Polizeipräsident fordert mehr Bundespolizisten

Brief an den Landtag

In einem Brief an den nordrhein-westfälischen Landtag beschreibt Polizeipräsident Gregor Lange die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aus Sicht der Dortmunder Polizei. Er fordert darin mehr Bundespolizisten.

DORTMUND

, 15.01.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bundespolizisten bei einer Festnahme im Hauptbahn- hof.(a) bandermann

Bundespolizisten bei einer Festnahme im Hauptbahn- hof.(a) bandermann © Foto: Peter Bandermann

Gregor Lange schrieb dem Landtag, nachdem die SPD-Fraktion in einem Antrag auf die „eklatante Unterbesetzung der Dienststellen der Bundespolizei an zahlreichen Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen“ hingewiesen hatte. Betroffen ist davon auch die Bundespolizei-Wache am Hauptbahnhof. Darüber berichteten wir im Herbst 2017 mehrfach.

In Dortmund sind Bundespolizisten häufiger als an anderen Standorten in NRW gewalttätigen Straftätern ausgesetzt. Anfang Januar berichtet die Pressestelle, dass die Täter immer häufiger bewaffnet seien.

Praktikanten als Ersatz

In dem Antrag fordert die SPD den Landtag auf, auf den Bundesinnenminister zuzugehen. Er solle über die aktuelle Lage bei der Bundespolizei informieren und auf Personalengpässe reagieren. Die Lage bei der Bundespolizeiinspektion in Dortmund hatte sich vorübergehend leicht entspannt, weil der Inspektion mehr Personal zugewiesen worden war. Die Wache wurde mit Praktikanten, die sich in der Ausbildung befinden, aufgefüllt.

In seinem Brief an den Landtag berichtet Polizeipräsident Gregor Lange über eine gute Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. Das habe sich auch in der gemeinsamen Ermittlungsgruppe „Gorzow“ gezeigt. Ermittlungsdienste der Dortmunder Bundespolizei und Ermittlungskommissionen der Dortmunder Polizei hatten im Mai 2017 Informationen ausgetauscht und festgestellt, dass eine Gruppe namentlich bekannter Taschendiebe an Busbahnhöfen nach Opfern sucht. Den Busbahnhof am Hauptbahnhof hatte die polnische Bande häufig aufgesucht. Der Hauptbahnhof ist auch bei nordafrikanischen Taschendieben ein bevorzugtes Revier.

Gemeinsame Erfolge


Nach drei Monaten gemeinsamer Ermittlungsarbeit konnten Polizisten beider Behörden 65 Straftaten mit einem Beutewert von 73.000 Euro aufklären. Elf Haftbefehle wurden beantragt.

In seinem Brief schreibt Gregor Lange: „Die Polizei Dortmund hat reges Interesse daran, dass die Bundespolizei am Standort Dortmund ihre Personalressourcen voll nutzt und ihre Aufgabenwahrnehmung mittelfristig wieder mit 100 Prozent ihrer Sollstärke wahrnimmt.“ Die Bundespolizeiinspektion Dortmund kommt derzeit auf nur 80 Prozent.

Dass sich ein Polizeipräsident zu Personalstärken in anderen Behörden äußert, ist selten. Gregor Lange betont immer wieder, dass die Zusammenarbeit mehrerer Behörden zu guten Ergebnissen führen könne.

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