Probleme mit dem Asylbewerberheim

Straftaten

Die Verteilung der Asylbewerber vom Westfalendamm 399 auf andere Standorte schlägt hohe Wellen. Unproblematisch ist das Heim nicht. Von insgesamt knapp 700 Verfahren, die im Jahr 2009 in der Abteilung des Jugendrichters Peter Prause anfielen, betrafen mehr als 200 Angeklagte, die unter dieser Anschrift wohnen.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 18.09.2010, 10:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
ugendrichter Peter Prause zwischen den Wälzern zum Jugendstrafrecht.

ugendrichter Peter Prause zwischen den Wälzern zum Jugendstrafrecht.

Er legt für die jungen Straftäter ein gutes Wort ein: „Gibt man diesen Männern z. B. die Ableistung einer Freizeitarbeit auf, wird diese in der Regel binnen kürzester Frist erledigt, während man in anderen Fällen oft mehrfach die Auflagenerfüllung anmahnen muss.“ Und der Jugendrichter ist überzeugt: „Hätten die jungen Asylbewerber eine Aufgabe, würde die Anzahl der Straftaten zurückgehen. Die haben viel Langeweile, und dann kommen sie auf dumme Gedanken.“ Bei den Delikten handele es sich in der Regel „um nix Dramatisches“, nicht um schwere Körperverletzung oder ähnliches.

Es ist eher Schwarzfahren und Diebstahl, aber auch Drogenhandel. Im Westpark etwa verkauften vor allem Schwarzafrikaner aus dem Asylbewerberheim Drogen. So hätten möglicherweise die Anwohner am Westpark mehr Probleme mit den Asylbewerbern als die direkten Nachbarn des Heims. Von dem Geld aus den Straftaten, so vermutet Prause, würde mancher die Schlepper bezahlen, die ihn nach Deutschland gebracht haben. Manche Einschränkungen für die jungen Asylbewerber findet der Jugendrichter nicht sehr gelungen. So dürften sie erst nach einem Jahr in Deutschland einen Sprachkursus absolvieren. Dabei seien es in der Regel die Pfiffigsten, die die Familien für ein besseres Leben nach Deutschland schickten.

  • Ein Interview mit Jugendrichter Peter Prause finden Sie in der Samstag-Ausgabe (18.9.) der Dortmunder Ruhr Nachrichten.

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