Gefahr für Dortmunder Kita-Kinder: „Es dauert nicht mehr lange, dann passiert ein Unfall“

rnVerkehrsärger

Die Baustelle auf der Hangeneystraße macht den Osulfweg in Kirchlinde zur beliebten Abkürzung. Anwohner fordern Hilfe von der Stadt. Doch die schien zunächst keine Zeit für das Problem zu haben.

Kirchlinde

, 31.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kinder der Kita „Elfenwald“ üben den Schulweg zur Hangeney-Grundschule in Kirchlinde. Kein leichtes Unterfangen. Schließlich ist der Osulfweg, an dem die Kita liegt, an einigen Stellen sehr schmal. An anderen Stellen fehlt zudem ein Bürgersteig.

Eine Gefahr für die Kita-, aber auch für die Grundschulkinder, die den Osulfweg als Schulweg nutzen. Denn die Baustelle auf der Hangeneystraße hat die kleine Nebenstraße im letzten Jahr zur beliebten Abkürzung gemacht. Von August bis Dezember war die Hangeneystraße nur in eine Richtung befahrbar. Auch jetzt regelt noch eine Baustellenampel den Verkehr.

Autofahrer suchten Ausweichstrecken – und fanden den Osulfweg. Dort fahren den Anwohnern zufolge einige nicht unbedingt gesittet. „Ich wohne seit 28 Jahren hier und es ist noch nie so schlimm gewesen“, sagt Anwohnerin Michaela Kleinehabig. „Wir haben hier zahllose Raser und rücksichtslose Autofahrer.“

Auf dem Osulfweg müssen die Fußgänger ausweichen

Mehrfach habe sie Kinder beiseite ziehen müssen. „Die achten manchmal einfach nicht auf die Autos, wenn sie spielen.“ Aber auch ältere Anwohner haben teils Schwierigkeiten, der Auto-Flut auszuweichen.

Insbesondere im Berufs- und Feierabendverkehr stauen sich die Fahrzeuge sogar auf dem Osulfweg. Dank einer 90-Grad-Kurve ist zudem ein Teil der Straße schlecht einsehbar.

Eine Kita liegt am Osulfweg. Die Anwohner sorgen sich um die Sicherheit der Kinder.

Eine Kita liegt am Osulfweg. Die Anwohner sorgen sich um die Sicherheit der Kinder. © Carolin West

Tagtäglich beobachte sie Beinahe-Unfälle, so Michaela Kleinehabig. „Es dauert nicht mehr lange, dann passiert hier wirklich ein Unfall“, sagt sie. „Und ich hoffe nicht, dass dann ein Mensch zwischen den Autos steckt.“

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In der Bezirksvertretung Huckarde konnte sie gemeinsam mit ihren Nachbarn bereits durchsetzen, dass die Tempo-30-Piktogramme auf der Fahrbahn erneuert und Geschwindigkeits-Displays aufgestellt werden.

Tiefbauamt hat keine Zeit für einen Ortstermin – zunächst

Zudem versprachen die Bezirksvertreter im Dezember, es solle zeitnah einen Ortstermin geben, um möglicherweise eine andere Verkehrsführung für den Osulfweg zu ermöglichen, die den Durchgangsverkehr weitgehend heraushält.

„Für uns wären eine Einbahnstraße, eine Anliegerstraße oder sogar eine Sackgasse denkbar – Hauptsache es wird endlich besser“, sagt Michaela Kleinehabig. In der Januar-Sitzung (29.1.) der Huckarder Bezirksvertretung (BV) folgte aber die Ernüchterung: Einen Ortstermin soll es vorerst nicht geben.

Anwohnerin Michaela Kleinehabig und ihre Nachbarn wehren sich gegen die Auto-Flut im Osulfweg.

Anwohnerin Michaela Kleinehabig und ihre Nachbarn wehren sich gegen die Auto-Flut im Osulfweg. © Stephan Schütze

„Das Tiefbauamt hat keine Zeit, wurde uns mitgeteilt“, sagte Frank Führer als BV-Geschäftsführer. Doch nur einen Tag später der unerwartete Wandel: Auf Anfrage dieser Redaktion teilt Stadt-Pressesprecher Christian Schön mit, dass es noch in der kommenden Woche einen Ortstermin geben werde.

„Nach diesem Termin gibt es weitere Informationen“, sagt er.

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