Polizei zieht Risikospiel-Bilanz: 44 Verfahren gegen BVB- und Kopenhagen-Fans

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Einsatzkräfte der Polizei beobachten den Fanblock der Gäste.
Einsatzkräfte der Polizei beobachten den Fanblock der Gäste. Bereits vor dem Spiel hatte es hier heftige Ausschreitungen gegeben. © picture alliance/dpa
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Nach der Champions-League-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem FC Kopenhagen am Dienstagabend (6.9.) hat die Polizei Dortmund bis zum Mittwochnachmittag 44 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Schwerere Auseinandersetzungen habe die Polizei verhindert, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Vor Anpfiff des Spiels haben Anhänger von Borussia Dortmund der Polizei zufolge versucht, in den Gästeblock zu gelangen, und pyrotechnische Erzeugnisse geworfen. Als Reaktion darauf versuchten dänische Fans aus dem Block heraus zu gelangen und warfen Pyrotechnik in Richtung der Dortmunder Fans, der Einsatzkräfte und anderer Zuschauerblöcke.

Unbeteiligte Besucherin leicht verletzt

Die Polizei hat umfangreiches Videomaterial gesichert, das nun ausgewertet werden muss. Die Polizei setzte Stöcke und Reizgas ein, um die Gruppen getrennt zu halten. „Durch die Pyrotechnik wurde, soweit bisher bekannt, eine unbeteiligte Stadionbesucherin leicht verletzt“, so die Polizei: Ein Beamter sei am Körper getroffen worden, aber unverletzt geblieben.

Während des Spiels kam es weiterhin immer wieder durch beide Seiten zu teils massivem Gebrauch von Pyrotechnik. Einige Gegenstände kamen jedoch gar nicht erst zum Einsatz: Während der Maßnahmen rund um das Stadion fiel den Beamten an einem Baum an der Strobelallee eine verdächtige Tasche auf. Darin befanden sich über 100 verschiedene Erzeugnisse, darunter Rauchtöpfe und Bengalos. Die Polizisten stellten alles sicher.

Im Anschluss an das Spiel versuchte eine Gruppe Dortmunder Fans (offenbar 50 bis 100 Personen) über die Bunsen-Kirchhoff-Straße zu Fans des FC Kopenhagen durchzudringen, die auf dem Parkplatz E 3 auf ihre Abreise warteten.

Erneut setzte die Polizei Reizgas und Stöcke ein, um ein Aufeinandertreffen der beiden Fangruppierungen zu verhindern. Dabei sei eine Polizeibeamtin von einem Gast-Fan durch Pyrotechnik leicht verletzt worden. Sie blieb dienstfähig.

Insgesamt nahmen die Beamten zwei Männer in Gewahrsam. Zudem wurden bislang 27 Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, 12 wegen Körperverletzungsdelikten, 3 wegen Landfriedensbruch, eine wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und eine wegen Sachbeschädigung gefertigt.

Der Polizei ist eine Person bekannt, die durch ein Körperverletzungsdelikt auf der Strobelallee verletzt und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die Ermittlungen dauern an.