Polizei lieferte sich wilde Auto-Verfolgungsjagd mit Minderjährigen

Flucht in der Nacht

Die Dortmunder Polizei lieferte sich in der Nacht zu Mittwoch (12. Mai) eine wilde Jagd mit einem Van. Der wurde durch einen Unfall gestoppt. Die Insassen brachten die Polizisten zum Staunen.

Marten, Castrop-Rauxel

, 12.05.2021, 12:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Jugendfreizeitstätte in Marten. Dort begann die wilde Verfolgungsjagd, die im Autobahnkreuz Dortmund-West endete.

Die Jugendfreizeitstätte in Marten. Dort begann die wilde Verfolgungsjagd, die im Autobahnkreuz Dortmund-West endete. © Stephan Schuetze

In der Nacht zu Mittwoch (12. Mai) hat sich die Polizei Dortmund eine wilde Verfolgungsfahrt liefern müssen. Das fast Unglaubliche dabei: Am Steuer des flüchtenden Van saß den ersten Ermittlungen zufolge ein 14-jähriger Dortmunder. Die Flucht endete im Autobahnkreuz Dortmund-West, wo der junge Fahrer einen Unfall baute.

Begonnen hatte der Einsatz der Polizei gegen 3 Uhr am Wischlinger Weg. Dort hatte ein Zeuge drei Jugendliche beobachtet, die sich an einem geparkten Van verdächtig verhielten. Der Zeuge gab an, dass die Jugendlichen geflohen seien, als sie ihn bemerkten. Er alarmierte die Polizei.

Die eingesetzten Beamten fanden den geparkten Van gegenüber der Einmündung Walbertstraße direkt vor der Jugendfreizeitstätte am Fahrbahnrand geparkt vor. Als einer der Beamten an die linke Fahrzeugseite herantrat, wurde plötzlich der Motor gestartet und hektisch der Rückwärtsgang betätigt. Trotz mehrerer Aufforderungen stehen zu bleiben – auch mit gezogener Dienstwaffe, weil das Auto auf den Beamten zuzufahren drohte – setzte sich das Fahrzeug ohne Licht in Bewegung.

Verfolgungsjagd führt über Bärenbruch und OW IIIa

Zur Unterstützung gerufene Kollegen orteten den Van schließlich auf der Straße Bärenbruch, wo er plötzlich beschleunigte und in einen Fußweg abbog. Gefolgt von der Polizei, ging es anschließend erneut über die Straße Bärenbruch auf die OW IIIa und auf die A 45 in Richtung Frankfurt.

Im Autobahnkreuz Dortmund-West lenkte der Van schließlich auf die Zufahrt zur A 40 in Richtung Essen. Dort verlor der Fahrer offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug, das nach links von der Fahrbahn abkam, den Grünbereich durchfuhr und schließlich im Gegenverkehr, auf der Auffahrt von der A 40 auf die A 45, zum Stehen kam.

Aus dem Fahrzeug sprangen mehrere Personen heraus und flüchteten die angrenzende Böschung herab. Der Van rollte ohne angezogene Handbremse in die Leitplanke. Verfolgende Polizisten stellten die Flüchtenden in der Böschung.

Und dann staunten die Beamten nicht schlecht, als die Van-Fahrer ihre Flucht abbrachen: Es handelte sich um einen 14-jährigen Dortmunder und eine ebenfalls 14-Jährige aus Castrop-Rauxel, die vorläufig festgenommen wurden.

Hubschrauber entdeckt noch einen 13-Jährigen

Nach Hinweisen auf eine weitere flüchtige Person suchten die Beamten etwa zwischen 3.40 und 4 Uhr mit einem Hubschrauber nach dieser. Und konnten tatsächlich noch einen 13-jährigen Dortmunder ebenfalls im Bereich des Autobahnkreuzes vorläufig festnehmen.

Alle drei Jugendlichen mussten anschließend den Weg zur nächsten Polizeiwache antreten. Die beiden 14-Jährigen wurden bei dem Unfall leicht verletzt und auf der Wache von einer Rettungswagenbesatzung behandelt. Anschließend wurden sie ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Deren Sprösslingen winkt jetzt eine Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeugs.

Im Autobahnkreuz Dortmund-West kam es während des Einsatzes zu Sperrungen.

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Ein junger Mann hat sich auf der A1 eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei geliefert. Auf Höhe einer Baustelle kollidierte er mit einem Lastwagen - und setzte seine Flucht dann zu Fuß fort.

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