Millionen-Einnahmen: Pokémon-Go-Fest soll Dortmund mehr gebracht haben als der Kirchentag

rnVeranstaltug im Westfalenpark

Der Effekt des Pokémon-Go-Fests 2019 auf die Dortmunder Wirtschaft soll offenbar gewaltig gewesen sein: Einen zweistelligen Millionenbetrag hat das Event laut einer Studie gebracht.

Dortmund

, 30.01.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 86.000 Besucher kamen im Juli 2019 für das Pokémon-Go-Fest im Westfalenpark nach Dortmund. Nun hat sich eine Studie des Unternehmens Statista im Auftrag des Veranstalters Niantic mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Events befasst.

Wenig überraschend ist entsprechend, dass das Ergebnis positiv ausfällt: Für Dortmund war das Pokémon-Go-Fest laut der Studie ein Millionengewinn. Die konkreten Zahlen erstaunen dann aber doch.

Rund 19 Millionen Euro haben Gäste und der Veranstalter selbst in Dortmund ausgegeben, heißt es. Nimmt man indirekte Effekte wie zum Beispiel gesteigerten Konsum von Mitarbeitern der profitierenden Unternehmen hinzu, soll die Dortmunder Wirtschaft sogar mit 38 Millionen Euro profitiert haben. Zum Vergleich: Der wirtschaftliche Effekt des Evangelischen Kirchentags wird auf gut 15 Millionen Euro beziffert.

Goßer Anteil durch Übernachtungen

Rund 80 Prozent der Besucher des Pokémon-Go-Festes kamen laut der Studie von außerhalb NRWs – knapp die Hälfte waren internationale Gäste. Entsprechend hoch war der Ausgabenanteil für Übernachtungen.

294 Euro hat der durchschnittliche Besucher laut der Studie in Dortmund ausgegeben, 129 Euro davon allein für Übernachtungen in Hotels oder anderen Unterkünften.

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“Dortmund international im Fokus“

Aus 90 Staaten kamen laut der Studie internationale Gäste nach Dortmund – von allen Kontinenten (außer der Antarktis). Robert Litschke, Sprecher der Wirtschaftsförderung, sieht vor allem das sehr positiv: „Das Pokémon-Go-Fest rückt Dortmund international in den Fokus einer neuen Zielgruppe. Es freut mich sehr, dass über 41.000 Menschen den Weg aus der ganzen Welt in unsere Stadt gefunden haben.“

Laut der Statista-Studie hat auch nicht nur Dortmund vom Pokémon-Go-Fest profitiert. Die gesamte Rhein-Ruhr-Region habe vor allem durch Hotelübernachtungen einen positiven wirtschaftlichen Effekt zu verzeichnen. Auf rund 5,5 Millionen Euro beziffert die Studie die Ausgaben durch das Event außerhalb Dortmunds.

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Auswirkung auf den städtischen Haushalt bleibt abzuwarten

Auch die öffentlichen Haushalte sollen profitiert haben: Laut der Studie sind, direkte und indirekte Effekte einbezogen, etwa 11 Millionen Euro mehr an Steuern aufgekommen. Die Hälfte davon durch Steuern des Bundes, etwa ein Drittel durch Steuern des Landes, der Rest durch kommunale Steuern.

Bei der Kämmerei der Stadt Dortmund sieht man diese Angaben der Studie jedoch kritisch. Steuermehreinnahmen in Millionenhöhe könne man nicht nachvollziehen. Bei der Gewerbesteuer komme es zum Beispiel darauf an, ob ein Unternehmen wirklich in Dortmund sitzt. Auch Mehreinnahmen durch die Beherbergungsabgabe sieht die Kämmerei eher kritisch. Dortmunder Beherbergungsbetriebe seien auch ohne Events regelmäßig stark ausgelastet.

Der Westfalenpark hatte laut Angaben der Stadt durch die Veranstaltung übrigens keine Mehrkosten: Veranstalter Niantic habe eine kostendeckende Miete an den Park gezahlt.

Besucher zufrieden

Die Besucher scheinen Dortmund jedenfalls in guter Erinnerung zu behalten. Laut der Studie sind über 80 Prozent von ihnen zufrieden oder sehr zufrieden mit Dortmund als Veranstaltungsort. Über 40 Prozent von ihnen wollen wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich innerhalb eines Jahres wiederkommen.

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