Polizei Dortmund verschickt die meisten Überwachungs-SMS in NRW

Verdeckte Handy-Ortung

Über 20.000 verdeckte Handy-Peilungen in drei Monaten: Kein Polizeipräsidium in NRW hat im ersten Quartal 2014 mehr Handys mit so genannten "stillen SMS" orten lassen als die Dortmunder Polizei. Wie stark die elektronischen Ermittlungsmethoden gestiegen sind, zeigt unsere Vergleichsgrafik.

DORTMUND

, 21.06.2014, 03:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit "stillen SMS" können Handys geortet werden, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt. Um den genauen Standort eines Handys und damit dessen Besitzer zu orten, brauchen die Ermittlungsbehörden nicht viel: Es reicht die Handynummer der zu überwachenden Person. An dieses Handy wird eine SMS versandt, von der der Empfänger nichts mitbekommt, das Telefon zeigt nichts an. Doch es nimmt Kontakt zur nächsten Funkzelle auf, daraus lässt sich relativ leicht und sehr präzise der Standort bestimmen. Die „stille SMS“ ist nicht die einzige Möglichkeit, den Standort eines Handys zu bestimmen, aber sie ist einfach. Und sehr effektiv. So effektiv, dass auch das Polizeipräsidium Dortmund oft dazu greift: Aus der Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine Große Anfrage der Piratenfraktion geht hervor, dass vom 1. Januar 2014 bis zum 20. März 2014 bisher 20.512 solcher „stiller SMS“ vom Polizeipräsidium Dortmund versandt wurden.

Wie viele Mobiltelefon-Anschlüsse damit erreicht wurden, bleibt nebulös, eine entsprechende Antwort war gestern weder beim Innenministerium noch bei der Polizei Dortmund zu bekommen. Externe Hochrechnungen gehen davon aus, dass pro überwachtem Mobiltelefon ungefähr 100 „stille SMS“ versandt werden.

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