Borussia Dortmund

Premiere im Signal Iduna Park: Schatzjagd beim BVB-Fußballflohmarkt

Borussia Dortmunds Fußballflohmarkt lockte über 800 Fans ins Stadion. Dort fanden sie auf den Trödeltischen Accessoires, die Fußballherzen höher schlagen lassen. Darunter war eine rote Trikot-Rarität des BVB.

Das Objekt der Begierde vieler Borussia-Fans baumelt ganz unscheinbar hinter einem Verkaufstisch an einem Kleiderhaken: ein rotes Trikot mit weißem Kragen und Streifen am Ärmel.

Und da reiben sich auch treue BVB-Anhänger die Augen: In diesen Farben lief mal Dortmunds Mannschaft auf? Tatsächlich. Damals, Ende der 1970er-Jahre, trug die Mannschaft dieses Trikot bei einer einzigen Begegnung. Auswärts natürlich, in Braunschweig.

Begehrte Raritäten haben ihren Preis

Deswegen gilt dieses Textil mittlerweile als begehrte Rarität, wie sein stolzer Besitzer an diesem Trödel-Tag weiß: „Jeder Zweite hat danach gefragt und ein Gebot abgegeben“, erzählt Francesco D’Angelo, der an diesem Samstag am ersten Dortmunder Fußball-Flohmarkt teilnimmt.

Der Verein selbst hatte zu dieser Veranstaltung in den Signal Iduna Park eingeladen. 20 Händler haben bereits am Morgen ihre Tische aufgestellt. Im Laufe des Tages strömen rund 800 Besucher ins Stadion.

Der Geruch frischer Bratwurst weht durch die Gänge und Kinder kicken mit ihren Vätern an einer Torwand. Obwohl es ein spielfreies Wochenende ist, herrscht bereits am Vormittag viel Andrang.

BVB-Prominenz ist im Stadion

Dafür sorgt auch schwarz-gelbe Prominenz. Der frühere BVB-Torwart Wolfgang „Teddy“ de Beer und Vereinsarchivar Gerd Kolbe plaudern auf einer kleinen Bühne. Spieler aus dem aktuellen Kader erschienen nicht, die Hygienerisiken waren den Verantwortlichen einfach zu groß, so Tim Bitterlich vom BVB-Presseteam: „Wir sind ja froh, dass der Spielbetrieb wieder mit Zuschauern laufen kann.“

Immerhin erscheinen die Stars Marco Reus und Mats Hummels auf einem großen Screen. Alles animiert. Doch gerade die Kleinen lichten sich davor für einen Selfie ab. Schließlich wirkt es ziemlich echt. Einen Euro kostest die Aktion. Das Geld fließt in die Kasse der BVB-Stiftung „leuchte auf“, die mit den Einnahmen soziale Projekte finanzieren will.

Am Verkaufstisch der Stiftung finden Besucher Replikate aus dem BVB-Museum, darunter Broschüren, die in Erinnerung an den Europapokalsieg von 1966 und andere Erfolge schwelgen lassen.

Ein seltenes Trikot für 400 Euro

In Kisten können Poster durchstöbert werden, die das Wohnzimmer echter Borussen schmücken – mit Aufschriften wie: „Am Borsigplatz geboren“.

Einige Händler sind bereits am Vormittag ausverkauft. Die rot-weiße Trikot-Rarität in den Stadtfarben und dem Werbelogo der Tabak-Marke Samson hängt noch am Stand von Francesco D’Angelo. 400 Euro möchte D’Angelo für das Kleidungsteil am liebsten erhalten. Bisher hat dafür keiner so tief in den Geldbeutel gegriffen.

Nur das DFB-Museum überlegt an diesem Samstag, das seltene Leibchen für die Vitrine zu erwerben. Und lässt D’Angelo grübeln: „Vielleicht gebe ich es als Leihgabe ab, vielleicht nehme ich es auch wieder mit nach Hause.“

Ein Schalke-Absteiger-Shirt kommt besonders gut an

Deutlicher günstiger ist die schwarz-gelbe Spieltagsmode am Stand neben an. Hier stehen die Jungs des Fanzines „schwatzgelb“ und vertreiben Restbestände. Dazu zählen T-Shirts, die ohne Lizenzen, also den offiziellen Vereins- und Stadionnamen, hergestellt wurden und die Kasse des deutschlandweit größten, unabhängigen Fan-Forums füllen sollen. „Wir finanzieren damit zum Beispiel Räumlichkeiten“, sagt Daniel, einer der ehrenamtlich Engagierten.

Ihre Klamotten zieren Aufschriften, die an die jüngsten Pokalerfolge und Derbysiege erinnern. Der größte Renner ist an diesem Tag jedoch ein Slogan-T-Shirt, mit dem BVB-Anhänger den Rivalen aus Gelsenkirchen ärgern können. „Das ist ein Absteiger-Shirt auf Kosten der Blauen“, verrät „schwatzgelb.de“-Mitglied Sebastian über das Outfit, das er an diesem Mittag selbst trägt. „Davon haben wir sehr viele Exemplare verkauft.“

Markus Sachs hat sich dagegen jahrelang an Flughäfen oder Trainingsgeländern angestellt. Dort sammelte der BVB-Fan Autogramme von Spielern. Einfach sei das nicht, wie er verrät: „Man muss jede Gelegenheit nutzen, die sich bietet. Heute ist es schwieriger, die Spieler zu erwischen.“

Die Karten mit den Unterschriften präsentiert er in Schutzfolien, die Interessierte durchblättern können. Seine persönlichen Autogrammschätze hat Sachs aber Zuhause gelassen. Dort stöberte er auch regelmäßig auf ebay und weiß daher, wie viel Geld dafür zum Teil ausgegeben wird.

Autogrammkarten von BVB-Legenden – und einem Sport-Superstar

Es sind natürlich die Vereinsikonen wie Jürgen Klopp oder Ottmar Hitzfeld, für die beinharte Fans auch mal bis zu 200 Euro hinlegen, wie Sachs verrät: „Es geht dabei immer um die Seltenheit der Karte und die Verfügbarkeit der Spieler.“

Doch selbst für eine Autogrammkarte des Rekordathleten Usain Bolt, der mal in einem BVB-Schnuppertraining mitflitzte, könnten Fans um die 25 Euro einplanen. Auch Sachs habe seine Sammlung noch nicht vervollständigt, wie er verrät.

Es fehlen der brasilianische Ballkünstler Júlio César und vor allem der Schweizer Torjäger Stéphane Chapuisat. „Da bin ich bis heute noch hinterher.“

Die Veranstalter überlegen bereits, erneut zu einem Fußball-Flohmarkt einzuladen. Und es soll auch größer werden, so Tim Bitterlich: „Wir hoffen, dass es wächst. In den nächsten Jahren versuchen wir, auch andere Vereine einzuladen.“

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