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"Politik in Dortmund hat komplett versagt"

Disco-Sterben

DORTMUND Hart ins Gericht mit der städtischen Jugend- und Freizeitpolitik gehen Dortmunder Szene-Kenner. Hubertus Brand und Lars Josten geben der Politik die Schuld am sang- und klanglosen Ende der beliebten Szene auf dem Thier-Areal im Sommer dieses Jahres.

von Von Dietmar Stahlschmidt

, 12.05.2009 / Lesedauer: 3 min

Ins gleiche Horn stößt Lars Josten (Betreiber „zuhouse Clubs“): “Die Ausgehkultur wird von städtischer Seite in keiner Weise gefördert, genau wie die Attraktivität für junge Leute nicht nachhaltig unterstützt wird“. Zumal die Zahlen des Thier Areals für sich sprächen: zehnmal mehr Gäste als auf städtisch geförderten Festivals, über 200 Zimmer pro Jahr für Künstler und über 500 Zimmer jährlich für Gäste. Josten: „Es ist ärgerlich zu sehen, dass die Kreativen durch städtische Planungen behindert oder sogar gänzlich gestoppt werden. Es kann keine von der Wirtschaftsförderung geplante Kreativität geben“, so Josten, der ebenfalls DJ ist. Das im Neubau befindliche FZW beleuchtet er sehr kritisch: laut Definition ist es für die Zielgruppe Jugendliche angedacht und macht durch die finanzielle Unterstützung des Jugendamtes vieles in der Club- und Konzertlandschaft kaputt.  Josten ist enttäuscht vom Agieren der Stadt Dortmund und den zweifelhaften Aussagen der Dortmund-Tourismus, wie den leeren Versprechungen der Wirtschaftsförderung. Ein bereits gesichtetes innerstädtisches Areal wäre die große Chance gewesen, die wiederum von städtischer Seite nicht erkannt wurde. Mit potenziellen Investoren und einem fertigen Konzept von Dortmunder Unternehmern wird seit einem Jahr an diesem Projekt gearbeitet.

 Alex Fiene (Nightrooms) sieht in der Bewegung der Diskotheken auch eine Chance, sich neu aufzustellen. „Die Leute orientieren sich neu und im besten Fall entsteht etwas Zeitgemäßeres, Neues.“ Er weiß aus der Erfahrung, dass die Halbwertzeit für trendige Clubs im Schnitt nur bis zu drei Jahren beträgt, für zeitlose mit Kultstatus wie den „Keller“ oder das „Spirit“ gilt dieses aber nicht. „Dortmund hat viel vor - und man muss sich in der Vermarktung gemeinsam aufstellen“, unterstreicht Fiene. Am 27. Juni wird die letzte große Party auf dem Thier Areal gefeiert, wie auch die Schließung der „sixx.pm“. Es folgen dann am 11. Juli die finalen Closings und die Marke zuHOUSE wird nach dem Ende nur einige Veranstaltungen realisieren und den Markt sondieren. Was mit dem Rest geschieht bleibt weiterhin offen.

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