Polizei warnt vor Raubzügen „falscher Polizisten“ im Dortmunder Süden

rnDubiose Anrufe

Der jüngste Anruf kam am Sonntagabend: Betrüger versuchen, als „falsche Polizisten“ das Vertrauen älterer Menschen zu gewinnen, um sie dann auszurauben. Die Polizei warnt.

Sölderholz

, 20.04.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Anruf kam am Sonntagabend (19.4.). In Sölderholz an der Schlagbaumstraße sollen zwei Einbrecher festgenommen worden sein, sagte ein anonymer Anrufer. Die Einbrecher hätten eine Liste dabei gehabt mit mehreren Adressen und dem Hinweis, dass in diesem Bereich, eben in Sölderholz, viele ältere Menschen wohnten, die über eine Menge Bargeld und Schmuck im Haus verfügten.

Auch in Aplerbeck soll das in der vergangenen Woche bereits der Fall gewesen sein. Auf Facebook ging schnell die Warnung eines Betroffenen vor solchen Anrufen online. Zahlreiche weitere User meldeten sich und beschrieben dieselbe Situation. Denn: Was der Anrufer sagte, stimmt so nicht. Keine Einbrecher, keine Liste. Versuchter Betrug – wie er aktuell wieder häufiger vorkommt.

Polizei fragt niemals nach Schmuck oder Bargeld

„Die Polizei ruft in dieser Form nicht an.“
Polizeisprecherin Cornelia Weigand

Was ist dran an solchen Anrufen? Das Wichtigste sei, dass die Polizei in dieser Form nicht anruft und mitteilt, dass Einbrecher festgenommen worden seien. Und: „Die Polizei wird niemals Bargeld oder Schmuck oder irgendetwas anderes in dieser Art verlangen“, sagt Polizeisprecherin Cornelia Weigand. „Ein Tipp ist, Zeugen dazuzuholen. Kinder, Eltern oder Nachbarn um Hilfe zu bitten, denn meistens bleibt es nicht bei einem Anruf oder der Anruf dauert ziemlich lange.“

Man solle aber auf jeden Fall bei der echten Polizei anrufen und nachfragen und nicht bei der Nummer, die angerufen habe, so Weigand. Bei dem Betrugsversuch in Sölderholz hätte es keine Möglichkeit gegeben, die Nummer zurückzuverfolgen, laut des Facebook-Eintrags war diese auf „Anonym“ geschaltet.

Vermutlich Infos aus Telefonbüchern

Nur, wie kommen die Betrüger an die Nummern heran? Vermutet wird, dass sich die Täter Telefonbücher besorgen und die Adressen abtelefonieren. Besonders im Fokus der Betrüger könnten dabei Namen sein, die auf ein höheres Alter hindeuten.

Die Täter gehen laut Polizei vollkommen skrupellos und erfindungsreich vor, je nach mentaler Verfassung des Opfers und dessen Reaktion. Sie fordern sie am Telefon teilweise auf, nur noch über das Handy zu telefonieren. Die Telefonate dauern so lange an, bis Bargeld und Wertgegenstände an der Wohnungstür oder auf der Straße übergeben oder an einem vereinbarten Ort abgelegt würden, so die Polizei NRW.

Wichtige Tipps der Polizei NRW:

  • Falls Sie in Ihrem Telefon-Display die Rufnummer der Polizei (110) ggf. mit einer Vorwahl sehen sollten, dann handelt es sich nicht um einen Anruf der Polizei.
  • Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Rufnummer 110 in Ihrem Telefon-Display.
  • Gibt sich die Anruferin oder der Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen und wählen Sie selbst die 110. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt. Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.
  • Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.
  • Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Geld oder Wertsachen, auch nicht Boten oder angeblichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten.
  • Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.
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