Nach positiven Erfahrungen

Polizei Dortmund bekommt dauerhaft Elektro-Taser

Seit Jahresbeginn testen einige Polizeikräfte in Dortmund den Einsatz von Elektro-Tasern. Jetzt gibt es ein Fazit des Ministeriums. Mehrere Millionen Euro werden landesweit investiert.
Ein Polizist führt bei einer Pressekonferenz in Dortmund einen Taser vor. Die Elektroschock-Pistolen werden in der Nordstadt erprobt. © Stephan Schütze

Neun Monate nach Beginn des Testzeitraums ist jetzt klar: Der Elektro-Taser gehört künftig zur Grundausstattung der Polizei in Dortmund und Lünen. Innenminister Herbert Reul hat beschlossen, die Wachdienste von insgesamt fünf Behörden mit 620 Geräten auszustatten. Bislang sind sie vor allem in der Dortmunder Nordstadt getestet worden.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass der Taser auch eine starke präventive und deeskalierende Wirkung hat“, so NRW-Innenminister Herbert Reul. Die bloße Androhung des Einsatzes, teils verstärkt durch die Demonstration des Lichtbogens, habe in mehr als 80 Prozent der bisherigen Anwendungsfälle zur Deeskalation geführt.

„Bei der Polizei wird der Taser sehr gut angenommen“

„Die Erfahrungen der Polizistinnen und Polizisten sind überwiegend positiv – der Taser hilft nicht nur in extrem brenzligen Situationen, er verhindert auch Gewalt gegen Beamte. Bei der Polizei wird der Taser sehr gut angenommen“, so Reul.

Seit Jahresanfang kam der Taser landesweit insgesamt 140 Mal zur Anwendung; bei den allermeisten Einsätzen, nämlich 114, blieb es bei der Androhung; in 26 Fällen wurde der Taser eingesetzt, so die Mitteilung des Ministeriums.

Dortmund gehöre zu den Städten, in denen Polizeikräfte besonders oft angegriffen werden. Zuletzt war diese Fallzahl jedoch etwas gesunken. Der Minister sagt: „Wir beginnen jetzt erst einmal da, wo wir die Taser am dringendsten brauchen.“

Insgesamt gibt das Land Nordrhein-Westfalen für die Anschaffung der Taser inklusive Zubehör vier Millionen Euro aus. Die Lieferung soll bis Jahresende eintreffen und anschließend an die Behörden verteilt werden. Parallel zu der jetzigen Einführung in den fünf Behörden Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Essen wird der Pilotbetrieb fortgesetzt.

Gerät in gelber Signalfarbe am Gürtel

Das Distanzelektroimpulsgerät, wie der Taser offiziell heiß, wird offen am Gürtel getragen und ist an seiner gelben Signalfarbe zu erkennen. Muss das Gerät eingesetzt werden, sendet es nach Abschuss zweier Elektroden Stromimpulse aus, die auf das Nervensystem wirken. Es kommt zu einer Lähmung, die die Person kurzzeitig handlungsunfähig macht.

Kritiker sehen gesundheitliche Risiken, wenn die Person, die vom Taser getroffen wird, etwa Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hat. Der zuständige Projektleiter hatte bei der Vorstellung des Vorhabens im Januar gesagt, der Einsatz verbiete sich etwa bei Untergewicht, bei Kindern oder Schwangeren. Der Taser soll die Schusswaffe nicht ersetzen, sondern eine Lücke zwischen Pistole und Schlagstock schließen.