Polizei will Hol- und Bringzonen für Elterntaxis vor Schulen

Unfallgefahr vermeiden

Sie kommen auf den letzten Drücker: Elterntaxis, die Kinder direkt vor dem Schulhof absetzen. Hol- und Bringzonen im Umfeld der Schulen sollen das hohe Verkehrsaufkommen kurz vor der ersten Schulstunde entzerren. Die ersten Dortmunder Schulen richten den Kinder-“McDrive“ jetzt ein.

Dortmund

, 29.11.2017, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizei will Hol- und Bringzonen für Elterntaxis vor Schulen

Stau durch Elterntaxis: Die Harnackstraße acht Minuten vor der ersten Schulstunde. Foto: Peter Bandermann © Foto: Peter Bandermann

Seit dem Umzug der Liebig-Grundschule von der Essener Straße im Dortmunder Kreuzviertel an die Harnackstraße vor drei Monaten könnte der Schulweg für die Kinder viel sicherer sein – wenn auf den letzten Metern am Ende der Sackgasse nicht vielen die Autofahrer mit Staus für unübersichtliche Situationen sorgen würden. „Teilweise ist das richtig gefährlich“, berichtet Konrektorin Annette Lahusen-Wiemann über die Zeit kurz vor Beginn der ersten Schulstunde.

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Im Elterntaxi zur Schule

Es ist ein Dauerproblem vor Dortmunds Schulen: Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule und gefährden dabei andere Kinder. Nach dem Umzug der Liebig-Grundschule im Kreuzviertel versuchen Polizei und Schule die Eltern davon zu überzeugen, dass die Kinder besser zu Fuß unterwegs sind.
29.11.2017
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Die Harnackstraße in der Dortmunder Innenstadt um 7.26 Uhr. Noch ist es ruhig auf der kleinen Straße.© Foto: Peter Bandermann
Jonathan, Felix, Lisbet und Wiebke (von links) aus der vierten Klasse sind zu Fuß zur Schule gekommen und erwecken einen hellwachen Eindruck - der dichte Verkehr vor der Schule stört sie. Der Polizeieinsatz ist ihnen willkommen.© Foto: Peter Bandermann
Die Harnackstraße vor dem Eingang zur Liebig-Schule: Autos stehen mit laufendem Motor und qualmenden Auspuffanlagen im Stau - Eltern blockieren mit ihren Pkw die Weiterfahrt, weil ihre Kinder vor der Schule aussteigen.© Foto: Peter Bandermann
Polizei vor der Liebig-Grundschule: Auf der Harnackstraße sorgen Eltern, die ihre Kinder mit Pkw bis vor die Schule bringen, für Staus und unübersichtliche Situationen.© Foto: Peter Bandermann
Die Harnackstraße um 7.52 Uhr, also kurz vor Beginn der ersten Schulstunde in der Liebig-Grundschule: Eltern liefern ihre Kinder auf den letzten Drücker mit dem Pkw vor der Schule ab. Es ist eng, Abgase liegen in der Luft.© Foto: Peter Bandermann

Die Verursacher nennt sie beim Namen: „Das Problem sind wir.“ Wir? Ja: Wir. Mit dem Wir meint sie die Eltern, die ihre Kinder auf den letzten Drücker mit dem Auto vor dem Schulhof absetzen. Ein Problem damit hat auch Jonathan aus der vierten Klasse: „Ich verstehe nicht, warum die Menschen so viele Autos produzieren. Man fühlt sich als Kind auf der Straße gar nicht sicher. Am liebsten würde ich mit dem Bus fahren“, sagt der Liebig-Schüler auf dem Schulhof.

Das Eltern-Taxi hält direkt vor der Schule

Zeitgleich gehen Polizisten aus der Direktion Verkehr der Polizei auf Eltern zu, die ihre Kinder vor der Schule abladen. Sie verteilen Flugblätter. Der Titel verrät die Botschaft: „Elterntaxi. Gut gemeint – aber gefährlich“.

Die Motoren laufen, Abgase liegen in der Luft. Falschparkern klemmt ein Motorrad-Polizist die „Scheibenwischerbelege“ an die Scheibe – das sind Zahlkarten für Anwohner, die vor der Schule im Halteverbot parken.

„Durch enges Parken auch an Einmündungen wird das Sichtfeld selbst für Erwachsene stark eingeschränkt“, beschreiben die Polizeihauptkommissare Ralf Lindemann und Frank Wolf die Harnackstraße, „das gilt auch für die Kinder. Wir müssen da Öffentlichkeitsarbeit leisten.“

Das Eltern-Taxi ist in ganz Dortmund ein Problem

Wie die Wanderprediger sind die Polizisten vor Schulen im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um das Elterntaxi-Problem in den Griff zu bekommen. Wie am kommenden Montag die Ostenberg-Grundschule in Barop soll auch die Liebig-Grundschule in ihrem Umfeld mehrere Hol- und Bringzonen erhalten. Diese Zonen sollen das hohe Verkehrsaufkommen kurz vor 8 Uhr entzerren. Frank Wolf: „Das hätten wir gerne an allen Dortmunder Grundschulen so.“


Eltern rät Ralf Lindemann, ihre Kinder jetzt in der dunklen Jahreszeit gut sichtbar mit Reflektoren auszustatten und sie so viele Meter wie möglich zu Fuß gehen zu lassen. Es ist nicht verboten, seine Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen.

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