„Flüster-Shop“: Polizei nimmt illegalen Klamottenladen in der Nordstadt hoch

Verkauf trotz Lockdown

Zwölf „Kunden“ in einem Geschäft, das es nicht geben dürfte und gefälschte Markenkleidung verkauft: Die Polizei hat bei einem Einsatz in der Nordstadt einen illegalen Klamottenladen entdeckt.

Dortmund

, 03.02.2021, 09:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach dem Hinweis eines Zeugen sind Polizeibeamten in Dortmund am Montag (3.2.) gegen 16.30 Uhr zu einem Einsatz in die Nordstadt ausgerückt: Trotz geltender Corona-Auflagen sollte demnach ein Geschäft in der Eberstraße geöffnet haben, es herrsche reger Publikumsverkehr und es werde gefälschte Markenkleidung verkauft, schilderte der Mann.

Beim Eintreffen der Beamten vor Ort entfernten sich zwei Personen von dem gemeldeten Laden, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Vor der verschlossenen Tür fanden die Polizisten demnach Etiketten von Bekleidung bekannter Designer-Marken.

Räume mit Wandhaken zu Klamottenladen umfunktioniert

Der vermeintliche Mieter war nicht anzutreffen. Nachdem ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss eingeholt worden war, betraten die Polizeibeamten schließlich ein Nebengebäude - dort hatte man die Räumlichkeiten mit Haken an den Wänden zu einem provisorischen „Bekleidungsgeschäft“ umgewandelt.

Die Polizeibeamten trafen dort auf zwölf potenzielle Kunden, die sie auf frischer Tat ertappten. Die Männer im Alter zwischen 15 und 36 Jahren hatten laut Pressemitteilung Einkaufstüten mit bereits bezahlter Ware in den Händen oder waren gerade dabei, Kleidungsstücke anzuprobieren.

Nach Feststellung der Personalien wurden die Männer aus Bochum, Essen, Castrop-Rauxel und Solingen des Ladens verwiesen, die gekaufte Kleidung mussten sie den Polizeibeamten zuvor aushändigen.

Polizei prüft Verstöße gegen Corona-Auflagen

Noch werde ermittelt, ob die Männer auch gegen Corona-Auflagen verstoßen haben, so Polizeisprecherin Kristina Purschke. „Verstöße gegen die Corona-Auflagen werden im Rahmen der Ermittlungen überprüft.“

Bei der Kontrolle der Kleidung in dem illegalen Laden erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um Plagiate handelt. Insgesamt wurde Kleidung auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern sichergestellt.

Für den Betreiber des „Geschäfts“ wird der Polizeieinsatz ein längeres Nachspiel haben: Unter anderem erwartet ihn ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Steuerhehlerei und des Verstoßes gegen das Markenschutzgesetz, heißt es in de Polizeimeldung.

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt