Spitzer Gegenstand - Polizei schießt auf Mann nahe dem Polizeipräsidium in Dortmund

Schüsse

Polizisten haben am Dienstagabend nahe dem Dortmunder Polizeipräsidium auf einen Mann geschossen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung äußern sich jetzt Polizei und Staatsanwaltschaft.

Dortmund

, 20.03.2019, 08:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spitzer Gegenstand - Polizei schießt auf Mann nahe dem Polizeipräsidium in Dortmund

Die Schüsse fielen am Dienstagabend an der Ecke Hohe Straße/Hopfenstraße unweit des Polizeipräsidiums. © Thomas Thiel

Aktualisierung, Mittwoch 13.50 Uhr

Der Mann, auf den Polizeibeamte am Dienstagabend an der Kreuzung Hohe Straße/Hopfenstraße geschossen und ihn schwer verletzt haben, soll einen spitzen Gegenstand bei sich gehabt haben, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Dortmund, des Polizeipräsidiums Recklinghausen und der Dortmunder Polizei.

Am Dienstagabend wollte eine Polizeistreife einen 45-jährigen Dortmunder in der Nähe einer Spielhalle an der Hohen Straße in Dortmund kontrollieren, da sich der Mann vorher verdächtig verhalten haben soll. Zeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Unbekannte die Spielhalle überfallen wolle.

Verdächtiger rannte davon

Bevor die Polizisten, zwei Polizeikommissare und eine Kommissaranwärterin, ihn kontrollierten konnten, rannte er davon. Zuerst in Richtung Innenstadt, dann, als die Beamten ihn eingeholt hatten, in Richtung des Polizeipräsidiums. An der Ecke Hohe Straße/Hopfenstraße konnten die Polizisten ihn dann stellen, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Der 45-jährige soll daraufhin einen spitzen Gegenstand hervorgezogen und hochgehalten haben. Die Polizisten forderten ihn auf diesen zur Seite zu legen. Weil er dieser Aufforderung nicht nachkam, hätten die Polizeibeamten mehrfach den Schusswaffengebrauch angedroht.

Sie gaben schließlich mehrere Schüsse auf den 45-Jährigen ab, als sie den Eindruck gehabt hätten, dass der Mann sie mit dem Gegenstand angreifen würde. Zwei Projektile trafen ihn im Ober- und Unterkörper. Wie oft genau geschossen wurde, wollte man von Seiten der Staatsanwaltschaft auf Anfrage nicht beantworten.

Die eingesetzten Polizeibeamten und weitere eingetroffene Polizisten leisteten erste Hilfe, bis Rettungskräfte ankamen. Anschließend wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Lebensgefahr habe aber nicht bestanden.

Bei dem Angeschossenen handelt es sich um einen 45-jährigen, in Dortmund geborenen Mann, der in den letzten Monaten in einem Dortmunder Hotel wohnte. Bei seiner Durchsuchung und in seiner unmittelbaren Nähe fanden Polizeibeamte eine Sturmhaube, einen längeren Zirkel und eine lange Schere. Die Sturmhaube sei in der Jacke des Mannes gefunden worden, welchen Gegenstand der Mann genau in der Hand gehalten habe, sei nicht ganz klar, sagte Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage.

Polizei Recklinghausen übernimmt die Ermittlungen

Gegen den Dortmunder wird wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Er habe sich bislang nicht zur Sache geäußert und wolle sich anwaltlich vertreten lassen, heißt es von Seiten der der beiden Polizeipräsidien und der Dortmunder Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall führt aus Neutralitätsgründen die Polizei in Recklinghausen. Sie bittet Zeugen, die den Tathergang beobachtet haben, sich unter der Rufnummer 08 00 - 2 36 11 11 zu melden.

Erste Meldung, Mittwoch 10 Uhr

Die Schüsse fielen am späten Dienstagabend in der Nähe des Polizeipräsidiums. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte dies am Mittwochmorgen, über die weiteren Hintergründe soll im Laufe des Vormittages informiert werden.

Nach Informationen der Bild waren zwei Beamte in einem Streifenwagen vom Präsidium aus aufgebrochen, als sie an der nahe gelegenen Kreuzung Hohe Straße/Hopfenstraße einen verdächtigen Mann entdeckten. Bei der Kontrolle habe dieser in die Jacke gegriffen, daraufhin sei geschossen worden.

Die Schüsse fielen laut Polizeisprecherin gegen 22 Uhr. Der Mann wurde verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Wie in solchen Fällen üblich, hat eine andere Polizeidienststelle die Ermittlungen übernommen - in diesem Fall die Polizei in Recklinghausen.

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