block abgebrannt. Einige Ultra-Fans überrannten die BVB-Ordner und stürmten eine benachbarte Tribüne. Die Polizei musste vor den laufenden Fernsehkameras erneut einschreiten und Pfefferspray einsetzen. Sie sprach später von Straftätern. Viele Zuschauer, insbesondere Eltern mit Kindern, flüchteten regelrecht aus dem Stadion. Die Offiziellen zeigten sich entsetzt. "So was hat im deutschen Profi-Fußball nichts zu suchen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit Blick auf die Chaoten unter den Fußball-Fans. Das müsse geahndet werden. Auch Dresdener Fans waren enttäuscht von den "Ultras" in ihren Reihen. Die Offiziellen des Vereins wirkten ratlos.

Vor dem Abmarsch der Dresdner Ultra-Fans hatte sich die Polizei schon vor dem Abpfiff vor dem Stadion gerüstet. Während der Großteil der Zuschauer friedlich den Heimweg antrat, randalierten Dynamo-Anhänger auf der Nordtribüne. "Die haben den gesamten Catering-Bereich auseinander genommen", so ein Polizeisprecher. Außerhalb des Signal Iduna Parks wurden die Dresdner Anhänger von massiven Polizeikräften zu den Busparkplätzen begleitet. Erneut kam es dabei zu Zwischenfällen mit dem Werfen von Feuerwerkskörpern. Straftäter hätten immer wieder gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht, heißt es in der Bilanz. Ungeachtet der weiteren Vorfälle nach dem Spiel blieb es in der Polizeibilanz zunächst bei 15 vorübergehend festgenommenen Dresdenern. Mehrere Personen, darunter zwei Polizeibeamte, seien verletzt worden.

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